Ölindustrie

13. August 2016 02:53; Akt: 13.08.2016 03:15 Print

Rückschlag für Nord Stream 2

Das Projekt zum Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 hat einen Rückschlag erlitten. Die polnische Wettbewerbsbehörde legte Einspruch ein.

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Das Joint Venture Nord Stream 2 AG war in Zug ansässig: Gazprom, hier ein Foto vom Hauptsitz in St. Petersburg, ist der weltweit grösse Produzent von Erdgas. (7. Oktober 2015) (Bild: Epa/Anatoly Maltsev)

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Gegen den Zusammenschluss mehrerer europäischer Unternehmen zu einem Joint Venture mit dem russischen Energiekonzern Gazprom legte Polens Wettbewerbsbehörde Einspruch ein.

Grund sind Bedenken der Wettbewerbsbehörde, dass der Zusammenschluss zu einer «Einschränkung des Wettbewerbs» führt, wie die beteiligten Konzerne am Freitag mitteilten. Zudem drohe der Zusammenschluss die Verhandlungsposition von Gazprom weiter zu verstärken, der bei der Lieferung von Gas nach Polen bereits eine dominante Stellung habe, kritisierte die Wettbewerbsbehörde, die Ende Juli ihre Einwände veröffentlicht hatte.

Plan zum Pipeline-Bau

Als Folge des Entscheid geben die beteiligten Unternehmen Gazprom, Engie, Shell, OMV, Uniper und Wintershall den Plan zur Schaffung des Joint Venture Nord Stream 2 AG auf. Diese Gesellschaft war in Zug ansässig. Festgehalten werden soll aber am Plan zum Bau der Pipeline.

«Das Joint-Venture-Projekt wird nicht umgesetzt», doch das «Nord-Stream-2-Projekt selbst wird nicht aufgegeben», sagte ein Sprecher des französischen Konzerns Engie.

Die neue Gaspipeline soll die bestehende Nord-Stream-Pipeline ergänzen, die Russland durch die Ostsee mit Deutschland verbindet. Die neue Ostseepipeline soll acht Milliarden Euro kosten und eine Kapazität von 55 Milliarden Kubikmeter haben. Während Berlin das Projekt unterstützt, ist es in Osteuropa hoch umstritten.

(foa/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Auslandschweizer am 13.08.2016 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik vs Wirtschaft

    Und jetzt bleibt die Gretchenfrage: ist es wegen dem Wettbewerb, oder schlicht politisch? Ich denke, jeder kennt die Antwort.

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  • Tommi am 14.08.2016 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    ...dass die Polen gegen Nord Stream 2 sind. Dadurch könnten sie ja nicht mehr dank den Transitgebühren kräftig bei den Westeuropäern abkassieren oder bei Bedarf auch mal den Hahn zudrehen.

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  • Vladi P. am 14.08.2016 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweigleisig

    ach und eine 2. north stream will man bauen, aber wie war das mit der southstream?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tommi am 14.08.2016 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    ...dass die Polen gegen Nord Stream 2 sind. Dadurch könnten sie ja nicht mehr dank den Transitgebühren kräftig bei den Westeuropäern abkassieren oder bei Bedarf auch mal den Hahn zudrehen.

    • Kurt Oberle am 14.08.2016 19:52 Report Diesen Beitrag melden

      Tommi

      Polen Wettbewerbsbehörde ist lediglich gegen den Zusammenschluss, nicht gegen die Pipeline. Die North Stream 2 AG in Zug wird den Joint Venture rückgängig machen und das Projekt weiter verfolgen. So habe ich das verstanden.

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  • Waterpolo1s am 14.08.2016 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland könnte extrem stark sein ..

    Planwirtschaft ist offenbar bei den 'Alten' immer noch nicht aus den Köpfen! Wenn man denkt, wie stark Russland sein könnte, wenn ....

    • Peter Silie am 14.08.2016 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      Russland könnte

      in der Tat sehr stark sein. Dazu muss aber die Wirtschaft komplett umgekrempelt und das wirtschaftliche Umfeld unbedingt verbessert werden. Korruption und Vetternwirtschaft machen es den vielen klugen Köpfen unmöglich ein normales Geschäft aufziehen zu können. Zudem muss die Wirtschaft diversifiziert werden. Löcher zu graben und Rohstoffe auf dem Weltmarkt zu verkaufen ist keine Kunst. Russinnen und Russen sind teils hochgebildete Leute. Aber wer tippt schon auf einem RU-produzierten Handy, PC, Laptop oder wer fährt einen Lada? Schade eigentlich! Das Land hätte so viel Potential!

    • Sam Süffi am 14.08.2016 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Silie

      wie ist es mit Korruption bei uns? zB Strom- oder Lebensmittelgrosskonzerne, Pharmaindustrie, ... bei uns spricht man dann von Lobbies. Was ist da grundsätzlich anders ausser Bezeichnung und Subtilität?

    • Peter Silie am 14.08.2016 17:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sam Süffi

      Vielleicht kommt meine Antwort diesmal durch.. Kennen Sie Korruption auf unterster Ebene? Beim Verkehrspolizisten? Steuerbeamten? Zollbeamten? Feuerwehr? Im Krankenhaus? etc. etc. Die alltägliche Korruption in Russland mit Schweizer Lobbyismus gleichsetzen zu wollen ist völlig unrealistisch und entbehrt jeglicher Vernunft. Ich habe lange in einer ehemaligen Sowjet Republik gelebt und könnte ein Buch über Korruption und Vetternwirtschaft schreiben. Russland verdient besseres! Die Leute dort brauchen ENDLICH einen sauberen Neuanfang!

    • Kurt Oberle am 14.08.2016 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      Peter Silie

      Endlich mal jemand, der die realen Verhältnisse aus eigener Erfahrung anschaulich beschreiben. Solange Putin und seine Entourage die oligarchischen Verhältnisse Russlands ausbaut und verfestigt, wird sich ein Neuanfang kaum realisieren lassen.

    • Sam Süffi am 14.08.2016 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Silie

      Diese Antwort ist durchgekommen, war eigentlich verzichtbar. Wir schreiben nicht vom Gleichen. Sie sprechen von Bakschisch bei den "kleinen" Funktionären, ich von Loobies. Ist das vergleichbar? Was klar ist, beides sind ein Problem, das an der Wurzel gepackt werden sollten. Gesetze helfen da wenig.

    • Peter Silie am 14.08.2016 21:30 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sam Süffi

      Der Unterschied ist, dass es überall Lobbies gibt, aber im Vergleich zu Russland müssen Sie in West-Europa keine Angst haben dass Sie als Kiosk-Besitzer Ihr Geschäft verlieren nur weil sie keinem der obengenannten ein 'Bakschisch' bezahlt haben. In Russland gibt es nur einen wirklichen Schutz vor Korruption: Umbenennen des Firmennamens alle 90 Tage. Denn nur so kommen die Behörden mit der Geschwindigkeit nicht mit um Sie nebst den offiziellen Steuern 'ausrauben' zu können. Und die Antwort war UNverzichtbar, nur schon weil Schweizer sich diese täglichenProbleme überhaupt nicht vorstellen können

    • Jazz am 16.08.2016 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Sam Süffi

      Man sollte nur den Fall Magnitzki anschauen und schon stehen die Haare zu Berge. Die Verhältnisse in CH und Russland sind absolut anders. Die Schweiz weiss wie man wirtschaftet im Gegensatz zu Russland und ist deswegen steht als ein reiches Land dar.

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  • dummseininRussiaistnormal am 14.08.2016 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung wie es läuft, gell, Putja?)

    Putin ist einfach nicht besonders begabt in der Wirtschaft. Er ist eben ein KGB "Bürokrat".

  • abc am 14.08.2016 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles in Zug

    North Stream 2 ist, wie South Stream, in Zug domiziliert. Oder auch wie Transocean, deren Bohrinsel brannte. In Zug sind die wahren Schurken!

    • Sam Süffi am 14.08.2016 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @abc

      Die Schweiz kassiert nur.

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  • Vladi P. am 14.08.2016 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zweigleisig

    ach und eine 2. north stream will man bauen, aber wie war das mit der southstream?