Bierdosen und Kleider

01. November 2018 21:26; Akt: 01.11.2018 21:26 Print

Fakten über Recycling, die Sie noch nicht wussten

Die Schweiz gilt als Vorbild bei der Wiederverwertung von Abfällen. Dazu gibt es eine Reihe von überraschenden Fakten – von ernsthaften bis kuriosen.

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• 654'000 Elefanten
Wie viel die Schweizer privat an Abfall jährlich zum Recycling trennen, lässt sich am Beispiel von Elefanten zeigen: Das Gewicht von Glas, Papier, Elektronikgeräten, Bioabfall oder leeren PET-Flaschen entspricht demjenigen von 654'500 ausgewachsenen afrikanischen Elefantenbullen. Oder 3,3 Millionen Tonnen. Im Jahr 1992 waren es lediglich 1,3 Millionen Tonnen.

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Ist bei Ihnen zu Hause die Glassammlung grösser als die von Papier?

• Wachsender Kleiderberg
Kleider machten 2017 einen Recyclingabfall von 6 Kilogramm pro Kopf aus. 1992 waren es nur 2 Kilogramm. Ob die Verdreifachung daran liegt, dass Kleidung schneller entsorgt und neu gekauft wird, ist unklar. Möglich ist auch, dass die alten T-Shirts oder Hosen früher einfach im Abfall landeten und nicht recycelt wurden.

• Trend zum Dosenbier
Bei Weissblechdosen hat sich die Wiederverwertung in den letzten 25 Jahren nur verdoppelt: Sie stieg von ein Kilogramm auf zwei Kilogramm pro Kopf. Das Sammeln von Aludosen haben die Schweizer dagegen versechsfacht. Das dürfte am Trend zum Bier oder Energydrink aus der Dose liegen. Das Gewicht der zum Recyclen gesammelten Aluverpackungen legte von 0,3 auf 2 Kilogramm zu.

• Top drei
Papier und Karton stehen seit 25 Jahren an der Spitze beim Recycling – zumindest, was das Gewicht angeht: 160 Kilogramm pro Kopf fielen davon im vergangenen Jahr an. Dicht dahinter liegt der Bioabfall mit 154 Kilogramm. Auf Platz drei liegt Glas. Dort kommen die Schweizer aber lediglich auf 43 Kilogramm.

• Wohlstandsabfall
Der anfallende Abfall hängt stark vom Wirtschaftswachstum ab. Die Kehrichtmenge hat sich parallel zum Bruttoinlandprodukt entwickelt: Brummt die Wirtschaft, wird mehr Abfall produziert.
Ziel ist es jedoch, dies zu ändern.

• Abfallvermehrung
Der Abfall wächst in der Schweiz schneller als die Bevölkerung: Die Zahl der Einwohner in der Schweiz ist in den letzten 25 Jahren von 6,9 Millionen auf 8,4 Millionen gewachsen. Das ist ein Anstieg um gut 20 Prozent. Die Abfallmenge ist in derselben Zeit um 50 Prozent gestiegen (von 4,1 Millionen Tonnen im Jahr 1992 auf 6 Millionen Tonnen im Jahr 2017). Das Recycling stieg um 105 Prozent: von 190 auf 390 Kilogramm pro Kopf.

• Steigender Nutzen
Dass Recycling die Umwelt schont, ist klar. Aber wie stark? Die Wiederverwertung von Abfällen spart in der Schweiz so viel Umweltbelastung, wie 65 Prozent des landesweiten Heizölverbrauchs generieren. Das ist so viel, wie 12 Millionen Ölfässer fassen.

• Bauabfälle
Die meisten Schweizer stellen einmal pro Woche ihren Abfallsack vor die Tür. Was die Kehrichtabfuhr abholt, macht aber nur ein Viertel des in der Schweiz anfallenden Abfalls aus. Das meiste, nämlich 65 Prozent, sind Bauabfälle. Dazu gehören etwa Beton oder Backsteine. Zehn Prozent machen Sonderabfälle aus, beispielsweise Lösungsmittel, Altöl, alte Farbe oder ungebrauchte Medikamente. Insgesamt fallen pro Jahr rund 25 Millionen Tonnen Abfall an – ohne Aushubmaterial.

• Wirtschaftsfaktor
Recycling spart Material. Das lässt sich auch in Geld beziffern: Durch den Einsatz von recycelten Rohstoffen wird Neumaterial im Wert von rund 1,4 Milliarden Franken pro Jahr eingespart (auf Basis der Preise von 2017).

• Kosten pro Kopf
Recycling kostet aber auch. Allerdings haben die Kosten für die Wiederverwertung von Haushaltsabfällen in den letzten Jahren abgenommen. Im Schnitt zahlt jeder in der Schweiz jährlich 63 Franken, etwa in Form von vorgezogenen Recyclingbeiträgen und -gebühren. Sie fallen zum Beispiel beim Kauf von Elektronikgeräten ab. Bezahlt fürs Recycling wird auch durch direkte Gebühren, etwa für die Grünabfuhr.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wyzard am 01.11.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Einfach nichts wirklich Neues, keinerlei Erkenntnis einfach völlig liebloser Artikel, der irgendwie an eine Abschlussarbeit einer Journalistenlehre erinnert. Ich musste es machen, also machte ich es.

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  • max62 am 01.11.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört auf

    Mit den doofen Gewichtsvergleichen. Bei der Schulbildung hier kann jeder Mensch mit normalen Gewichtsangaben umgehen.

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  • Mr. Jister am 01.11.2018 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echtes Bier...

    ...trinkt man aus Glasflaschen, nicht aus Dosen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ueli am 05.11.2018 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bild 5 - made my Day!

    Nach dem genderwütigen gefallenssüchtigen beitrag zu den bösen sexistischen Postkarten bringt ihr hier einen Elefantenbullen (mit Stosszähnen), der mit einer nicht in Gewicht bezeichneten Elefantenkuh von 1992 verglichen wird. Recycling ist also eine männliche Sache? Naja, wenn man überall eh 50% der Rohdaten weglässt, kann man berichten was man will. Schliesslich konnte mit ganz vielen Schätzungen exakt 46-Komma-7 KW/h gespart werden.

  • Teutates am 03.11.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Interessante Aufstellung!

    Aber leider völlig nutzlos! Was wollt ihr uns damit sagen?

  • Franz am 03.11.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wer mag das schon hören..

    Der Beste Umweltschutz ist wenn man auf Kinder verzichtet. Aber sagen sie das mal einem jungen Paar das gerade so stolz auf ihren Nachwuchs ist....

    • baba am 03.11.2018 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      zu einfach

      jaja es ist halt immer einfacher den anderen zu sagen was sie falsch machen als sich selbst zu ändern und zu verbessern....

    • ..,bin gerade stolz auf mein Baby, sorry am 03.11.2018 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Franz

      ...warum muessen CH Buerger auf Nachwuchs verzichten?..., dass wir noch mehr importieren koennen?..., schaut endlich mal die richtigen Probleme an hier..., in unserer Heimat!

    • Soraya am 03.11.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franz

      Und wenn Ihre Eltern so gedacht hätten wie Sie, hätte es ein Negativdenker weniger auf Erden, welcher die Rente (mal) bezieht, welche unsere Nachkommen für uns bezahlen!

    • Bravo am 05.11.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @..,bin gerade stolz auf mein Baby, sorry

      Und eines ist sicher..die Schweiz..ja die ganze Welt braucht gut erzogen Kinder.. die der Schweiz ..der Welt dienen..(gewillt sind zu Arbeiten..) aber das erarbeitete auch Genissen können..das Miteinander teilen..das geben und nehmen pflegen..denn so ist das Leben heute noch lebenswert..und schön..!

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  • Thomas am 02.11.2018 18:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rückständig!

    Es ist mir ein Rätsel wieso wir noch keine Wertstoff Tonne wie in Deutschland haben. Sind wir so Rückständig? Wir verbrennen nach wie vor zu viel Plastik statt zu sammeln!

    • reto am 03.11.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      schon aber

      bei uns wird Plastik verbrannt das stimmt, aber die Wärmeenergie wird auch wieder genutzt und verpufft nicht einfach

    • Gitte am 03.11.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Auch in Deutschland wird viel getrennter Abfall verbrannt

    • Iriana am 03.11.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Es muss eben auch effizient sein und man muss Firmen als Abnehmer haben, die es wiederverwerten können. Ich weiss nicht was man in Deutschland damit macht. wäre mal interessamt es rauszufinden!

    • Iriana am 03.11.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gitte

      Ja eben das vermutete ich! Nur um in der Kehrichtverbrennung zu landen,! müssen wir es nicht separat sammeln!

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  • a. the. ist am 02.11.2018 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weihnachts Müll

    Stellt euch vor, Weihnachten würden abgeschafft. So viele Elefanten gibt es gar nicht, um auf der anderen Seite der Waage mit dem Weihnachtsmüll, inklusive Prospekte, zu sitzen. Aber das will niemand laut sagen.

    • Pauline Jg 36 am 02.11.2018 16:39 Report Diesen Beitrag melden

      Kinder

      Wir lassen die Geschenke weg. Nur kleine Kinder erhalten noch ein Päckli. So ist Weihnachten unbeschwert und kein Gschenke-Rummel. Wir feiern mit einem guten Essen und einem gemütliches Zusammen-Sitzen.

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