Lieferverzug

07. Mai 2013 15:23; Akt: 07.05.2013 15:40 Print

SBB droht Bombardier mit Rekordbusse

SBB-Konzernchef Andreas Meyer hat genug von den Problemen mit dem Hersteller Bombardier, der die neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr liefern sollte. Es geht um viel Geld.

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Noch verkehren die neuen Doppelstockzüge der SBB erst virtuell auf dem Schweizer Schienennetz. (Bild: Keystone)

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SBB-Konzernchef Andreas Meyer hat noch vor den Sommerferien seinen Doppelstockzug-Lieferanten Bombardier zu sich aufgeboten, wie der Bahnmanager im Interview mit der «Handelszeitung» verrät. «Wir wollen wissen, wann die Züge kommen und was Bombardier unternimmt, um diese Verspätungen zu minimieren», sagt Meyer zur grössten Rollmaterialbestellung der SBB-Geschichte.

Bis jetzt gehen die Bundesbahnen davon aus, dass die IC-Züge ab Ende 2015, also mit zweijähriger Verspätung, ausgeliefert werden. In der Branche ist hingegen bereits von einem bis zu vierjährigen Verzug die Rede. «Wir führen die Gespräche mit Bombardier nicht so locker», betont Meyer. «Und klar: Auch Geld steckt dahinter.» Wie hoch die Strafzahlung für Bombardier kommen könnte, will der SBB-Konzernchef im Detail nicht verraten. «Ich kann Ihnen aber sagen, dass sie viel höher ist als alles, was ich bis jetzt in einem Rollmaterial-Vertrag gesehen habe.»

Güterverkehr fährt aus der Verlustzone

Zuversichtlich ist Meyer, dass der SBB-Güterverkehr 2013 erstmals nach vierzig Jahren aus der Verlustzone fahren wird. «Wir sind gut gestartet», sagt der Bahnchef. «Die Treppe zur schwarzen Null ist vorgezeichnet.» Ungebrochen ist bei den SBB die Freude darüber, dass man der Konkurrentin BLS auf der Gotthardachse einen Millionenauftrag der Deutschen Bahn wegschnappen konnte. Meyer sagt, dass dies nicht einfach mit sportlichen Rabatten gelungen sei «Wenn bei uns irgendjemand einen Auftrag reinholt, bei dem wir keinen Gewinn machen, ist das inakzeptabel. Wir haben einfach unsere Hausaufgaben gemacht.»

(whr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Gabathuler am 07.05.2013 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versprochene Termine einhalten

    Bei Eisenbahnfahrzeugen für den öffentlichen Verkehr scheinen bei gewissen Anbietern falsche Lieferversprechungen an der Tagesordnung zu sein. Es werden möglichst günstige Angebote gemacht, ohne dabei den im Angebot angegebenen Liefertermin intern zu überprüfen. Hauptsache der Auftrag ist in der Tasche. Daher hat die SBB allen Grund auf den Liefertermin zu Pochen oder Preisreduktionen (Strafen) einzufordern.

  • Hans Müsteinerin am 09.05.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    frech

    Die Bombardie hat mit 160 km/h pro Stunde den Verbrauchstrom belegt und auch das Fahrgehgäuse nur auf 160 km/h festgelegt. aber sie solten doch auf 200 km/h vertragen. daher kommt auch die verspätung

  • pendler am 07.05.2013 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    DANKE

    die hauptsach ist ja, dass man nicht die inländischen Lieferanten berücksichtigt hat... und dann fragt man sich, weshalb die SBB immer mehr Ausgaben hat... super Management!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Müsteinerin am 09.05.2013 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    frech

    Die Bombardie hat mit 160 km/h pro Stunde den Verbrauchstrom belegt und auch das Fahrgehgäuse nur auf 160 km/h festgelegt. aber sie solten doch auf 200 km/h vertragen. daher kommt auch die verspätung

  • Max O. am 08.05.2013 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständniss für Meyer & Co!

    Nur zum Klarstellen. Die Rekordbusse würde nicht durch irgendeinen ausländischen Konzern bezahlt werden, sondern wir alle werden dafür auf die eine oder andere Art bluten müssen. Diese Strafe kann auch ein Grosskonzern nicht einfach so stemmen. Denn eines muss klar sein, sollte es wirklich zu dieser Strafe kommen, würde dies mit Sicherheit erheblich Arbeitsplätze in der Schweiz kosten - bei Bombardier (Schweiz) und vielen Zulieferern.

  • Robert am 08.05.2013 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen diese Züge gar nicht

    Steuergeld-Verschwendung + Teuren SBB-Abos muss der Riegel geschoben werden.

  • Lukas am 08.05.2013 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Für alle Stadler Fans

    Auch Bombardier hat viele Mitarbeiter in der Schweiz, die von Jobs profitieren. Sehr viel Engineering findet zudem in der Schweiz statt. Die ganze Zeit von Bombardier dem "Ausländer" zu sprechen ist daher Schwachsinn! Stadler gewinnt auch seine Aufträge im Ausland, darüber regt sich hier seltsamerweise niemand auf?!? Und auch Stadler montiert "nur" verschiedene Systeme zu einem Zug zusammen. Habt ihr das Gefühl, all die Komponenten kommen aus der Schweiz? Und selbst eine Montage hat Stadler nebst der Schweiz auch im Ausland. Fragwürdig für euer ach so schweizerisches Unternehmen....

  • Stefan W. am 08.05.2013 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Klartext!

    Sollte die angekündigte Konventionalstrafe gegenüber Bombardier wirklich geltend gemacht werden, dann gehört das Geld den Bahnfahrern und nicht den Abzockern in der Teppichetage der SBB, die sich fette Bonis zuschieben.