Geschäftszahlen

21. August 2019 07:02; Akt: 21.08.2019 07:35 Print

Raiffeisen macht 14 Prozent weniger Gewinn

Raiffeisen machte im ersten Halbjahr 355 Millionen Franken Gewinn – das ist weniger als im Vorjahreszeitraum.

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Raiffeisen-CEO Heinz Huber. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Raiffeisen-Gruppe hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient. Die drittgrösste Bankengruppe der Schweiz erklärt dies mit Effekten aus der Neuausrichtung. Unter dem Strich steht ein knapp 15 Prozent tieferer Reingewinn von 355 Millionen Franken, wie Raiffeisen am Mittwoch mitteilte. Auch der Geschäftserfolg, also das operative Ergebnis, nahm um fast 14 Prozent auf 446 Millionen ab.

Zwar waren die Kosten rückläufig, doch die Erträge sanken noch stärker. Zudem seien die Gewinnkennzahlen durch eine erstmalige Abschreibung auf dem neuen Kernbankensystem geschmälert worden. Ausserdem sei es bei den Beteiligungen zu einer Wertberichtigung in der Höhe von 38 Millionen Franken gekommen.

Steigende Einnahmen aus Kerngeschäft

Der Geschäftsertrag sank im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent auf 1,52 Milliarden. Dieser Vergleich enthält aber noch Beiträge der früheren Privatbankentochter Notenstein La Roche, die per 2. Juli 2018 an Vontobel verkauft wurde.

Ohne diesen Effekt habe der Geschäftsertrag nur um 3 Prozent abgenommen, wurde betont. Dieser Rückgang sei insbesondere auf tiefere Beteiligungserträge und auf den Rückgang der anderen ordentlichen Erträge zurückzuführen.

Der Nettoerfolg aus dem wichtigen Zinsengeschäft sei hingegen um 1,1 Prozent gestiegen, und dies «trotz angespannter Margensituation». Auch der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nahm laut den Angaben leicht zu ( 0,4%). Das operative Bankgeschäft habe sich somit positiv entwickelt.

Höhere Kosten im Kerngeschäft

Der Geschäftsaufwand nahm um 6,6 Prozent auf 934 Millionen ab. Ohne Notenstein La Roche stieg er hingegen leicht ( 0,6%), was die Bank mit einem höheren Personalaufwand beziehungsweise Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit dem Sparprogramm erklärt.

Wie die Bankengruppe im April ankündigte, will sie in ihrer Zentrale 100 Millionen Franken einsparen. Fast jede zehnte Stelle fällt dort weg - konkret bis zu 200 der aktuell knapp 2'200 Jobs.

Hypotheken nehmen zu

Die verwalteten Kundenvermögen nahmen gegenüber Ende 2018 um 3,9 Prozent auf 203,7 Milliarden Franken zu. Der Netto-Neugeldzufluss wurde mit 4,9 Milliarden angegeben. Und die Hypothekarausleihungen stiegen um 1,5 Prozent auf 182,2 Milliarden.

Der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte ist vage. Die Bank geht lediglich davon aus, dass der Druck auf die Zinsmargen anhalten wird. Priorität habe ausserdem die Neuausrichtung der Bank. Im ersten Halbjahr seien mit der Vereinfachung der Gruppenstruktur, der Einführung des neuen Kernbankensystems und der Lancierung des Effizienzprogramms schon wesentliche Meilensteine erreicht worden, hiess es dazu.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • toni m. am 21.08.2019 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    es ist kein wunder

    weil Raiffeisen-CEO Heinz Huber 30 Prozent mehr Bonus will ende jahr

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  • verärgerte Kundin am 21.08.2019 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Kunde ist König

    Vielleicht sollte sie in der Filiale Wettingen an ihrer Freundlichkeit gegenüber Kunden arbeiten, da rechnet man mit 45 Min Wartezeit bis man dran ist. Raiffeisenbank ist nicht mehr das wie ich sie früher erlebte.

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  • Alain am 21.08.2019 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Raiffeisen lebt gefährlich

    Raiffeisen fährt eine gefährliche Startegie. Hypothekenwachstum ohne Rücksicht auf die Qualität der Schuldner. Letzte Woche noch eine Kampagne damit die regulierungen gelockert werden sollen. Onkel Subprime aus USA lässt grüssen. Wenn es mal am Immobilienmarkt rumpelt bekommen die ein Problem. Und ich sage ausdrücklich "wenn" es rumpelt, nicht "falls"!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laura am 24.08.2019 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wald-und Wiesenbank

    Die Raiffeisen ist und bleibt eine Wald-und Wiesenbank.

    • Gaudenz am 24.08.2019 07:55 Report Diesen Beitrag melden

      Fachwissen Fehlanzeige

      Kein Wunder, es werden bei der Raiffeisen vorwiegend ehemalige AWD-Mitarbeiter, Teilzeithausfrauen und die Ehefrauen der Geschäftsstellenleiter beschäftigt. Man kennt und schätzt sich auf dem Lande, da sind Fachwissen und Kompetenzen nebensächlich.

    • Helene am 24.08.2019 07:58 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gaudenz

      Ist eben eine Bauernbank, was erwarten Sie?

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  • Paul am 22.08.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn ist doch Gewinn

    Warum um Himmels Willen immer jammern. Da sind ja wohl auch die Saläre der Teppichetage schon bezahlt.

    • Vreni Köppel am 22.08.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul

      Wer jammert? Nur die Medien, sonst niemand. Lesen Sie die Medienmitteilung von Raiffeisen, die sprechen von einem super Abschluss.

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  • Irma La Douce am 22.08.2019 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Die haben die Kleinen Sparer nicht mehr nötig....jene Leute, mit der sie gewachsen sind! Fragten nicht mal nach, WARUM ich das Konto auflöste.....!!!!

    • Fred Frei am 22.08.2019 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Irma La Douce

      5 Milliarden neue Kundengelder, tausende neue Kunden... da sind sie selber Schuld, wenn Sie das Konto auflösen. Warum noch fragen, wenn sie schon den Brief geschickt haben? Entschieden ist entschieden...

    • Larissa M. am 24.08.2019 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      @ Fred Frei

      Privatbank Julius Bär, Netto-Neugeld CHF 6,2 Mrd., Konzerngewinn um 18% gesteigert, geht doch mit Fachwissen und Kompetenz.

    • Hermine am 24.08.2019 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Fred Frei

      Neugelder fliegen mangels Alternativen nur so zu, definitiv keine Eigenleistung. Es werden vorwiegend ehemalige AWD - Mitarbeiter und Teilzeithausfrauen ohne jegliches Fachwissen beschäftigt, sind eben billig.

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  • Max Frei am 21.08.2019 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Leistung Raiffeisen

    Wow, denen läuft es seit über 100 Jahren hervorragend, Jahr für Jahr... bravo!!

  • CHerin am 21.08.2019 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raiffeisen ist ok

    Die Raiffeisen ist für mich, trotz vergangenen Turbulenzen, nach wie vor die vertrauenswürdigste Bank. Abwarten und Geduld haben.

    • Fritz am 24.08.2019 07:48 Report Diesen Beitrag melden

      @ CHerin

      In Sachen Zahlungsverkehr ist die Raiffeisen top, mehr aber auch nicht.

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