Atomausstieg

11. November 2014 13:04; Akt: 11.11.2014 13:55 Print

SBB und VCS lancieren Ökostrom-Abos

Bis 2025 muss sich die SBB von der Atomenergie trennen. Nun können die Kunden spezielle Ökostrom-Abos kaufen, um der Bahn beim Umstieg auf erneuerbare Energien zu helfen.

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Die SBB setzt neu auf Strom aus Solarzellen. (Bild: Keystone/AP/Rothermel)

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Gute Nachrichten für AKW-Gegner: Sie können in der Schweiz neu atomstromfrei Zug fahren. Wie die SBB in einer Medienmitteilung bekanntgab, lanciert sie gemeinsam mit dem VCS unter dem Namen Solar-Pass ein Ökostrom-Abo. Mit diesem kann man der Bahn helfen, den Atomstrom durch erneuerbaren Solarstrom zu ersetzen.

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Das Vorgehen ist dabei wie folgt: Für 25, 50 oder 75 Franken können VCS-Mitglieder die Solar-Pässe kaufen. Mit dem Geld erwirbt die SBB dann erneuerbare Schweizer Solarenergie. Ein Abo für 25 Franken entspricht dabei der Menge Solarstrom, die die SBB benötigt, um eine Person im Schnitt 5000 Kilometer weit zu transportieren. Eines für 50 Franken wiederum entspricht 10'000 Kilometern, eines für 75 Franken entspricht 15'000 Kilometern.

Ähnlich wie die Airlines

Als Inspiration diente der SBB wohl die CO2-Kompensationssysteme der Fluggesellschaften. Bei diesen können Kunden den individuellen Kohlendioxid-Ausstoss durch einen Zertifikatskauf reinwaschen. In der Medienmitteilung schreibt die SBB: «Der Solar-Pass ist ein Schritt zu noch mehr Umweltverträglichkeit.»

Hintergrund des Solar-Passes ist der Atomausstieg, den die Schweizer Regierung 2011 beschlossen hatte. Auch die SBB wurde vom Bundesrat verpflichtet, diesen Schritt bis ins Jahr 2025 umzusetzen. Heute fliesst durch die Leitungen der Bahn Strom aus 90 Prozent Schweizer Wasserkraft und aus rund zehn Prozent Atomenergie, die aus dem AKW Leibstadt oder aus Frankreich stammt.

Den Solar-Pass, der nun helfen soll, diesen Strom zu ersetzen, wird es vorerst drei Jahre lang geben. Bei Erfolg werde man das Angebot ausweiten, so die SBB. Die Bundesbahnen gehören zu den grössten Stromnutzern der Schweiz. Sie verbrauchen insgesamt rund drei Prozent des Stroms hierzulande.

(kwo)