Krankenkassen

15. August 2017 12:18; Akt: 15.08.2017 12:44 Print

Prämien bringen fast jede zweite Familie ans Limit

Der Anstieg bei den Krankenkassenprämien bringt das Budget vieler Familien aus dem Lot. 40 Prozent können keinen weiteren Prämienschub verkraften.

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Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: steigende Krankenkassenprämien. Grundversicherte rechnen laut einer Erhebung des Vergleichsdienstes Comparis.ch fürs kommende Jahr mit einem durchschnittlichen Anstieg von von 5 Prozent oder 270 Franken. Pro Monat sind das rund 22 Franken. Ein Drittel befürchtet sogar eine durchschnittliche Erhöhung gegen 6 Prozent.

Umfrage
Sind die Krankenkassenprämien zu hoch?
84 %
13 %
1 %
1 %
1 %
Insgesamt 38465 Teilnehmer

Besonders belastet durch die jährlichen Prämieanstiege sind die Familienbudgets. 40 Prozent aller befragten Familien geben an, keine weitere Prämienerhöhung verkraften zu können. 20 Prozent sagen, eine Erhöhung von nicht mehr als 10 Franken im Monat bewerkstelligen zu können. Will heissen: 60 Prozent aller Familien sagen, sie können sich das mit ihrem aktuellen Budget nicht leisten. Nur 13 Prozent würden ihr Budget mit einer zusätzlichen Belastung von 20 Franken im Monat noch im Lot halten können.

Prekär schätzen die Singles ihre Lage ein. Nur jeder Sechste könnte mit einer Zusatzbelastung von 20 Franken und mehr im Monat auskommen.

Versicherte wollen Generika-Rabatte

Die Schuldigen für die steigenden Krankenkassenprämien sehen die von Comparis befragten Personen in erster Linie bei der Pharmaindustrie. 65 Prozent sind davon überzeugt, dass die Medikamentenhersteller den grössten Anteil an der für sie negativen Kostenentwicklung haben.

63 Prozent machen egoistische Versicherte verantwortlich, die leichtfertig unnötige Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Für 55 Prozent gehören die Ärzte und Spitäler zu den grössten Kostentreibern. Jeder Fünfte ist zudem überzeugt, dass der Kostenanstieg auch eine Folge des medizinischen Fortschrittes ist.

Comparis.ch folgert, dass Krankenkassenprämien für einen breiten Personenkreis die Schmerzgrenze erreicht haben. 90 Prozent aller Befragten sind bereit, sich ausschliesslich mit günstigeren Generika behandeln lassen, wenn sie denn im Gegenzug weniger Krankenkassenprämien bezahlen müssten. Gefragt nach der Höhe des entsprechenden Rabattes nennen drei Viertel aller Befragten eine um 10 bis 30 Prozent reduzierte Prämie.

«Wer bei Bagatellfällen zum Spezialisten rennt, soll mehr zahlen»

Wer bereit sei, im Krankheitsfall mehr selber zu bezahlen und wer beispielsweise mit einem Telmed- oder Hausarzt-Modell auf Effizienz setze, der müsse auch in Zukunft höhere Prämienrabatte bekommen, sagt Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly. «Wer hingegen bei Bagatellfällen gleich den Rat mehrerer Spezialärzte sucht oder bei einer Grippe in den Spitalnotfall will, der soll wesentliche höhere Prämien bezahlen.»

Wer die Prämienerhöhung mit seinem aktuellen Budget nicht bestreiten kann, der muss seine Ausgabenplanung neu organisieren. Jeder Zweite (51 Prozent) würde unnötige Ausgaben streichen. Knapp 38 Prozent würden als Massnahme eine Prämienverbilligung beantragen und 32 Prozent würden unter anderem versuchen, ihre Gesundheitsausgaben zu reduzieren und auf nicht dringende Arztbesuche zu verzichten.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karin am 15.08.2017 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    JEDER

    Was soll das? Nicht nur Familien geht es betreffend diesem Thema finanziell an den Kragen. Ich bin alleinstehend, mein Lohn ist Durchschnitt, gehe nie in die Ferien und auch mir steht das Wasser mit diesen Krankenkassen bis zum Hals.

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  • Stefan am 15.08.2017 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kks

    Ich schlage vor der bund muss gezwungen werten dass er kein geld mehr ins ausland gibt! Sondern bei uns in die ahv und kks! Zuerst kommen wir nachher die anderen!!

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  • Neukki am 15.08.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Jedes Jahr die selbe Leier... Ja die KK werden teurer, kein Wunder, ich gehe ja auch wegen jedem Bobo in die Notaufnahme.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina W. am 19.08.2017 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lohn mehr Prämie bezahlen..

    Die Prämien der Krankenkasse sollten sich den Löhnen anpassen! Es kann nicht sein das jemand bei 3200Fr Lohn 500Fr Zahlen muss!

  • Kowalski am 16.08.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eins sollte uns bewusst sein.

    Die meisten, die unnötig in den Spital in den Notfall rennen sind ausländischer Herkunft. Möchte nicht jemanden damit angreifen. Es muss auch verstanden werden. Ich war in etlichen Ländern und kann die Handlungsweise derer nachvollziehen. Der Punkt mit Selbsverantwortung ist in gewissen Exkommunistischen Ländern immer noch fern. Es ist dort vollkommen normal, dass man wegen einer Verstauchung, Prellung oder Schnittwunde zum Notfall in den Spital fährt. Die Kosten werden auch vom Staat getragen. Apotheken gibt es dort wie Sand am Meer. Es ist auch ein Integrationsproblem.

    • peter am 18.08.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Kowalski

      Auch muss uns bewusst sein, dass der Patient nicht die Kosten macht, sondern sich ein ganzes System an der Krankheit bereichert. Patienten stehen oft vor dem Sozialamt, während die Ärzte am Leid und der Not verdienen. Wann ist der richtige Zeitpunkt um zum Arzt zu gehen? Selber hörte ich schon, da hätten Sie viel früher kommen müssen.

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  • Leode am 16.08.2017 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konsum Irrsinn

    Es sind nicht nur die KK Prämien, auch die übrigen Konsumverhalten. Kenne mehrere, die haben grosse Probleme wegen Ferienbudget, Smartphone-Kauf und Abo, Autoleasing (Auto kein Arbeitsmittel sonder reiner Luxus) und regelmässigem Einkehren in Kaffees und Restaurants, Besuch von Open Air's bzw. zusätzlichen Ausgaben für Ausrüstung dafür und ja, das gibts , wegen Kosten für Rauchen.

    • Sämi am 16.08.2017 17:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Loede, vollkommener Quatsch

      klar haben wir ein Luxusproblem. Was sie da aber erwähnen ist für die meisten Familien nur eine Traumvorstellung. Realität ist, dass die meisten schon auf alles verzichten. Auto werde ich dieses Jahr auch abgeben... sind aber darauf angewiesen, weil wir ein behindertes Kind haben. Ausgang oder Ferien hatten meine Frau in den letzten 7 J. beinahe nie. Rauchen tun wir auch nicht und leben gesund. Es reicht einfach nicht mehr. Kompensiert haben wir es mit dem Einkauf in Deutschland, was aber jetzt nicht mehr möglich ist ohne Auto. Daher sehe ich mich gezwungen für einen Antrag auf Sozialleistung.

    • Heinz Maier am 16.08.2017 20:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Leode

      diese einzelfälle gibt es, unbestritten. doch muss man dies statistisch gesehen relativieren, denn diese entsprechen der minderheit. wenn sie jetzt noch einen internationalen vergleich machen würden, hätten wir diesbezüglich überhaupt keine probleme.

    • U.G am 16.08.2017 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sämi

      Gehen Sie bitte mal nach Zürich zum Flughafen. Dann sehen Sie wer alles in die Ferien fliegt.

    • Leode am 19.08.2017 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sämi

      Ich bestreite keinesfalls, dass es wirkliche Armutsfälle gibt. Wdgrn geringem Lohn bei voller Arbeit, wegen Krankheiten, Unfällen, Behinderungen. Und diese Menschen sind sogar die gleichen, die auch noch überall freiwillig zurückstehen, wenn sie Hilfe zu gut haben. Ich habe nur erwähnt, dass es ebenso auch diese gibt, die sn "Armut" wirklich selber schuld. Und leider leben solche gleich mehrere in meinem näheren Umfeld. Und die schreien stets am lautesten, wie ungerecht die Welt doch ist - auch wenn ich das mit der Ungerechtigkeit vielerorts auch so sehe.

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  • Semsedini am 16.08.2017 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnung?!?!?

    Wen wir alle Krankenkassenprämien in der ganzen Schweiz zusammenrechnen mit einem schnitt fon 350.- Pro Kopf. So liegt das Budget auf einen Tag gerechnet bei knapp 100 Mio. 100Mio Schweizer Franken pro Tag das ist doch eine enorme Summe!!!!

    • Carambalina am 16.08.2017 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Semsedini

      Und rate mal wie viel die Prämien nicht bezahlen können?? Ebenso sind die Gesundheitskosten mittlerweile derat hoch, da geht deine Rechnung nicht mehr auf. Jeder rennt zum Arzt wenns nur was ganz kleines ist. Liebe Mitbürger & Mitbürgerinnen; es gibt auch noch eine Apotheke. Nur so können wir beisteuern, dass die Kosten sinken!

    • U.G am 16.08.2017 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carambalina

      Für ein neues Auto reicht es immer. Und am Sonntagabend schnell ins Spital, für ein Zeugnis.

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  • Patrick am 16.08.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder

    Es wird Zeit für die Einheitskrankenkasse, Abschaffung der unnötigen Kassen Wechsel und deren Werbeanrufen, zurück auf Feld 1 mit Hausärzten die am Wochenende in ihrem Bezirk Wochenendnotfall machen usw.

    • Heinz Maier am 16.08.2017 20:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick

      haben sie schonmal die verwaltungskosten zwischen privatunternehmen und bundesunternehmen in diesem bereich verglichen? einfach zu jammern "jetzt braucht es...." ohne fundierung ist eher fragwürdig. die privaten krankenkasen benötigen ca. 5% der einnahmen für die verwaltung. schauen sie bitte mal nach was die SUVA für verwaltungskosten ausweist. und jetzt überlegen sie sich mal, wenn wir eine staatliche kasse ala suva für die kk hätten, ob nun eher mehr- oder minderkosten zu erwarten wären. fängt ja schon bei den bundeslöhnen an, der bund hat die höheren durchschnittslöhne als die ubs...

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