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13. Mai 2009 10:25; Akt: 13.05.2009 10:33 Print

Rigoroses Sparprogramm bei AZ Medien AG

Die AZ Medien AG hat 2008 zum zweiten Mal in Folge einen Gewinneinbruch erlitten. Der Gewinn sackte um 89 Prozent auf 1,2 Millionen Franken ab. Verleger Peter Wanner hat dem Unternehmen nun ein rigoroses Sparprogramm auferlegt.

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Das Medienunternehmen will auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten. Das Geschäftsjahr sei «unbefriedigend verlaufen», sagte Verleger Peter Wanner in einem Interview mit der AZ vom Mittwoch. Gründe seien die Wirtschaftskrise und der Einbruch bei den Inserateeinnahmen.

Auf das Geschäftsergebnis drückten auch die Kosten des im September 2007 lancierten «Sonntag» sowie die Projektkosten der Online-Plattform «a-z.ch», wie die AZ Medien in einem Communiqué mitteilten. 2007 war der Gewinn 24,2 Prozent eingebrochen.

Die Zeitungsverlage erzielten 2008 einen Betriebsertrag von 119,1 Mio. Franken. Dies entspricht einem Anteil 59 Prozent am praktisch konstanten Gesamtbetriebsertrag von 201,2 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis fiel um 67,4 Prozent auf 2,6 Mio. Franken.

Beim Regionalfernsehen Tele M1 liegt das Ergebnis unter den Erwartungen, wie es hiess. Das Medienunternehmen hatte bereits 2008 mit Gebührengeldern gerechnet. Wegen einer mittlerweile erledigten Einsprache kam es zu Verzögerungen. Radio Argovia erzielte dagegen ein gutes Resultat.

Sparprogramm eingeleitet

Um das Betriebsergebnis zu verbessern, beschloss das Unternehmen «einschneidende Sparmassnahmen» und einen Personalabbau. Ende 2008 beschäftigten die AZ Medien 809 Mitarbeitende. Dies entspricht 643 Vollzeitstellen.

Bei der «Basellandschaftlichen Zeitung» (bz) und der «Solothurner Zeitung» (SZ) wurde gemäss Wanner ein «rigoroses Sparprogramm» eingeleitet. Genauere Angaben machte er nicht. Beide Titel gehören zum Verbund «Mittelland Zeitung» (MZ). Die AZ Gruppe übernahm die SZ und ihre Kopfblätter rückwirkend auf den 1. Januar 2009 zu 100 Prozent.

Wanners Sohn im Verwaltungsrat

Wanner rechnet mit Einsparungen von einem «höheren einstelligen Millionenbetrag». Ziel sei es, im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen, sagte der Verleger. Die AZ Medien seien mit einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent solide finanziert.

Wegen des eingebrochenen Gewinns beantragt der Verwaltungsrat, für 2008 keine Dividende zu bezahlen. Neu in den Verwaltungsrat gewählt werden soll Wanners 26-jähriger Sohn Michael. Nachdem Michael Wanner die Studien an der HSG in St. Gallen abschloss, absolviert er derzeit eine Ausbildung beim deutschen Verlagskonzern Gruner&Jahr in Hamburg.

(sda)