Verfahren ausgeweitet

23. Februar 2011 11:45; Akt: 24.02.2011 08:43 Print

Razzia in Büros der Credit Suisse

In Deutschland stehen vier weitere Banker der Credit Suisse im Fokus der Justiz: Auch sie sollen Steuerhinterziehern geholfen haben. Die Fahnder durchsuchten CS-Büros an vier Standorten.

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Seit Deutschland im Frühjahr 2010 ein CD mit Datensätzen der Credit Suisse kaufte, ist die Schweizer Grossbank ständig im Visier der Fahnder. (Bild: Keystone)

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Für die Schweizer Grossbank Credit Suisse B”rsenkurs (CS) wird es in Deutschland immer ungemütlicher. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ihre Ermittlungen ausgeweitet. «Vier weitere Mitarbeiter der Credit Suisse sind zu Beschuldigten geworden», sagte der Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. Am Dienstag seien Beamte zu Razzien in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt und an «zwei kleineren Orten» ausgerückt. Ziel der Durchsuchungen waren laut Möllmann Privaträume und Büros der vier Mitarbeiter gewesen.

Die CS B”rsenkurs-Banker stehen laut Möllmann unter dem Verdacht, als Repräsentanten für die grenzüberschreitende Kundenbetreuung der Bank Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen insgesamt neun CS-Mitarbeiter, darunter ein ehemaliger. Konkret sollen die Mitarbeiter über scheinbare Lebensversicherungen die Identität von Kunden verschleiert haben.

Eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldzahlungen stehe nicht zur Debatte, unterstrich der Staatsanwalt. «Wir sind mitten in den Ermittlungen», betonte er. Ein CS-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, dass Büros durchsucht worden seien. Weitere Kommentare gibt die Credit Suisse wegen der laufenden Ermittlungen nicht ab.

Grossrazzia im Sommer

Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf war eine CD mit illegal beschafften Daten zu deutschen Kunden einer Schweizer Bank, die das Bundesland Nordrhein-Westfalen 2010 gekauft hatte. Gemäss der Staatsanwaltschaft Düsseldorf stammen die Daten von der Credit Suisse.

Als der Kauf des Datenträgers im Februar 2010 intensiv in den Medien diskutiert wurde, zeigten sich tausende Deutsche selbst wegen Steuerdelikten an. Anfang Juli 2010 durchsuchten dann 150 Ermittler sämtliche deutschen Filialen der Credit Suisse.

(sda/sas)