Betreibungen

13. April 2015 20:18; Akt: 13.04.2015 20:52 Print

Romands haben schlechte Zahlungsmoral

5,5 Prozent der Schweizer Privatpersonen haben Betreibungen am Hals oder müssen sich mit Verlustscheinen herumschlagen. Die kantonalen Unterschiede sind enorm.

storybild

Gemessen an der Einwohnerzahl zählt der Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Personen, die mit einer Betreibung konfrontiert sind. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zahlt ein Schuldner eine Rechnung trotz wiederholter Mahnung nicht, riskiert er eine Betreibung durch den Gläubiger. Die Häufigkeit solcher Verfahren ist aber nicht in allen Landesteilen gleich gross, wie eine Analyse der Wirtschaftsauskunftei Crif zeigt, die der NZZ vorliegt. Ausgewertet wurden Angaben aus der kostenpflichtigen Datenbank Teledata.

Am vollsten sind die Betreibungsregisterauszüge in der Westschweiz, die schlechtesten Zahler wohnen in den Kantonen Neuenburg und Genf. Hier beträgt die sogenannte Schuldnerquote 9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das ist annähernd doppelt so hoch wie der schweizweite Mittelwert von 5,5 Prozent. Überdurchschnittlich schlecht ist die Zahlungsmoral auch in Basel-Stadt, dem Kanton Waadt oder dem Tessin.

Gezählt wurden sämtliche Privatpersonen, die über Betreibungen ab dem sogenannten Fortsetzungsverfahren verfügen. Will heissen: Es geht um gerechtfertigte Forderungen, weil diese von einem Gericht bestätigt worden sind. Einbezogen in die Analyse wurden auch Konkurse und Verlustscheine. Ein Verlustschein bedeutet für den Schuldner, dass er am Existenzminimum leben muss. Mit dem Verlustschein wird der Gläubiger informiert, dass der Schuldner die Forderungen derzeit nicht bezahlen kann. Die Informationen stammen von 500 Firmen aus der ganzen Schweiz.

Pflichtbewusste Appenzeller

Gemessen an der Einwohnerzahl zählt der Kanton Appenzell Innerrhoden am wenigsten Personen, die mit einer Betreibung konfrontiert sind. Nur 1,2 Prozent der Privatpersonen haben massive Zahlungsrückstände. Überdurchschnittlich gut ist die Zahlungsmoral auch in den Zentralschweizer Kantonen Uri, Nidwalden, Obwalden und Zug.

Wie die Analyse von Crif weiter ergeben hat, ist die Schuldnerquote in den Städten generell höher als in den ländlichen Gebieten. Am unzuverlässigsten sind die Bewohner von La Chaux-de-Fonds, wo 11,6 Prozent der Personen in einem fortgeschrittenen Betreibungsverfahren stecken oder einen Konkurs am Hals haben. Hoch ist diese Quote mit 10,3 bzw. 10 Prozent auch in Biel oder Neuenburg. Zum Vergleich: Zürich kommt auf einen Wert von 5,3 Prozent. Am untersten Ende dieser Skala befindet sich die Stadt Uster.

(sas)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • petra (23) am 13.04.2015 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie kann man nur?

    wie kann man so leben??? ich habe von meinen eltern gelernt und vorgelebt bekommen, dass man sich etwas anschafft wenn man das geld dazu hat. arbeite selbst in einer arztpraxis und sehe dort die zahlungsmoral. ich würde mich schämen mit offenen rechchnungen weitere termine zu vereinbaren. und wenn man jemanden auffordert bar zu bezahlen ist das gleich eine absolute frechheit. dabei gibts im migros auch nichts auf pump!

    einklappen einklappen
  • Der Staat am 13.04.2015 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Wer interessiert das den schon? Wir haben ja ein gutes Vorbild, unser Staat! Gesetze werden gebrochen, Zahlungen werden nicht getätigt, der Bürger kann Jahre lang auf sein Geld warten. Musste 14 Jahre auf mein Geld vom Kanton warten und das obwohl ich kein Geld hätte und nicht arbeiten könnte. Ohne Verwandtschaft hätte ich verhungern müssen! Das Ganze ist noch nicht zu Ende, es werden Gesetze missachten und Rechtsnormen so hin gebogen wie es ihnen passt.

  • Ruedi am 13.04.2015 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr ausgeben als man hat

    Typisch für Romands ist auch, dass man für alle sozial sein will, obwohl das Geld dafür fehlt

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • marina am 14.04.2015 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder

    Dass es die lieben Romands nicht so genau nehmen ist doch bekannt. Wird dieser Bericht jedes mal einfach kopiert, wenn die "neuen" Zahlen rauskommen? Kommt mir einfach immer wieder bekannt vor.

  • Christian am 14.04.2015 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    130 Mio!

    Neulich in Basel: Kanton Basel-Stadt hat offene Betreibungen/Forderungen in Höhe von 130 Millionen Franken! DAS nenne ich viel!

  • Hans Meier am 14.04.2015 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkür

    In der Schweiz ist das Betreibungssystem Falsch man kann jeden und jede Grundlos Betreiben,auch wenn dieser Niemanden etwas Schuldet. Das wird auch immer mehr Gemacht,wenn man will das dieser Probleme kriegt bei Wohnungssuche oder Krediten. Es Herscht Totale Willkür,zugunsten von Inkassobüros wo in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden schießen um sich zu Bereichern. Da werden die Leute Eingeschüchtert und Angst gemacht wenn sie nicht zahlen wird Betrieben. Die Betreibungsämter von den Gemeinden Haben das System auch so gerne sie Verdienen so daran.

    • kurt am 14.04.2015 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      nicht so einfach

      wenn das jemand macht muss man nur rechtsvorschlag machen. der betreiber muss es dann beweisen

    einklappen einklappen
  • Studiosus am 14.04.2015 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Verhältnisse

    Dass in Neuchâtel die Schuldnerquoute viel höher ist als in Appenzell, dürfte wohl weniger mit der moralischen Minderwertigkeit der Romands zu tun haben als mit handfesteren Dingen. In Appenzell zahlen die etwa zwei Franken Steuern und achtzig Rappen Krankenkasse pro Monat. Dafür bekommen sie Fr. 15'000.- Kuhsubventionen. Da kann man keine Schulden machen!

  • Carinna am 14.04.2015 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemütliche Romands

    Ach, seid ein bisschen lieber mit den Romands, die sind lockerer mit ihrer Lebenseinstellung, das kommt doch vom guten Wein, der ruhigen Umgebung mit Seen und vergessen wir nicht, sie sind wirklich die Helden der Uhren, ein grosses BRAVO !