Aktienmarkt

07. Januar 2016 09:29; Akt: 07.01.2016 17:36 Print

SMI sackt nach Chinas Kurssturz ab

Das Börsenbeben setzt auch die Aktienmärkte in Europa unter Druck. Der Swiss Market Index verlor 2 Prozent.

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Das sieht nicht gut aus an der Schweizer Börse: SMI-Verlauf am Donnerstagmorgen. (Bild: Gregory Rowe)

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Der neuerliche Kurssturz der chinesischen Aktienmärkte bringt auch in Europa die Märkte zum Beben. In der Schweiz sackte der Leitindex Swiss Market Index (SMI) kurz nach Handelsbeginn am Donnerstag um 2 Prozent ab. Gegen 10 Uhr lag das Minus bereits bei 3 Prozent.

Damit zeichnet sich am vierten Handelstag im neuen Jahr bereits die dritte Sitzung mit grösseren Kursverlusten ab. Bereits vor dem heutigen Handelsstart verzeichnete der SMI ein Jahres-Minus von 2,3 Prozent oder über 200 Punkten. Die grössten Verlierer unter den wichtigsten Aktien waren zunächst die Ölfirma Transocean mit einem Kursminus von knapp 5 Prozent, Julius Bär erwischte es ähnlich heftig.

«Es sieht gar nicht gut aus», sagte ein Händler. Es bleibe abzuwarten, ob die Schweizer Börse von der starken Gewichtung der als vergleichsweise krisensicher geltenden Pharma- und Lebensmittelwerte profitieren könne.

Auch andere Börsen wurden vom chinesischen Börsenbeben in den tiefroten Bereich gezogen. Der deutsche Leitindex Dax rauschte kurz nach Handelsstart um 2,18 Prozent in die Tiefe und fiel damit unter die Marke von 10'000 auf 9991,69 Punkte. In Japan schloss der Leitindex Nikkei mit einem Minus von 2,3 Prozent bei 17'767 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans fiel um 2,3 Prozent.

Gründe und Folgen des Kurssturzes in vier Punkten:

Panik in China wirkt sich aus

Die Panik in China wirke sich auch auf die hiesigen Märkte aus, heisst es in Handelskreisen. Nach dem zweiten Kursrutsch in dieser Woche war dort der Börsenhandel bereits nach knapp 30 Minuten für den Rest des Tages ausgesetzt worden. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen waren um mehr als 7 Prozent gefallen.

Vertrauen in Chinas Aktien ist dahin

Zum Wochenanfang - im Anschluss an den ersten Einbruch - hatte die chinesische Regierung zwar Milliarden in den Markt gepumpt und es waren auch neue Massnahmen angekündigt worden, um die Kurse zu stützen. Doch es fehle das langfristige Vertrauen der Anleger, heisst es im Markt.

Angst vor Handelskrieg

Die neuerliche Abwertung des chinesischen Yuan schürte die Sorgen um die Verfassung der chinesischen Wirtschaft und die Angst vor einem Handelskrieg. Analysten zufolge will China mit der Währungsabwertung heimischen Exporteuren auf die Sprünge helfen. «Das wird an den Märkten befürchtet», sagte ein Devisen-Experte von der Bank of Singapur. Allerdings würden damit auch andere Währungen geschwächt, so dass am Ende nur eine grössere Volatilität die Folge sei.

Ölpreis im freien Fall

Die Kursturbulenzen versetzten auch den Rohstoffmärkten einen weiteren Schlag. Der Preis für die richtungsweisende Rohölsorte Brent brach um bis zu 4,3 Prozent ein und lag mit 32,76 Dollar je Barrel so niedrig wie zuletzt vor knapp zwölf Jahren. Das wichtige Industriemetall Kupfer notierte 1,4 Prozent niedriger bei 4555 Dollar je Tonne. Im Gegenzug verteuerte sich am Donnerstag Gold, das als sichererer Anlagehafen gilt, um bis zu 0,4 Prozent und kostete mit rund 1102 Dollar so viel wie seit neun Wochen nicht mehr.

(dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kingdingeling83 am 07.01.2016 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht nur weiter

    Vielleicht ist das der Anfang vom Ende.

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  • M.G. am 07.01.2016 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Könnt Ihr lesen (und verstehen)

    Man deutet die neue Abwertung des Yuan als Zeichen das es in der chinesischen Wirtschaft nicht mehr rund läuft und die Notenbank deshalb nochmals abwertet um die eigene Exportindustrie zu stützen. Jetzt haben sie Angst vor einem neuen Währungskrieg. Die FED könnte die vorsichtige Aufwertung des Dollars aussetzen und die EZB könnte die Staatsanleihenkäufe noch weiter ausdehnen. Käme es so ginge der Kurs des Franken durch die Decke und die CH-Industrie würde bald gar nichts mehr exportieren. Die Globalwirtschaft wird wieder einmal politisch manipuliert.

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  • Wake am 07.01.2016 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Selbstlaeufer.

    Eigentlich ist das ganze mehr als Ueberfaelig, allerdings verhaelt sich der Markt gegen jede Logik. Das heisst dort wo es rauf gehen sollte sinken die Kurse und umgekehrt. Das Ding hat eine eigene Dinamik erhalten und wird von Computerprogrammen ausbalansiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel am 07.01.2016 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Spekulationen abschaffen

    Na und? Spekulationen mit Wertpapieren und Rohstoffen müssen weltweit verboten werden. Dann müssen endlich die Aktionäre von einer bescheidene Dividende (falls Geschäftsjahr erfolgreich ist) leben und Rohstoffe gelangen von den Produzenten direkt zur Verarbeitung. Dem grässlichen Kapitalismus muss ein Ende bereitet werden.

  • Wunder Nase am 07.01.2016 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder das Selbe

    Wenn etwas so tief fällt dann wurde es doch vorher mit grosser Wahrscheinlichkeit unrealistisch überbewertet. Bei den Börsen sieht man das immer wieder. Wieso wird man nicht klüger?

    • Supermario am 07.01.2016 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Die Börse lebt nun mal von der Phantasie; verändert sich diese - ob nun berechtigt oder nicht - schlägt sich das eben auf die Preise/Kurse nieder.

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  • M.G. am 07.01.2016 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Könnt Ihr lesen (und verstehen)

    Man deutet die neue Abwertung des Yuan als Zeichen das es in der chinesischen Wirtschaft nicht mehr rund läuft und die Notenbank deshalb nochmals abwertet um die eigene Exportindustrie zu stützen. Jetzt haben sie Angst vor einem neuen Währungskrieg. Die FED könnte die vorsichtige Aufwertung des Dollars aussetzen und die EZB könnte die Staatsanleihenkäufe noch weiter ausdehnen. Käme es so ginge der Kurs des Franken durch die Decke und die CH-Industrie würde bald gar nichts mehr exportieren. Die Globalwirtschaft wird wieder einmal politisch manipuliert.

    • Supermario am 07.01.2016 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Sowohl als auch :-)

      Ja, leider glaubt mittlerweile JEDE Notenbank, sie könne ihre, eigene Volkswirtschaft mit ein paar gedruckten Noten und ohne wirkliche Folgen aus dem Wachstumssumpf ziehen! Die Folgen davon werden alle Sparer (inkl. Vorsorgeeinrichtungen) noch Jahre bis Jahrzehnte verfolgen. Amen!

    • M.G. am 07.01.2016 20:40 Report Diesen Beitrag melden

      Die Sache kommt noch viel dicker

      @Supermario: Diese Manipulationen sind ein Ersatz für die in den WTO-Verträgen verbotenen Instrumente, Exportsubventionen und Importzölle. Reißen die Wirtschaftsräume USA, EU und China durch ihre Währungsmanipulationen immer mehr Märkte an sich bleibt für den Rest bald nichts mehr übrig. Sobald aber ein Staat die verbotenen Instrumente zum Schutz der eigenen Wirtschaft wieder einsetzt hagelt es Sanktionen. Und das führt zu heftigen politischen Spannungen. Zusammen mit dem Ölpreisverfall ist das eine explosive Mischung für bewaffnete Konflikte.

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  • Im Angesicht des Hodens am 07.01.2016 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitcoin Rush

    Die Kryptowährung bitcoin hat dafür um einiges an Wert Zugelegt. Es Spielt bald keine Rolle mehr welche Börse Schliesst für eine Tag oder mehr. Kryptowährungen bekommen jedesmal mehr schub und Glänzen bei jeder Kriese von 398 auf 415 Euro in knapp 3h. Der letzte Schub war Griechenland und die Kapitalverkehrskontrolle.

  • Guru am 07.01.2016 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf und ab

    Jesses. Und jetzt? In zwei wochen gehts um das gleiche wieder rauf nur schreib dann niemand drüber