«Zumutbar für KMU»

09. Februar 2020 19:52; Akt: 09.02.2020 19:52 Print

Regazzi kämpft für 2 Wochen Papi-Zeit

Zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind zumutbar, findet der Tessiner CVP-Nationalrat Fabio Regazzi. KMU müssten die Kosten akzeptieren.

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«Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub ist für die KMU zumutbar», findet der Tessiner CVP-Nationalrat und Kandidat für das Präsidium des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGB) Fabio Regazzi.

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Auch er habe sich anfangs nicht für die Idee von zwei Wochen Vaterschaftsurlaub erwärmen können, sagte Regazzi in einem Interview mit der Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Heute denke er jedoch, dass dies für die KMU «angemessen und zumutbar» sei.

Natürlich werde ein solcher Vaterschaftsurlaub Kosten für die Unternehmen verursachen. Aber dies sei «ein Opfer, das die KMU akzeptieren müssten». Zudem würden die Abwesenheiten der frischgebackenen Väter dadurch kompensiert, dass heute viel weniger der jungen Mitarbeiter Militärdienst leisteten.

Im SGV gebe es unterschiedliche Meinungen zu dem Thema - die Position sei weniger klar als man vielleicht denke. Insbesondere von Seiten der Westschweizer KMU sei die Unterstützung für den Vaterschaftsurlaub zu spüren. Es brauche noch Diskussionen aber «die Mehrheiten können ändern», sagte Regazzi.

Wichtiges gesellschaftliches Anliegen

Das Stimmvolk wird über die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs entscheiden müssen. Das Referendum gegen die entsprechende Änderung des Erwerbsersatzgesetzes war diese Woche zustande gekommen.

Nach Ansicht Regazzis sollte sich der SGV nicht gegen den Vaterschaftsurlaub engagieren. «Das wäre ein strategischer Fehler.» Man müsse der Realität ins Auge schauen: In der heutigen Gesellschaft sei der Vaterschaftsurlaub ein wichtiges Anliegen.

Regazzi soll Präsident des SGV werden. Die Gewerbekammer - das Verbandsparlament - hat ihn für das Präsidium nominiert. Gewählt werden soll Regazzi am 29. April am Gewerbekongress in Freiburg.

Allerdings ist der Unternehmer aus dem Locarnese nicht der einzige Kandidat. Die Thurgauer SVP-Nationalrätin Diana Gutjahr hat sich ebenfalls für das SGV-Präsidium zur Verfügung gestellt. Ob sie am Gewerbekongress gegen Regazzi antritt, ist noch offen. Gutjahr gehört zum Referendumskomitee gegen den Vaterschaftsurlaub.

(fpo/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Snuggles am 09.02.2020 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So wie es ist...

    Lasst gut sein. Wir leben in der schweiz, will heissen: wir arbeiten gerne 50h pro woche, sind mit 4 wochen urlaub im jahr rundum zufrieden und uns reicht auch ein einziger tag papa-urlaub. Wie man das leben geniesst, wissen wir nicht. Aber wir sind glücklich so und werden an unseren sturen regeln auch nichts ändern. Wem's nicht passt soll auswandern *ironie off*

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  • Sin am 09.02.2020 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach machen

    Wir haben dieses Jahr in unserem Betrieb unkompliziert einen 2-wöchigen Vaterschaftsurlaub eingeführt (Bedingung, das Paar lebt auch tatsächlich zusammen).

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  • Inpat am 09.02.2020 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar

    Wer Vaterschaftsurlaub mit Ferien am Strand o.ä. vergleicht, hat sicher keine Kinder. Mein Arbeitgeber gab 1 Woche und 2 habe ich selber bezogen. War toll von ihm und für mich ok. Aber für die Mutter und als Familie gibt es nichts besseres, als wenn der Vater die erste Zeit auch mit ihnen verbringen kann. Ich werde auch nicht mehr davon profitieren, unterstütze aber diese 2 Wochen voll. Wenn ich denke, dass ich summiert ein ganzes Jahr im Militär verbrachte, dann ist das ein Klacks.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Politiker Für Nichts am 14.02.2020 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer für sich

    Lieber Nationalräte, kämpft für die Einwohner der Schweiz und nicht für euer Portemonnaie, es gibt viele andere, wichtigere Probleme, wofür man sie gewählt hat

  • Sandrine am 13.02.2020 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jahrelang!

    Ist es euch lieben Vätern bewusst, dass Kinder 10, 16 oder sogar länger betreut werden müssen?! Reduziert endlich eure Arbeitszeit, dann könnt ihr euch in der Betreuung wirklich nützlich machen - jahrelang!

  • Andreas Pfister am 12.02.2020 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    WK mit Elternzeit ersetzen

    Man sollte die EO-Gelder für sinnlose WKs streichen. Stattdessen obl. Militär- oder Zivildienst am Stück für alle nach Abschluss einer Schweizer Erstausbildung nur mit Sold, NK, Kost& Logie einführen (etwas für die Ausbildungskosten dem Land zurückgeben). Mit den eingesparten EO-Geldern könnte ohne Mehrkosten Elternzeit im selben Umfang wie die grünen Ferien einführen, was wohl den grösseren gesellschaftlichen Mehrwert brächte...

  • Realist am 12.02.2020 01:10 Report Diesen Beitrag melden

    Reguläre Ferien einplanen

    Mehr braucht es nicht.

    • Mann am 12.02.2020 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Einverstanden

      Wenn eine Frau ein Kind von einem Mann bekommt, der nicht gewillt ist, seine regulären Ferientage für die Papi-Zeit einzuplanen, hat sich diese wohl den falschen Partner ausgesucht.

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  • Mutter am 11.02.2020 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Babyzeit

    Das Baby selbst braucht in dieser Zeit nur die Mutter. Wenn eine Mutter diesen Anforderungen nicht gewachsen ist, soll sie schauen, dass keine Schwangerschaft eintritt.

    • Realist am 11.02.2020 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Papi-Urlaub = keine unnötigen Konflikte

      Häufig ist ja auch noch die Schwiegermutter bei ihrer Tochter mit Baby. Da kann der Papi des Kindes ruhig arbeiten gehen. Sonst wird er nur herumkommandiert.

    • alice am 12.02.2020 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Hife Holen

      das ist nicht so wenn eine Mutter nicht klarkommt dann gibt es die Spitex oder die Hebamme hilft weiter das die Mutter meistens sehr Jung sich daran Gewönen kan dass ein Baby ein 24 Stunden Job ist und nicht einfach abgestellt werden kann also Hilfe holen es wird auch grosszügig Bez. von K.k

    • Juliana am 13.02.2020 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Babyzeit ist Mama+Papa

      sorry aber unter Partnerschaft verstehe ich, dass auch der Papi Zeit mit seinem Baby verbringen kann. Er kann das Kind abgesehen vom Stillen nämlich auch ganz wunderbar versorgen. Das Baby braucht die Mutter nur zum Stillen, sonst ist es ganz zufrieden auch vom Papi gehätschelt zu werden, ES macht keinen Unterschied den machen nur wir. Ich jedenfalls bin froh sieht mein Partner das auch so und ich muss nicht beweisen das ich es besser kann, Papi kann das genau so gut!

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