Geschäftspläne

19. Mai 2014 09:25; Akt: 19.05.2014 13:58 Print

Ryanair will US-Flüge ab zehn Euro anbieten

Die Billigfluggesellschaft Ryanair wartet auf die nächste Luftfahrtkrise. Der Chef der Billigflieger hat schon Ideen parat, um daraus Profit zu schlagen.

storybild

Ryanair-Chef Michael O'Leary während einer Pressekonferenz. (Bild: Keystone/Olivier Hoslet)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Europas grösster Billigflieger Ryanair bereitet sich auf die nächste Branchenkrise vor und will daraus Profit schlagen. Die erwartete Flaute soll dem irischen Konzern zum Einstieg ins Langstreckengeschäft verhelfen, wie Ryanair-Chef Michael O'Leary sagte.

Dies könne frühestens in fünf Jahren gelingen, sagte der Ryanair-Boss der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Derzeit seien die erforderlichen Langstreckenmaschinen nicht erhältlich und noch zu teuer. «Wir müssen erst auf die nächste Krise warten, dann sinken die Preise wieder.» Der Manager verwies auf gigantische Flugzeugbestellungen von Airlines aus den Emiraten.

«Eine wird überleben, die anderen werden scheitern»

Damit lehren der Air-Berlin-Partner Etihad sowie dessen Rivalen Emirates und Qatar Airways derzeit angestammten Fluglinien wie Lufthansa, ihrer Tochter Swiss und Air France-KLM das Fürchten. Hier sieht O'Leary auch den Ausgang der von ihm vorausgesagten Branchenprobleme.

«Drei Golfgesellschaften, die genau das gleiche Geschäftsmodell verfolgen, nämlich Passagiere über den Golf zu leiten – das kann nicht gut gehen», erläuterte er. «Eine wird überleben, die anderen werden scheitern.»

O'Leary zufolge hat der Konzern bereits detaillierte Geschäftspläne für USA-Flüge in der Schublade. «Schon für zehn Euro wird es Tickets geben», sagte er. «Dazu kommen natürlich Gebühren für Koffer, für das Essen an Bord, für den Videofilm», fügte O'Leary hinzu und betonte, die Ankündigung sei ernst gemeint.

Keine Stehplätze

Zugleich räumte er in dem Interview allerdings ein, dass frühere Vorschläge von ihm – etwa zu einem möglichen Kauf der Lufthansa, zu Stehplätzen in den Fliegern und Toilettengebühren – PR-Gags gewesen seien. Damals habe Ryanair als kleine Fluggesellschaft nicht viel Geld für Werbung gehabt. «Da müssen Sie viel Aufmerksamkeit erregen.»

Dies habe Ryanair nun allerdings nicht mehr nötig. «Wir haben unsere Kommunikationsstrategie verändert», sagte O'Leary, der durch derbe Sprüche gegen Kunden und Rivalen bekannt geworden ist.

Erneut gestand er ein, dass das Unternehmen «vielleicht früher zu barsch» mit den Kunden umgegangen sei. Seit einigen Monaten bemüht sich Ryanair um einen Imagewandel und stockt dazu seine Marketingausgaben drastisch auf.

(sda)