Wir haben’s erfunden

26. Oktober 2009 17:19; Akt: 26.10.2009 21:51 Print

Ricolas Erfolg wird 80

Mit den bernsteinähnlichen Kräuterbonbons feiert Ricola nächstes Jahr das 80-jährige Bestehen. Neben Nestlé, UBS und Victorinox gehört Ricola zu den bekanntesten Schweizer Marken. Auch die Krise kann diese Erfolgsstory nicht bremsen.

Fehler gesehen?

Seit 1930 produziert das Basler Familienunternehmen die erfolgreichen Ricola-Produkte und exportiert sie in die ganze Welt. Im vergangen Jahr erwirtschaftete der Weltmarktführer im Bereich Hustenbonbons einen Umsatz von 305 Millionen Franken. Mit dem Geschäftsergebnis für das laufende Jahr ist das Unternehmen laut dem Präsidenten des Verwaltungsrates, Felix Richterich, relativ zufrieden: «Auch der Verkauf unserer Produkte ist konjunkturabhängig. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind wir aber weiterhin zuversichtlich.»

Exporte machen Branche froh

«Der Markt in der Schweiz ist nur leicht geschrumpft. Bei den Exporten verzeichnen wir hingegen gar ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr», sagt der Finanzchef der Halter Bonbons AG Reto Pirotta. Daher blicke das Unternehmen aus Beinwil am See auch zuversichtlich in die Zukunft. Halter verkauft vor allem in die grösseren EU-Länder. Besonders attraktiv sei unter anderem auch der "Middle-east"- Markt. «Wir sind in Märkten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten gut etabliert. Diese Region gilt als krisenresistent», sagt Pirotta.

Gehustet wird meist im Winter

Ricola sah sich lange hohen saisonalen Schwankungen ausgesetzt. In den Sechzigern und Siebzigern «lebte» das Unternehmen vor allem von Hustenbonbons. Im Winter stiegen folglich die Umsätze, im Sommer brachen sie jeweils ein. Das Problem wurde mit einer Ricola-Sommervariante gelöst – eine Bonbons aus Zitrusfrüchten.

In den Neunzigerjahren setzte das Alpenimage Staub an und wurde zum Problem. Ricola entwickelt mit Hilfe der deutschen Agentur Jung von Matt eine neue Kampagne. «Wer hat’s erfunden? Die Schweizer» ist mittlerweil ein bestens etablierter Werbeslogan. Bis heute wurden zehn Variationen des Spots produziert.

Kaugummi Tee

Auch gegen die Krise hat Ricola ein Rezept: «Wir müssen weiterhin innovativ sein», sagt Richterich, und meint damit die Erweiterung der Produktpalette. Vor etwa einem Jahr lancierte das Familienunternehmen Kaugummis auf dem Testmarkt Schweiz. «Wir sind mit den Erfahrungen, die wird mit den Kaugummis gemacht haben zufrieden. Ein Verkauf in andere Ländern ist noch nicht vorgesehen», sagt Richterich. Neben den Bonbons und Kaugummis zeigt sich die Kräuterkompetenz auch in weiteren Produkten. So verkauft das Basler Unternehmen auch verschiedene Kräutertees.

Das Ziel für das Jubiläumsjahr umschreibt Richterich so: «Wir wollen weiter internationale Märkte erschliessen». Zurzeit arbeite man am Vorstoss in den asiatischen Raum. Schon jetzt ist der Export für die Basler entscheidend - 80 Prozent des Umsatzes werde im Ausland erzielt. Die vier grössten Märkte für Ricola sind laut Richterich Deutschland, Frankreich, die USA und die Schweiz.

(zac/scc)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien