Mode auf dem Aktienmarkt

24. Juni 2011 09:53; Akt: 24.06.2011 11:19 Print

Prada gibt glanzloses Börsendebüt

von Kelvin Chan. AP - Der Börsengang von Prada war mit Spannung erwartet worden, insbesondere weil er in Hongkong stattfand. Eine Überraschung blieb jedoch aus.

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Prada startet an der Börse verhalten. (Bild: Keystone)

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Das italienische Modehaus Prada hat nach etlichen vergeblichen Anläufen sein Börsendebüt gegeben. Ein Kursfeuerwerk in Fernost blieb allerdings aus, die Anleger reagierten verhalten auf den IPO. Das war angesichts der Stimmung an den Weltmärkten auch nicht anders erwartet worden. Zwar startete die Prada-Aktie am Freitag an der Börse in Hongkong leicht höher, doch pendelte sich der Kurs bis Mittag (Ortszeit) auf fünf Cent über dem Ausgabepreis von 39,50 Hongkong-Dollar ein. Das Modehaus zeigte sich trotz des glanzlosen Starts zufrieden.

«Der frühe Handel scheint zu bestätigen, dass der Ausgabepreis richtig war. Die Zeichen sind sehr gut», sagte Prada-CEO Patrizio Bertelli. Die Mailänder hatten schon lange den Sprung aufs Börsenparkett geplant, zuletzt 2008. Doch dieser Versuch wurde angesichts der Finanzkrise verschoben.

Angst vor italienischer Besteuerung

Prada gab 423,3 Millionen Aktien aus, das entspricht 16,5 Prozent, um 16,7 Milliarden Hongkong-Dollar (1,5 Milliarden Euro) einzunehmen. Prada gehört zu einer Reihe von ausländischen Firmen, die von der boomenden chinesischen Wirtschaft profitieren wollen. Ein Börsengang in Hongkong sollte für die nötige Aufmerksamkeit sorgen. In der ersten Stunde stieg der Kurs um bis zu 50 Cent oder 1,2 Prozent auf 40 Hongkong-Dollar (3,61 Euro). Zum Ende der ersten Handelshälfte lag der Kurs mit 39,55 Hongkong-Dollar um fünf Cent über dem Ausgabepreis.

Prada ist das erste italienische Unternehmen, das den Börsengang in Hongkong wagte. Dort dürften viele Anleger auch von den Steuern abgeschreckt sein. In Hongkong gibt es zwar keine Kapitalertragssteuer, dennoch müssen Käufer von italienischen Papieren nach italienischem Recht Kapitalertragssteuer von 12,5 Prozent und 27 Prozent Quellensteuer auf etwaige Dividenden zahlen. Da es aber zwischen Hongkong und Italien kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt, müssen die Anleger in den sauren Apfel beissen - oder eben nicht nicht investieren.

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