Zeitungen in der Krise

12. Januar 2010 15:48; Akt: 12.01.2010 18:03 Print

Ringier entlässt 40 bis 50 Mitarbeitende

Die verschiedenen Publikationen der «Blick»-Familie werden enger zusammenarbeiten, vieles kommt bald aus einer Grossredaktion, dem sogenannten Newsroom. Mit den schlankeren Arbeitsabläufen begründet Ringier eine weitere Streichung von 29 Vollzeitstellen.

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Um die Produkte der Blick-Gruppe hinsichtlich Angebot, Technik, aber auch Ökonomie, in eine sichere Zukunft zu führen, werden die Redaktionen von Blick, SonntagsBlick, Blick am Abend und Blick.ch ab 7. März 2010 in einem Integrierten Newsroom arbeiten. Ziel ist es laut Ringier, dem Medienkonsumenten jederzeit auf jedem Kanal die von ihm gewünschten Inhalte anbieten zu können. Gleichzeitig ermögliche die neue Organisationsform die Auflösung von bestehenden Doppelspurigkeiten. Der grösste Teil der Synergien im Newsroom entfalle auf Produktion, Layout, Bild und Korrektorat und nicht auf die schreibenden Ressorts.

Die Geschäftsleitung lud die Personalkommission im Rahmen des Stellenabbaus über die kommenden vier Wochen zu Konsultativverhandlungen ein, wie der Ringier-Konzern am Dienstag mitteilte. Im Fall von Kündigungen komme ein mit der Personalkommission der Ringier AG verhandelter Sozialplan zur Anwendung.

Die neu integrierten Ressorts werden künftig alle vier Blick-Publikationen beliefern. Die Chefredaktoren von «Blick», «SonntagsBlick», «Blick am Abend» und «Blick.ch» pflegen weiterhin den individuellen Charakter ihrer jeweiligen Publikationen, wie es weiter heisst. In den vergangenen Wochen hätten Chefredaktoren, Ressortleiter und Projektteam die Arbeitsabläufe und das Zusammenspiel zwischen den Ressorts überarbeitet und angepasst. Auf diese Weise habe die Anzahl der im Integrierten Newsroom benötigten Mitarbeitervollzeitstellen definiert werden können. Auf Anfrage war aber keine Zahl über die künftig im Newsroom beschäftigten Mitarbeitenden erhältlich. Dies könne erst im Februar bekannt gegeben werden.

40 bis 50 Menschen betroffen

Gemäss einer Rechnung der Gewerkschaft impressum sind vom Stellenabbau 40 bis 50 Menschen betroffen. Mit dem «überstürzten massiven Abbau» kommuniziere Ringier das pure Gegenteil, von dem was Konzernchef Marc Walder bei der Einführung des Blick Newsrooms versprochen habe; dieser sollte keine Sparübung werden.

Laut impressum entfallen 46 Prozent des Abbaus auf schreibende Journalistinnen und Journalisten. Die Gewerkschaft befürchtete, dass mit dem Stellenabbau der Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enorm wachsen werde. Sie unterstützte ein von der Ringier Personalkommission gefordertes sechsmonatiges Entlassungsmoratorium und forderte einen deutlich verbesserten Sozialplan.

(sda/ap)