Meyer-Nachfolge

10. Dezember 2019 07:19; Akt: 10.12.2019 12:19 Print

Vincent Ducrot wird neuer Chef der SBB

Vincent Ducrot folgt auf Andreas Meyer. Der leidenschaftliche Bähnler kennt den öV aus dem Effeff.

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Vincent Ducrot wird neuer Chef der SBB. Der Verwaltungsrat bestimmte den 57-jährigen Freiburger zum Nachfolger von Andreas Meyer. Ducrot wird das Amt am 1. April 2020 antreten.

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Die SBB hat um 13 Uhr zu einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz eingeladen (20 Minuten berichtet live). Der Name des Nachfolgers von Andreas Meyer sickerte jedoch schon vorher durch.

Ein Rückblick auf Andreas Meyers Zeit bei der SBB.

Ducrot kennt den öffentlichen Verkehr aus dem Effeff. Der 57-jährige Freiburger hat den Freiburgischen Verkehrsbetrieben TPF in den letzten acht Jahren eine neue Dynamik verpasst.
Der leidenschaftliche Bähnler kennt die SBB noch von vor seiner Zeit bei den TPF: Bereits 1993 trat er in den Dienst der Bundesbahnen ein. Von 1999 bis 2011 leitete er den Bereich Fernverkehr. Für die SBB sass er zudem im Lenkungssausschuss für den Freiburger Regionalverkehr RER.

Flaggschiff für 120 Mio. Fr.

Am 1. Juli 2011 übernahm Ducrot schliesslich die Direktion der Freiburger Verkehrsbetriebe TPF und hauchte dem Unternehmen eine neue Dynamik ein. Die Passagierzahlen kletterten in der Folge von 25,7 Millionen (2011) bis auf 32,4 Millionen im letzten Jahr.

Höhepunkt von Ducrets Amtszeit bei den TPF war die Eröffnung des neuen Wartungszentrums in Givisiez im vergangenen Frühling. Dieses veritable Flaggschiff kostete 120 Millionen Franken und vereint Unterhalt, Betrieb, Infrastruktur und Verwaltung von Zügen und Bussen an einem Standort - eine Premiere in der Schweiz.

Im hochmodernen und nachhaltig gebauten Zentrum mit einer Fläche von 70'000 Quadratmetern (13 Fussballfeldern) arbeiten 700 Personen. Ducret modernisierte auch die TPF-Infrastrukturen. So baute er mehrere Bahnhöfe aus, etwa in Belfaux, Pensier, Münchenwiler-Courgevaux, Montbovon und Châtel-St-Denis.

Umsatz und Gewinn gesteigert

Parallel zum Ausbau des TPF-Angebotes stieg auch die Zahl der Mitarbeitenden von 700 auf gegen 1200 Personen. Zudem sollen die Bahnhof-Perimeter zu Wohnquartieren aufgewertet werden. So sind etwa in Bulle Investitionen von 80 Millionen Franken vorgesehen.

2018 erzielten die TPF einen Umsatz von 154,1 Millionen Franken, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn verdoppelte sich innert Jahresfrist auf 10,9 Millionen Franken. Ducret trug im weiteren zur Digitalisierung des Unternehmens und der Lancierung der Applikation Fairtiq bei.

Vincent Ducret stammt aus Châtel-St-Denis. Nach Abschluss des Gymnasiums in Bulle bildete er sich an der ETH Lausanne zum Elekroingenieur aus. Am Center for Industrial Management der ETH Zürich absolvierte er ein Nachdiplomstudium. Der 57-Jährige ist verwitet und Vater von sechs Kindern.

(leg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas Nobel am 10.12.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter spielt keine Rolle

    Das Alter spielt keine Rolle, er muss einfach besser sein als der Jetzige, was aber wohl nicht so schwer sein wird.

  • Das Ding am 10.12.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, gehen Sie Herr Meyer

    wir halten Sie nicht auf.

  • H. Etter am 10.12.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Meier war die Fehlbesetzung

    Hr Meier war von Anfang an eine Fehlbesetzung. Seine Fehler werden noch sehr teuer werden. Die hat er zwar nicht alle alleine zu verantworten aber ein guter Chef hätte sich anders für die Bahn eingesetzt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lady im Führerstand am 10.12.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer ist nicht möglich

    Schlimmer als mit der Fehlbesetzung Meyer kann es mit dem Nachfolger Ducrot für das Lok-Personal auch nicht werden. Sympathisch wirkt der Neue nicht. Ein älterer Welscher halt; spricht er wenigstens verständlich deutsch ? Politikern gibt man die ersten 100 Tage, dann wird erste Bilanz gezogen. Und zwischen ihm und mir stehen noch einige Hyrarchie-Stufen. Er wird kaum gleich hinter mir im Führwerstand stehen. Und wenn es mit SBB gar nicht mehr haut: Ich weiss nicht, wie die auf mich kamen, aber bereits hielt eine Privatbahn mit einer guten Offerte um meine Hand als Lok-Führerin an.

  • Giulio Buser am 10.12.2019 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeine Verbesserung Erwünscht

    Wenn ich Revue passieren lasse, was in den letzten 40-Jahren mit der SBB sich zum negativen verändert hat, sprich zum Nachteil der Mitarbeiter, als Beispiel den Rangiermitarbeiter den man seinerzeit noch die Löhne gekürzt hatte, dementgegen verdiente der Chef Benedikt Weibel im Jahr CHF 750'000 , das ist mehr als beschämend! Überall das gleiche, die schon genug haben erhalten noch mehr, und die letzten beissen die Hunde, die Schere öffnet sich immer weiter

  • Bernie 51 am 10.12.2019 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wünsche toi, toi, toi

    Liebe Leute, gebt erst diesem Mann die Chance, sich zu beweisen, bevor man ihn jetzt schon verurteilt. Es spielt doch keine Rolle ob Mann oder Frau, ob Freiburger oder nicht. Wichtig ist, dass er sein Job gut macht. Bedenkt aber, erst muss er Meyers-Scherbenhaufen aufräumen, und das geht nicht von Heute auf Morgen. Ich wünsche ihm toi, toi, toi.

  • Ulrich Konrad Schweizer am 10.12.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kostengerechtigkeit

    Alles welche hier motzen sollen mal ihre vollen Kosten des OeV selber tragen.

  • Typhoeus am 10.12.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab, Vater von 6 Kindern

    ist noch viel mehr, als der Chef der SBB.