Industrie

22. März 2011 07:25; Akt: 22.03.2011 10:43 Print

Rieter-Konzern wird aufgeteilt

Rieter teilt den Konzern in das Textilmaschinengeschäft und die Autozulieferer-Sparte auf. Noch fehlt jedoch die Zustimmung der Generalversammlung.

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Der Winterthurer Rieter-Konzern spaltet sich auf. Während das Textilmaschinengeschäft unter dem traditionsreichen Namen Rieter weitergeführt wird, soll schon Mitte Mai aus der in den 80er Jahren erworbenen Autozulieferer-Sparte das neue börsenkotierte Unternehmen Autoneum entstehen.

Die Aufteilung werde keinen Stellenabbau verursachen, teilte der Rieter-Konzern am Dienstag mit. Die Generalversammlung vom 13. April muss den Schritt genehmigen. Die Grossaktionäre und Rieter- Verwaltungsräte Peter Spuhler und Michael Pieper sind dafür.

Alle Aktionäre erhalten durch die Aufteilung eine Sonderdividende. Spuhler und Pieper gewähren der neuen Autoneum ihrerseits ein Darlehen von 12,5 Mio. Franken. Das Unternehmen wird wie bisher als Teil des Rieter-Konzerns Lärm- und Hitzeschutztechnologien für Autos entwickeln und herstellen.

2010: Erwartungen übertroffen

Derweil ist der Konzern Rieter im vergangenen Jahr in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Das Unternehmen hat 41,6 Mio. Fr. verdient und übertrifft damit die Erwartungen der Experten. Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Experten hatten im Schnitt ein Ergebnis von gut 26 Mio. Fr. vorausgesagt. Eine Dividende für 2010 schüttet Rieter aber nicht aus.

Damit sind die schweren Folgen der Wirtschaftskrise für das Traditionshaus überstanden. Rieter war schon 2008 von der Krise erfasst worden und schrieb in jenem Jahr 397 Mio. Fr. Verlust. Trotz des Abbaus Tausender Stellen wartete der Konzern auch 2009 noch mit einem Minus von 218 Mio. Fr. auf.

Umsatzsprung

Das Betriebsergebnis für 2010 beträgt 98 Mio. Franken, nach einem Verlust von 186,6 Mio. Fr. im Vorjahr. Die bessere Konsumentenstimmung in Europa und Nordamerika, aber vor allem auch die boomenden asiatischen Märkte haben Rieter vorangezogen. Erwartunggemäss spürte der Konzern aber den starken Franken.

Zahlen, welche seine Erholung belegen, hat das Unternehmen schon im Februar bekannt gegeben: So kletterte der Auftragseingang um fast zwei Drittel auf 3,17 Mrd. Franken. Der Umsatz stieg um knapp ein Drittel auf 2,59 Mrd. Franken.

Rieter-Nachfolger werden Sitz in Winterthur haben

Der künftige Textilmaschinenkonzern Rieter und der Autozulieferer Autoneum, die aus dem heutigen Rieter-Konzern hervorgehen sollen, werden ihren Sitz in Winterthur haben.

Die Forschung und Entwicklung der Auto-Sparte seien heute schon in Winterthur, sagte Verwaltungsratspräsident Erwin Stoller am Dienstag im Gespräch mit den Medien. Ein Schliessung des Autozuliefer-Werks Sevelen SG sei nicht vorgesehen. Rieter habe dort vor kurzen noch beträchlich investiert.

Rieter und Autoneum seien nach der geplanten Aufspaltung rein auf ihre Kerngeschäfte ausgerichtete Unternehmen. Für beide Unternehmen bestünde aber die Möglichkeit, Zukäufe zu tätigen und so zu wachsen.

Börse reagiert

An der Schweizer Börse stieg das Wertpapier des Winterthurer Industriekonzerns auf den höchsten Kurs seit mehr als 3 Jahren. Die Rieter-Aktien lagen zwischenzeitlich bei 403 Franken und damit 7,9 Prozent im Plus. Der Titel hat danach einen Teil seiner Gewinne aber bereits wieder abgebaut.

(sda)