Weniger Gewinn 2019

03. Februar 2020 07:49; Akt: 03.02.2020 08:31 Print

Privatbank Julius Bär streicht hunderte Jobs

Die Julius-Bär-Gruppe hat 2019 weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr. Zudem blieb der Zufluss von Neugeldern unter den eigenen Zielsetzungen.

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Die Vermögensverwaltungsbank Julius Bär kündigt im Rahmen eines Strategieupdates weitere Kosteneinsparungen an und setzt sich neue Mittelfristziele. Laut «Tages Anzeiger» sollen weltweit 300 Stellen gestrichen werden, 200 sollen in der Schweiz wegfallen.

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Der IFRS-Konzerngewinn verringerte sich wegen Abschreibungen auf die italienische Tochter Kairos und wegen umfangreichen Rückstellungen für einen Rechtsstreit um DDR-Vermögen um deutliche 37 Prozent auf 465 Millionen Franken. Der um Integrations- und Restrukturierungskosten adjustierte Konzerngewinn ging gegenüber dem Vorjahreswert noch um 4,7 Prozent auf 772,0 Millionen Franken zurück, wie die Vermögensverwaltungsbank am Montag mitteilte.

Die Julius Bär-Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr nun eine unveränderte Dividende von 1,50 Franken je Aktie erhalten. Zuvor war die Dividende fünf Jahre in Folge angehoben worden.

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management AuM) lagen per Jahresende bei 426 Milliarden Franken, was gegenüber dem Wert des Vorjahres einem Anstieg um 12 Prozent entsprach. Auch gegenüber dem Wert von Ende Oktober 2019 nahmen die AuM etwas zu.

Neugelder fliessen nicht wie geplant

Der Neugeldzufluss lag bei 10,6 Milliarden Franken entsprechend einem Zufluss von 2,8 Prozent der AuM. Die Bank musste nicht zuletzt deutliche Abflüsse bei Kairos hinnehmen. Damit blieb Julius Bär im vergangenen Jahr klar unterhalb des eigenen Zielbereichs eines Zuflusses von 4-6 Prozent.

Mit den Zahlen hat Julius Bär die Erwartungen der Analysten beim Gewinn knapp erfüllt. Der adjustierte Konzerngewinn war gemäss AWP-Konsens bei 786 Millionen Franken erwartet worden, die Schätzungen für den IFRS-Konzerngewinn lagen im Schnitt bei 468 Millionen Franken.

Die verwalteten Vermögen hatten die Analysten bei 427 Milliarden erwartet und damit ziemlich genau geschätzt.
Im Rahmen eines «Strategieupdates» des seit September 2019 amtierenden neuen CEO Philipp Rickenbacher kündigt die Vermögensverwaltungsbank nun ein «umfassendes Dreijahresprogramm» an, um die Erträge zu erhöhen und «Produktivität und Effizienz zu steigern». Dabei soll die Kostenbasis um 200 Millionen reduziert werden. Zudem setzt sich die Bank neue Mittelfristziele für die Periode von 2020 bis 2022.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Notfallpfleger am 03.02.2020 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was sind das nur für Vorgesetzte?

    Genau! Wenn die Konzernleitung sich selbst die Eier legt mit ihrer unbändigen Lust auf Expansion, wie Italien, werden einmal mehr Mitarbeiter mit Kündigung bestraft, damit dann genug für den Bonus bleibt!

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  • Werni am 03.02.2020 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Verbrecher

    wo bleibt da die UNIA? Ein Konzern der 772Mio Gewinn in einem Jahr macht, sollte keinen einzigen Mitarbeiter entlassen dürfen!!Nur damit die oberen Verbr... sich noch mehr Boni stehlen können!!!

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  • Jo am 03.02.2020 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldgier derer die keinen Mehrwert schaffen!

    Unternehmen die immer noch satte Gewinne einfahren und dennoch Leute entlassen sind elende Totengräber! Der Volkszorn könnte sie mal treffen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Insider am 09.02.2020 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    So geht das

    Warum wohl ? Darum: Ein neuer Chef muss erstmal eine odentliche Dutfmarke setzten. Und wie macht man das, wenn ordentliche Ideen fehlen ? Richtig, man reorganisiert den Betrieb und wirft Leute raus. Letzteres aber vermehrt von den unteren Chargen statt oben bei den Kumpels.

  • Malino am 05.02.2020 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz sicherer Hafen?

    Mit jedem Kratzer an dieser Bank, brillieren alle Schweizerbanken immer weniger. Banken gehören zum Bild der Schweiz. Säubern im Ausland und Ausbau im Inland würde die Schweizerbanken mehr stärken.

  • Känel am 04.02.2020 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich nicht

    Wieso müssen Leute entlassen werden bei 786 Mio GEWINN? 500 Mio jedes Jahr reicht doch. Oder muss die Gier immer unermesslich sein?

    • Arievilo am 05.02.2020 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Känel

      Weil die Strategie es so verlangt. Ein Beispiel aus der Praxis: als damals die AXA die Winterthur Versicherungen der CS abgekauft hat, kam über Nacht die Strategie Namens AXA-Way. Diese besagte, dass AXA jährlich 5% Gewinn erzielen müsse und innerhalb von 5 Jahren in der Schweiz der Versicherer Nr. 1 werden müsse. Innerhalb des 1. Jahres verkaufte AXA damals die Krankenversicherung aus der Übernahme der Winterthur weil diese Gewinne sonst nicht zu erreichen wären. So hat man damals das Gesamtbild beschönigt, um im 1. Jahr nach der Übernahme tiefschwarze Zahlen vorweisen zu können.

    • Jeffrey Spector am 07.02.2020 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Känel

      Gewinn ist das oberste Ziel eines privaten und eines börsenkontierten Unternehmens. Wer das nicht begreift, dem ist nicht zu helfen.

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  • Arievilo am 04.02.2020 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Daniel am 04.02.2020 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bank

    Das wird es in den nächsten Jahren noch bei mehreren Banken geben. Das hat nichts mit oberen Chefetagen zu tun, sondern einfach eine Entwicklung die schon vor längerer Zeit vorausgesagt wurde. Irgendwann werden die Bankgeschäfte mehrheitlich von der künstlichen Intelligenz übernommen. Es wird auch viele sogenannte Topmanager treffen.