SNB warnt

19. Juni 2014 10:37; Akt: 19.06.2014 10:37 Print

Raiffeisen ist ein Risiko für den Hypothekarmarkt

Die Schweizerische Nationalbank SNB drängt zur weiteren Vorsicht am Hypothekarmarkt. Besonders im Fokus steht die Raiffeisen-Gruppe.

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Auf der Suche nach der richtigen Balance: Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds müssten die Banken ihre Risiken am Hypothekarmarkt weiterhin wachsam verfolgen, schreibt die Schweizerische Nationalbank SNB im am Donnerstag publizierten «Bericht zur Finanzstabilität 2014». Die Nationalbank warnt, dass die zwar guten Kapitalausstattungen der Banken über deren effektive Widerstandsfähigkeit täuschen können. Im Fokus stehen die Inlandbanken: Wenn die Zinsen plötzlich wieder hochschnellen würden, seien diese aufgrund ihrer geringen Diversifikation und teilweise lockeren Vergabe von Hypotheken besonders gefährdet.

In diesem Punkt steht insbesondere die Raiffeisen in der Kritik, da das Institut rund 20 Prozent aller Aktiven der inlandfokussierten Banken halte. Die Raiffeisen-Gruppe habe so massiven Einfluss auf die Durchschnittswerte.

«Das Herausstreichen der Raiffeisen als besonders grosses Risiko für den Bankenplatz lässt aufhorchen», schreibt das Finanzportal Inside Paradeplatz am Donnerstag. Dies erhöhe den Druck auf Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, der wegen zu lockerer Hypotheken-Vergabe schon mehrfach kritisiert wurde.

Mehr Kapital bei Grossbanken

Besser weg kommen im neusten SNB-Stabilitätsbericht die Credit Suisse und die UBS. Insgesamt hätten die beiden Schweizer Grossbanken ihre Kapitalsituation im letzten Jahr verbessert. Dennoch drängt die SNB auch die beiden Institute, ihre Widerstandsfähigkeit weiter zu erhöhen. Das Verlustpotenzial sei im Verhältnis zur Kapitalisierung weiterhin substanziell.

Verbessert werden müsse vor allem die Leverage Ratio, also die ungewichtete Kapitalquote. Denn dieser Ansatz gewinne international an Bedeutung, um die Banken nach ihrer Krisenfestigkeit beurteilen zu können. Anders als bei den risikogewichteten Kapitalquoten lägen die Schweizer Grossbanken hier aber nicht über dem Schnitt anderer global tätigen Institute.

(hoy/sda)