Läden machen dicht

18. Januar 2010 14:39; Akt: 18.01.2010 15:37 Print

Puma auf dem Rückzug

Der deutsche Sportartikelhersteller hat sich verspekuliert und schliesst weltweit einen Drittel der Läden. Muss die Schweizer Fussball-Nati um ihren Sponsor bangen?

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Bereits Anfang 2009 musste Puma-Vorstandchef Jochen Zeitz Sparpläne ankündigen. (Bild: Keystone)

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Kurz nach dem Rekordjahr 2008 eine Hiobsbotschaft: Der Sportartikelhersteller Puma schliesst weltweit einen Drittel der Läden, schreibt die französische Zeitung «Le Figaro». Noch im Jahr 2008 vermeldete die zum französischen Luxusgüterkonzern PPR gehörende deutsche Marke einen Rekordumsatz von 2,54 Milliarden Euro.

Fehlinvestments in China und Russland

Der Umsatzhöhenflug verleitete die Marke mit der sprunggewaltigen Raubkatze zu gar übermütigen Sätzen. Die hohen Investitionen in China anlässlich der Olympischen Spiele hätten zusammen mit dem Einbruch des russischen Marktes die Gewinne so weit schmelzen lassen, dass Puma bis 2011 rund 150 Millionen Euro einsparen müsse, so «Le Figaro».

In der Schweiz läufts

Hierzulande bleibt die Traditionsmarke aus dem deutschen Herzogenaurach, notabene Sponsor der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, von Ladenschliessungen verschont. Dies sagt Andreas Schmocker, General Manager von Puma Schweiz, auf Anfrage von 20 Minuten Online. «Es wird kein Laden geschlossen, jedoch auch kein neuer eröffnet», so Schmocker. Puma betreibt in der Schweiz zurzeit lediglich drei Outlet-Läden und einen Monobrand-Store.

Nach den Boom-Jahren habe die Branche nun eine Konsolidierungswelle erfasst, äussert sich Schmocker weiter zum Allgemeinbefinden der Sportartikler. Ob auch die Konkurrenz – allen voran Nike und Adidas – in letzter Zeit zurückkrebsen mussten, dazu äussert sich der Puma-Importeur nicht. Der deutsche Rivale Adidas will laut Sprecherin Ursula Bayer jedenfalls an den vier Standorten (drei Outlet-, ein Monobrand-Store) festhalten. Branchenführer Nike schliesst zurzeit zwar gerade einen Monobrand-Store in Bern, sieht aber keinen Grund für eine negative Markteinschätzung.

«Früher zu wenig sexy»

An der Verkaufsfront gibt man sich bei Puma derzeit zufrieden. Es gehe zwar langsam, dafür aber kontinuierlich aufwärts, sagt der Importeur, auf die von Überschwang geprägten vergangenen Jahre zurückblickend. Gerade im Bereich Lifestyle und bei den in der joggingfreudigen Schweiz wichtigen Laufschuhen seien die Verkaufszahlen «erfreulich». Puma habe an der Basis bei Design und Markenführung aus der Vergangenheit gelernt, «früher waren wir einfach zu wenig sexy», so der Importeur weiter.

Dieses Jahr setzt Puma die Hoffnungen – wie die Konkurrenz – auf die Fussball-WM in Südafrika. Und unterstütze selbstverständlich weiterhin die Schweizer Nationalmannschaft, bekräftigt der Importeur.

(obs/scc)