Geheimpapier

12. Mai 2013 09:45; Akt: 12.05.2013 09:49 Print

SBB wollen Rentenalter auf 67 Jahre erhöhen

Die Mitarbeiter der SBB sollen künftig mit reduziertem Pensum bis zum 67. Lebensjahr arbeiten – so steht es zumindest in einem internen Papier. Vertreter der Arbeitnehmer wehren sich.

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Kontrolleure und andere Angestellte sollen künftig bis zum Ende des 67. Lebensjahres im Dienst der SBB stehen. (Bild: Keystone)

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Die SBB wollen das Rentenalter auf 67 Jahre erhöhen. Das zeigt ein internes Papier mit dem Titel «Neue flexible Pensionierungsmodelle bei der SBB», das dem «SonntagsBlick» vorliegt. Die Mitarbeiter sollen vor 65 ihr Pensum senken und danach reduziert bis 67 weiterarbeiten. Finanziell sollen sie in etwa gleich gut fahren, wie bei der ordentlichen Pensionierung, versprechen die SBB.

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Bei den Gewerkschaften stösst der Vorschlag auf Widerstand: «Pensionsalter 65 bleibt für uns die Schamgrenze, über die wir nicht hinausgehen», sagt Peter Moor, Sprecher der mächtigen Eisenbahnergewerkschaft SEV. Die heutige Regelung sei im Gesamtarbeitsvertrag mit den SBB festgeschrieben. Er gilt noch bis Ende 2014.

Man sei sehr wohl für flexiblere Arbeitszeitmodelle, so Moor – etwa eine Flexibilisierung nach unten mit vorzeitigen Pensionierungen. Auch der Lokalpersonalverband wehrt sich: «Die Pläne der SBB sind inakzeptabel», sagt Präsident Urs Mächler. Viele ältere Angestellte seien ausgebrannt.

SBB-Sprecher Christoph Rytz betont gegenüber dem «SonntagsBlick», dass man niemandem ein höheres Pensionsalter aufzwingen will. «Jedoch diskutieren die SBB darüber, ob es zusätzlich auf freiwilliger Basis ein flexibles Modell für das Rentenalter geben wird.»

(rey)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kahina am 12.05.2013 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja zur Arbeit

    Das Rentenalter 67 oder sogar 70 ist unabdingbar. Wir werden nicht nur älter, wir bleiben auch länger gesund, also können wir auch länger arbeiten. Die ältere Generation kann nicht Dreissig Jahre und mehr auf Kosten der Jüngeren leben. Kinder brauchen 18 Jahre bis sie erwachsen sind. Also Lebenserwartung - 18 Jahre wäre fair.

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  • Papa Moll am 12.05.2013 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Steuergelder für AHV

    Wenn man weiss für was für einen Schwachsinn Steuergelder zum Fenster herausgeworfen werden, dann erstaunt es umso mehr wieso die nicht zur Rettung der AHV eingesetzt werden können. Wenn wir aufhören würden Milliarden von Steuergeldern in unsere überflüssige Landwirtschaft zu pumpen müsste das doch möglich sein. Oder durch streichen der Kulturgelder für Projekte von denen nur eine pseudoelitäre Randgruppe profitiert.

  • Peter am 12.05.2013 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigungsschutz

    Wenn nun ein Mitarbeiter der SBB dieses Modell wählen würde und bist 67 arbeiten möchen, erhält er dann auch einen Kündigungsschutz? Ich denke das müsste sein, sonst steht er am Schluss mit schlechten Karten da und würde nur verlieren!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Quasimodo am 13.05.2013 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Alterarmut droht.

    Die Wirtschaft, in diesem Fall die SBB, wollen dass wir ab 67 Rente beziehen. Beschäftigen wollen sie uns lieber nur bis 60. die restlichen 7 Jahre ohne Job entlasten die Pensionskassen und die Arbeitgeber beim Einzahlen in dieselben. Dies führt zu minimaler Rente und PK-Ansprüchen, also Altersarmut.

  • Leser am 12.05.2013 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht wie bei ALV?

    Ist man arbeitslos und findet irgendwo einen Nebenjob als Überbrückung, dann nennt man das Zwischenverdienst. Entsprechend weniger zahlt dann die Arbeitslosenkasse. Sprich ab 65 normale Rente und wer weiter Arbeitet (egal wieviele Prozent) erhält dann die Differenz zwischen dem Lohn der Firma zur staatlichen (nicht zwingend stattlichen) Rente vom Staat (AHV) bezahlt. Wer im Rentenalter mehr verdient als die AHV bezahlt, der wird es dann auch verdient haben und braucht noch keine Unterstützung durch den Staat.

  • Reto am 12.05.2013 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die SBB verkommt zum Buhmann

    Die SBB verkommt zum Buhmann. Zuerst werden allerlei Umstellungen gamacht, dass man die Kunden kriminalisieren und massenhaft Bussen aussprechen kann. Jetzt geht es gegen die eigenen Leute. Auch wenn sich das wohl viele Manager wünschen, das Rentenalter 67 ist eine Illusion. Die SBB stellen ja auch keinen ein, der 60 Jahre oder älter ist. Man will die alten gar nicht in der Arbeiterschaft haben. Der Versuch dient wohl eher dazu, den Leuten eine Frühpansionierung mit eingeschränkter Rente aufzudrücken. Das lohnt sich dann auch finanziell!

  • Maxy am 12.05.2013 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Panik in der Chefetage der SBB...

    Der wahre Grund der Idee ist wohl die Tatsache, dass rund 30% der SBB Mitarbeiter in den nächsten 5 Jahren pensioniert werden! Langsam aber sicher merken die Chefs, dass es extrem schwierig wird das Loch zu stopfen und falls das Schweizervolk bei der Personenfreizügigkeit noch Grenzen setzt, habe sie die Mission-Impossible gefasst! Das werden dann allerdings auch die Bahnkunden zu spüren bekommen...

    • pattayaner am 12.05.2013 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Panik bloss reines Kalkül !

      @Maxy Du hast es erfasst mit den 30% das ist richtig aber Deine Folgerung mit der Ablehnung der Pfz ist falsch . Vielmehr sollten die Berufe welche die wirkliche Grunddienstleistung erbringen wieder attraktiver gemacht werden damit könnte man das Rekrutierungsresevoir intern bei der Bahn ausschöpfen ohne das die Kunden etwas spüren . Aber eben Effizienzsteigerungen ohne Ende an der Basis mit Aussicht auf Rente ab 67 bei unregelmässiger Arbeitszeit naja wer nur einigermassen gescheit ist lässt die Finger weg vor solchen Berufsaussichten es sei den er ist Ausländer und sehr verzweifelt!!!

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  • Dani am 12.05.2013 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Geht sicher ums Geld?

    Ob das gut geht? Denn man merkt in allen Berufen, dass es bei manchen Menschen bereits ab 55 abwärts geht, und sie ihre Leistung nicht mehr zufriedenstellend erbringen können. (Die Kollegen am Arbeitsplatz sind dann die Leidtragenden.) Falls es der SBB ums Geld geht: Wie wäre es halt mal, die Fahrpreise anzupassen, so dass die Kosten über die Billet/Aboverkäufe gedeckt sind und nicht dauernd Arbeitnehmer und andere Geldquellen angezapft werden müssen? Arbeitslose gibt auch genug, wiederum kriegen die ja oft keine Stelle wegen mangelnden Fähigkeiten und mangelnder Arbeitsmotivation.