Kampf gegen Arbeitslosigkeit

05. Januar 2016 09:56; Akt: 05.01.2016 10:32 Print

SGB fordert mehr Schutz für ältere Mitarbeiter

Der Gewerkschaftsbund spricht mit Blick auf die Arbeitslosenzahlen von einem «historischen Höchststand». Es brauche einen neuen Euro-Mindestkurs.

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Mehr Schutz für Löhne und Arbeitsplätze: Ein Mitarbeiter eines Werkzeugmaschinenherstellers bei der Arbeit. (3. März 2015) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Arbeitslosigkeit muss aus Sicht des Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) stärker bekämpft werden. Der SGB fordert einen besseren Kündigungsschutz für ältere Arbeitnehmende, mehr Gesamtarbeitsverträge und einen neuen Euro-Mindestkurs.

Der Gewerkschaftsbund hatte die Aufhebung des Euro-Mindestkurses vor knapp einem Jahr wiederholt kritisiert. SGB-Präsident Paul Rechsteiner sagte am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz, die Preisgabe des Mindestkurses habe dazu geführt, dass die Erwerbslosigkeit in der Schweiz entgegen dem europäischen Trend steige.

Weiterer Anstieg erwartet

In absoluten Zahlen habe die Erwerbslosigkeit einen «historischen Höchststand» erreicht, sagte Rechsteiner gemäss Redetext in Bern. Deutschland habe mittlerweile sogar eine tiefere Quote als die Schweiz. Für 2016 erwartet der SGB einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent. Im November hatte die Quote bei 3,4 Prozent gelegen.

Zum Anstieg der Erwerbslosigkeit seit der Jahrtausendwende haben laut dem SGB die Frankenstärke sowie Leistungsverschlechterungen bei der Altersvorsorge und der Invalidenversicherung beigetragen. Letztere hätten dazu geführt, dass heute zusätzliche 90'000 bis 110'000 Personen auf einen Arbeitsplatz angewiesen sein.

Der Gewerkschaftsbund verlangt nun eine Reihe von Massnahmen. Er bekräftigte am Dienstag seine Forderungen nach einem besseren Kündigungsschutz für langjährige ältere Mitarbeitende und nach einem neuen Euro-Mindestkurs. Zudem müsse der Bund die flankierenden Massnahmen verstärken. Prioritär seien mehr Kontrollen und bessere Durchsetzungsinstrumente, sagte SGB-Chefökonom Daniel Lampart.

Zwei grosse Herausforderungen

Als «die erste grosse Herausforderung des neuen Jahres» bezeichnete SGB-Präsident Rechsteiner den Erhalt der bilateralen Verträge mit der EU. Der Schlüssel dazu sei die Verbesserung des Schutzes der Löhne und der Arbeitsplätze.

Die zweite grosse Herausforderung des Jahres ist laut dem St.Galler SP-Ständerat die Altersvorsorge. Der SGB fordert mit seiner Initiative «AHVplus: für eine starke AHV» eine Erhöhung der AHV-Renten um 10 Prozent. Das Parlament hatte sich gegen die Initiative ausgesprochen; wann diese an die Urne kommt, ist noch offen.

Ablehnend äusserte sich Rechsteiner zur SVP-Durchsetzungsiniative, über die am 28. Februar abgestimmt wird. Die Initiative sei ein direkter Angriff auf die Secondos und Secondas. Wer Delikte begehe, der soll dafür bestraft werden - «aber nicht zusätzlich auch noch seine soziale Existenz verlieren».

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus N. am 05.01.2016 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inländer anstellen

    Nein, es braucht keinen Mindestkurs (Ausrede) , sondern nicht immer mehr ausländische Arbeitskräfte, dann kommen die Zahlen wieder ins Gleichgewicht, eigentlich logisch.

  • Andi am 05.01.2016 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bin erstaunt

    "Die Gewerkschaft fordert mehr Schutz für ältere Arbeitnehmer!" Ist das Problem jetzt auch bei denen angekommen? Sonst sorgen sie sich doch nur für die ausländischen Arbeitnehmer.

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  • Petra Mos am 05.01.2016 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, aber...

    Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz steigt und jedes Jahr kommen in der Schweiz 80k EU Arbeitnehmer. Wie weit kann das weiter funktionieren?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz Schweizer am 06.01.2016 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hört endlich auf mit dem gejammer

    Und wider wird man abgezockt. Zuerst den Job weg , nach zwei Jahren ausgesteuert versuche nun mit dem Ersparten bis zur Pension über die runden zu kommen und jetzt wollt Ihr das Ersparte noch künstlich abwerten. seid doch froh das der Franken so gut bewertet ist. Bei einem Kurs wie vor 10 Jahren ginge es allen noch viel schlechter

  • Betroffener. am 06.01.2016 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Leider wahr

    Kommt für mich zu spät ...

  • ja, ja die arbeitnehmervertreter am 06.01.2016 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    fab blume

    solange die arbeiter und angestellten zulassen (müssen), dass ihre gewerkschaften gesamtarbeits-/knebelverträge mit streikverbot und stillhalteabkommen (nur zu gunsten der arbeitgeber) abschliessen...... so lange wird sich nichts ändern ....... die gewerkschaftsbosse werden in den NR und SR gewählt .... und danach ein quantensprung in ein bundesamt und da wird geduckmäusert und aufgestiegen zb. bis zum direktor der eidgn. finanzverwaltung

    • fab blume am 06.01.2016 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      @blume

      fortsetzung....die gewerkschaften waren gegen die MEI damit noch mehr lohndumper in der CH arbeit finden.... und die alten ihren jobb verlieren.... wie kursichtig oder egoistisch darf man den sein.... obs. gilt auch für die arbeitnehmer, die sich durch solche vertreten lassen .... ihr müsst euch nicht nur vertreten lassen .... fordert transparenz in den gewerkschaften mitspracherecht und freie wahlen .... für die gewerkschaftsbosse sind die mitglieder nur stimmvolk für in den NR und SR..... und dank den arbeitgeberfreundlichen gesammt-/knebelverträgen dürfen DIE auch mit deren stimmen rechnen

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  • Niklaus Immeli Weinfelden am 06.01.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    SGB Schutz

    Wann begreift Rechsteiner endlich das es keinen Euro Mindestkurs braucht,sondern Schutz für Arbeitnehmer und endlich einen Stopp für billige Arbeitskräfte aus dem Ausland.Es gibt nur eine Lösung Umsetzung der Einwanderungsinitiative wie sie das Volk angenommen hat.

    • bubu am 08.01.2016 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Immo Lobby

      Bin Ihrer Meinung. Geht nicht, weil sonst viele Wohnung leer sind und die Immobilienlobby keine Mietzinseinnahmen hat. Das Kartenhaus würde zusammenbrechen.

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  • Walter Spahni am 06.01.2016 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht braucht der SGB auch

    einen neuen Leader, anstelle von Hr. Rechsteiner mit seiner konstanten Sorgenvoll-Miene!

    • fab blume am 06.01.2016 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      @ walter spani

      seine miene tut nichts zur sache ...... hauptsache er sitzt im ständerat und bekommt sicher bald auch ein bundesjobb, wie sein vorgänger, der es über sein stillschweigen im SECO es bis zum direktor der finazverwaltung schaffte............sorgen miene zum bösen spiel .... schlieslich muss er sich zu dem falschen spiel der gewerkschaften sorge machen ....in der öffentlichkeit ..... doch innerlich ist herr rechsteiner sicher sehr zufrieden mit sich und seinen zukunftsausichten

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