Geldanlage

04. Dezember 2015 16:46; Akt: 04.12.2015 16:46 Print

Reich werden mit Google-Auswertungen

Google, Facebook und Twitter können nützlich sein, wenn es ums Geldanlegen geht. Das glaubt der grösste Vermögensverwalter der Welt.

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Das Hauptquartier von Blackrock in New York. (Bild: Keystone/AP/Mark Lennihan)

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Die Firma Blackrock kennt kaum ein Bürger – aber jeder Konzernmanager. Mit 4,1 Billionen Dollar Vermögen und Aktien von unzähligen Grossunternehmen aus aller Welt ist Blackrock der Gigant der Finanzwelt und gilt als einflussreichste Fondsgesellschaft.

Damit dies so bleibt, hat der grösste Vermögensverwalter der Welt eine Spezialeinheit aufgebaut, die den Traum vom ständigen Börsengewinn wahr machen soll, schreibt die FAZ.

Ziel ist es, in jedem Moment Geld zu verdienen, egal, ob die Börsenkurse gerade fallen oder steigen. Algorithmen, also Computerformeln, programmiert und ausgewertet von 90 Mitarbeitern, die Blackrock eigens dafür angestellt hat, sollen dies möglich machen.

Sekündlich bei Google

Die Programme durchforsten die Social-Media-Plattformen Facebook, Twitter und Co., aber auch Google. So soll rechtzeitig gekauft oder verkauft, Gewinne eingestrichen oder Verluste vermieden werden. Wird in der Suchmaschine ein Begriff überdurchschnittlich oft gesucht, gelte dies als Indiz für einen neuen Trend. In die Aktie der Firma zu investieren, die dieses Produkt herstellt, sollte sich also lohnen.

Als negativ interpretieren es die Blackrock-Spezialisten dagegen, wenn eine Aktie zu häufig in speziellen Anleger-Foren im Internet genannt wird. Dann hat, so ihre Interpretation, eine zu grosse Zahl von Investoren bereits von der Aktie gehört, ihr Kurspotenzial ist also möglicherweise ausgereizt.

Wie ein Hedgefonds kann Blackrock dabei auf steigende und auch fallende Kurse setzen und theoretisch an jeder Kursbewegung verdienen. Ob die Bemühungen fruchten, lässt sich in einem internen Blackrock-Report überprüfen. 2013 soll das Plus 18 Prozent, im darauffolgenden Jahr 4 Prozent und 2015 bislang 3,5 Prozent betragen haben. Trotzdem ist Simon Weinberger von Blackrock Europa, von seiner Strategie überzeugt: «Wir erarbeiten uns einen Informationsvorsprung gegenüber anderen Investoren, der sich in höheren Erträgen auszahlen soll.»

Exorbitant teuer

Blackrock gab dem Datenanalysesystem den Namen Aladdin. Es besteht aus einem Heer von Analysten und rund 5000 Grossrechnern, verteilt auf vier Rechenzentren, deren Standorte geheim sind und die 200 Millionen Kalkulationen pro Woche ausführen. Intern wird es eine Art Kernspintomografie für die Anlageportfolios genannt.

Doch die Strategie ist teuer. Anleger müssen für den Fond fast zwei Prozent laufende Gebühren zahlen und beim Erfolg fast 30 Prozent. Diese werden dann fällig, wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung erzielt als der Geldmarktzins Libor. Das Analysehaus Morningstar kritisiert denn auch die «exorbitant hohen Gebühren».

(cls)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Matratze am 04.12.2015 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wollen alles beherrschen und wissen

    lasst am Besten die Finger davon, denn es hat sich bis heute gezeigt, dass meistens die anderen das grosse Geld machen und nicht der Kunde.

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  • Kaleidoskop am 04.12.2015 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es nicht paradox?

    Wir lassen uns mit dem Überschuss, den wir alle selbst erwirtschaftet haben, versklaven!

  • Angestellter am 04.12.2015 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Perpetuum Börsile

    Wenn alle verdienen wenn die Titel fallen, dann woher kommt dann bitte das Geld, EZB, FED, Steuern?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni am 08.12.2015 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ich als Unternehmer Finde

    Auch BlackRock wird seine Krise irgendwann kriegen. Wer spekuliert wird irgendwann Verlieren die Frage ist Wann und Wieviel. Ich werde in keinen Fonds investieren ausser in ein Fondue:)

  • Willy Weber am 07.12.2015 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wer bezahlt das?

    Das Internet ist ja nicht Gratis und auch Google muss sein Geld mit Werbung verdienen. Also zahlen wir am Schluss für die Gewinne von Blackrock? Das kann's doch nicht sein, oder? Google sollte denen eine dicke Rechnung schicken! Dann würde es denen auch vergehen.

  • MadChengi am 07.12.2015 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Google & FB = CIA

    Blackrock ist eine Global-Krake und arbeitet fleissig mit an der Enteignung der Bürger weltweit! Das Ziel eine Elite im Luxus - ein Vok im Sozialismus! (Gruss an Philip Hildebrandt ex SNB jetzt Abzock bei Blackrock)

  • MadChengi am 07.12.2015 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Prognose

    Wissenschaftler wussten es schon länger - aber jetzt ist es raus = 2016 wird ziemlich sicher ein Schaltjahr. Neueste Berechnungen von Experten haben ergeben, dass 2016 ein Tag mehr enthalten wird! Diese sensationelle Nachricht ereilte die Redaktion gestern Abend um...jetzt halten sie sich fest 20.16h - Dies wird schon jetzt vom Hof-Propheten des zukünftigen Reichs-Kaiser als gutes Omen verstanden....der zusätzliche Tag wird vermutlich zum totalen Crash führen....oder

  • Reto Signorell am 06.12.2015 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schliesst endlich dieses Spielcasino/Wettbüro!

    Der ganze Börsen-Spielcasino-der Reichen und Superreichen-Betrieb sollte umgehend für immer eingestellt werden! Die Börse hat ihren Sinn verloren und dient nur noch als Spielcasino und Wettbüro!

    • Supermario am 07.12.2015 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Nur zu

      Dann kannst Du auch gleich Deine PK und im Prinzip die ganze Wirtschaft "schliessen". Viel Spass im neuen Mittelalter!

    • martin am 07.12.2015 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      Regeln anpassen

      Automatisierte Investments welche an und wieder verkaufen im Millisekundenbereich sollten verboten werden. Minimale Haltezeiten von 24h würden schon viele dieser Spiele abschalten. Und gleichzeitig eine Kaufsperre von 7 tagen nach dem verkauf. Die Firma sollte eine gewisse Sicherheit haben über ihre Investoren. Das ganze etwas entschleunigen. dann wird wieder etwas mehr nachgedacht.

    • Reto Signorell am 07.12.2015 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Das kannst Du in Deinem Prinzip ganz bestimmt!

    • Reto Signorell am 07.12.2015 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @martin

      Dem könnte ich so zustimmen. Wenn noch auf Spekulationen mit Lebensmitteln verzichtet würde.

    • Börsen Aufsicht am 07.12.2015 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Das meiste Geld der PK ist eh in Immobilien angelegt. Schließung der Börse wäre diesbezüglich kein grosser Verlust, aber es gibt natürlich schon Firmen, die sich so finanzieren, aber andererseits gibt es heutzutage auch noch andere Optionen wie Crowd Funding. Grundsätzlich wird aber viel zu viel manipuliert an der Börse. Da müsste man mal einen Riegel schieben.

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