Drohende Staatspleite

18. September 2011 22:30; Akt: 18.09.2011 22:30 Print

Rettungsaktion für Griechenland verschoben

von Philipp Dreyer - Griechenland muss weiter auf die lebensnotwendige Kreditspritze warten. Die Zitterpartie dauert bis mindestens 14. Oktober.

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Aus Protest verbrennt ein Grieche einen 10-Euro-Schein. (Bild: Reuters)

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Alarmierende Nachrichten aus Athen: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpfte im ­zweiten Quartal um 7,3%. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte am Wochen­ende überraschend seine geplante Reise in die USA ab. Dort wollte er sich mit IWF-Direktorin Christine Lagarde treffen. Die Absage seiner Reise hänge damit zusammen, dass der Präsident sich auf die nötigen Reformen konzentrieren müsse, teilte sein Büro mit. Zuvor war die für heute in Athen erwartete Ankunft der Experten von EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) ein zweites Mal aufgeschoben worden.

Über die Auszahlung der nächsten lebensnotwendigen Kreditspritze entscheiden die EU-Finanzminister erst Anfang Oktober. Der konkrete Termin für die Auszahlung wurde auf den 14. Oktober verschoben.

Ulrich Kohli, Wirtschaftsprofessor an der Universität Genf, sieht für die Verzögerung zwei mögliche Gründe: «Entweder wollen die EU-Minister weiter Druck auf Griechenland ausüben, oder sie sind sich untereinander nicht einig.» Ist Letzteres auch im Oktober noch der Fall, sind die Folgen gravierend: «Ohne die Auszahlung der acht Milliarden Euro droht Griechenland die Pleite.»

Immer mehr Politiker dürften allerdings genau dies – den Konkurs Griechenlands – favorisieren. Vorher müssten sich die Banken einem erneuten Stresstest unterziehen – ob sie einen Totalausfall griechischer Anleihen verkraften würden.

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