Neuer GAV

12. August 2018 23:54; Akt: 13.08.2018 00:05 Print

SBB-Chef will Mitarbeitern Extra-Ferien streichen

Nachdem SBB-Chef Andreas Meyer gerade noch von seinem eigenen Sabbatical geschwärmt hat, möchte er treuen Mitarbeitern diese Auszeit nun erschweren.

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Laut Sonntagsblick kämpft die SBB in den GAV-Verhandlungen darum, langjährigen Mitarbeitern die Option auf ein Sabbatical wie es Meyer gerade genossen hat zu streichen. Die SBB wollen, dass die Treueprämie für langjährige Mitarbeiter künftig nur noch ausbezahlt werden kann und nicht mehr in Form von Ferientagen bezogen. Nach 25 Dienstjahren zum Beispiel hatten die Angestellten etwa die Wahl zwischen einem zusätz­lichen Monatslohn oder einem Monat Extra-Ferien. Kürzlich war die SBB in den Schlagzeilen, weil durch den Sommerfahrplan der SBB viele Pendler Umwege und Verspätungen in Kauf nehmen müssen. Nur wenige können von einer Entschädigung profitieren. Zwischen dem 30. Juni und dem 26. August 2018 wird auf dem Schweizer Schienennetz überdurchschnittlich viel gebaut. Deswegen sind verschiedene Strecken – etwa zwischen Bern und Lausanne – gesperrt. Pendler müssen mit Ersatzbussen fahren oder alternative Verbindungen nutzen. Betroffen sind neben der Westschweiz auch Pendler zwischen Basel und Zürich, Zürich und St. Gallen oder im Knonauer Amt. Entschädigungen gibt es im Rahmen eines SBB-Pilotprojektes aber nur in der Westschweiz. Für die Zeit der Bauarbeiten gilt ein Sommerfahrplan. Zwischen Basel und Zürich fallen etwa diverse direkte Intercity-Züge aus, die verbleibenden haben eine längere Reisezeit. Zwischen Bern und Lausanne (Bild) fahren nur die Bauzüge. Die SBB begründet den Zeitpunkt der Bauarbeiten damit, dass während der Sommerferien weniger Pendler unterwegs sind. Zudem würden Totalsperren eine effizientere und schnellere Bauweise ermöglichen. Nicht alle Pendler zeigen Verständnis für den Sommerfahrplan. Sie müssen sich an neue Fahrpläne gewöhnen und verlieren Zeit. «Was ich mit dem Sommerfahrplan durchleiden muss, ist eine Zumutung», schreibt etwa ein Pendler auf Facebook.

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Andreas Meyer ist seit elf Jahren an der Spitze der SBB. In diesem Sommer hat er sich nun eine Auszeit von zwei Monaten gegönnt. Auf Twitter schwärmt der CEO von dieser Erfahrung:

Umfrage
Träumen Sie von einem Sabbatical?
61 %
3 %
8 %
7 %
21 %
Insgesamt 1971 Teilnehmer


Eigentlich gibt es daran nichts auszusetzen, wären da nicht die aktuellen Verhandlungen um den neuen Gesamtarbeitsvertrag der SBB.

Laut einem Bericht im «Sonntagsblick» kämpft die SBB in den Verhandlungen darum, langjährigen Mitarbeitern die Option auf ein Sabbatical wie es Meyer gerade genossen hat, zu streichen. Die SBB wollen, dass die Treueprämie für langjährige Mitarbeiter künftig nur noch ausbezahlt werden kann und nicht mehr in Form von Ferientagen bezogen. Nach 25 Dienstjahren zum Beispiel hatten die Angestellten etwa die Wahl zwischen einem zusätzlichen Monatslohn oder einem Monat Extra-Ferien.

SBB-Sprecher Stephan Wehrle versucht gegenüber dem «Sonntagsblick» diesen Widerspruch so zu erklären: «Unabhängig von den laufenden GAV-Verhandlungen haben die SBB flexible Arbeitszeit­modelle, mit welchen Zeitguthaben angespart werden können.» Diese Modelle stünden allen Mitarbeitenden offen. Abschalten, so Wehrle, werde auch in Zukunft möglich sein: «Also kein Widerspruch zu den Aus­sagen von Andreas Meyer.»

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • umwichtig am 13.08.2018 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    Nach 11 Jahren kann er sich eine Auszeit von 2 Monaten nehmen. Ein Arbeiter konnte bisher nach 25 Jahren einen Monat frei nehmen. Was stimmt den da nicht? Ah ich vergass.. Der normale Arbeiter verdient nur ein Bruchteil von dem was Herr Mayer, er hätte also gar nicht erst genug Geld überhaupt solange Urlaub zu machen!

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  • Neumann am 13.08.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur weiter so

    Nur weiter so, liebe Konzernbosse. Dann könnt ihr die Loyalität der Mitarbeiter in schwierigen Zeiten verägessen und wir haben Zustände wie in Frankreich und anderswo.

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  • Schweizer am 13.08.2018 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    SBB Schiff sinkt

    Der Kapitän verlässt als erstes das Schiff, die Mitarbeiter müssen mit dem Schiff untergehen, da keine Rettungsboote vorhanden. Erinnert mich gerade an dieses Bild. Treue Mitarbeiter werden kaputt gemacht und dann sicher rausgeworfen, weil sie nicht mehr können und dies sicher ohne Abfindung. Während die Chefs wieder mal extras kriegen und Boni trotz mieser Leistung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zahl Dubeli am 25.08.2018 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf meine Kosten

    Finde es OK das diese Privilegien gestrichen werden. Es ist sicher nich Aufgabe eines Staatsbetriebes Privilegien zu verteilen, die in der Realwirtschaft nicht üblich sind.

  • Unternehmer am 18.08.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    In Bundesbetrieben braucht es keine

    Manager, sondern Menschen die arbeiten.

  • P.M. am 16.08.2018 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Erfahrung

    Ich habe mal bei der SBB gearbeitet und ein Mitarbeiter vom Team hat keinen Sabbatical (oder Geld) erhalten weil irgendwie der GAV oder die Richtlinien diesbezüglich geändert wurden. Weiss nicht ob da noch was passiert ist in der Zwischenzeit. Aber ich fand das total unfair.

  • MKU am 16.08.2018 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..aber aber Herr A. Meyer

    Er gönnt sich die Auszeit und den Mitarbeiter will er sie nun streichen. Die Leute die viel länger bei der Bahn arbeiten als Meyer, denen nimmt man nun ein Privileg weg. Wenn wenigstens die Bahnpreise dadurch senken würden, tun sie aber nicht.

  • Andrea am 15.08.2018 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Andreas Meyer war 2016 der bestbezahlte Chef eines Bundesbetriebs. Er erhielt 1'051'571 Franken. Sein Fixlohn beträgt 600'000 Franken.

    • Iris am 15.08.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

      @ Andrea

      Die Bundesbetriebe sind als Selbstbedienungsladen bekannt.

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