Jahr 2015

08. Januar 2016 07:31; Akt: 09.01.2016 19:51 Print

SNB macht 23 Mrd Franken Verlust

Die Schweizerische Nationalbank rechnet für 2015 mit einem Verlust in Milliardenhöhe. Trotzdem schüttet die SNB Geld an die Kantone aus.

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Verlust ändert nichts an der Auszahlung an Bund und Kantone: die Schweizerische Nationalbank. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte das Jahr 2015 mit einem Verlust von 23 Milliarden Franken abschliessen. Damit wetzte sie die hohen Verluste des ersten Halbjahrs im dritten und vierten Quartal teilweise aus. An Bund und Kantone fliesst 1 Milliarde Franken.

Diese ordentliche Ausschüttung erfolgt, weil die Ausschüttungsreserve hoch ist, wie die SNB am Freitag mitteilte. Der Hauptteil des Verlustes entfällt auf Fremdwährungspositionen. Er beläuft sich im Gesamtjahr nach provisorischen Berechnungen auf 20 Milliarden Franken. Beim Goldbestand ergab sich ein Bewertungsverlust von 4 Milliarden Franken. Auf den Frankenpositionen resultierte dagegen ein Gewinn von 1 Milliarde Franken.

Dividendenauszahlung von 15 Franken je Aktie

Den Rückstellungen für Währungsreserven weist die SNB rund 1,4 Milliarden Franken zu. Die Rückstellungen und der Jahresverlust von zusammen 24,5 Milliarden Franken sind geringer als die Ausschüttungsreserve von 27,5 Milliarden.

Der daraus resultierende Bilanzgewinn ermöglicht der Notenbank trotz Jahresverlust eine Dividendenauszahlung von 15 Franken je Aktie sowie eine Ausschüttung von 1 Milliarde Franken an Bund und Kantone. Danach beträgt die Ausschüttungsreserve 2 Milliarden Franken.

Dass die Nationalbank den grossen Verlust des ersten Halbjahrs zum Jahresende teilweise auswetzen konnte, liegt vor allem an den Währungskursen mit der Abschwächung des Frankens. Im dritten Quartal hatte die Rechnung ins Plus gedreht.

50 Milliarden Verlust im ersten Halbjahr

Allein der Gewinn auf Fremdwährungspositionen betrug damals 15,9 Milliarden, insgesamt belief sich der Gewinn auf 16,2 Milliarden Franken. Im ersten Halbjahr hatte die Notenbank 50,1 Milliarden Verlust geschrieben. Nach neun Monaten standen noch 33,9 Milliarden Franken Verlust in den Büchern.

Die Ausschüttung von einer Milliarde an die Kantone dürfte deren Budget entlasten. Der Grund: Die Kantone hatten nicht mit dieser Zahlung gerechnet. In den meisten Fällen hatten sie daher auch nicht damit budgetiert. Spielraum für eine höhere Auszahlung bestand laut einer Analyse der Grossbank UBS allerdings nicht. Denn für die SNB musste die Stärkung des Eigenkapitals zur Abfederung von Ertragsschwankungen weiterhin hohe Priorität haben.

Den ausführlichen Jahresbericht und die definitiven Zahlen legt die Nationalbank am 4. März vor, der Geschäftsbericht wird am 24. März publiziert.

(mlr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marti am 08.01.2016 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buchverlust

    Leute denkt daran: Der Verlust wurde nicht realisiert. Also wie wenn ihr viele Euros, Gold etc zu Hause liegen habt und diese Ende von diesem Jahr weniger Wert sind als im Jahr davor. Das kann sich auch wieder ändern.

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  • Divico am 08.01.2016 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie oft muss man das noch...

    ..erklären! Das sind nur Kursbewertungen! Ein Verlust oder auch Gewinn wird erst dann realisiert, wenn eine Position verkauft wird. In 1 Jahr haben dieselben Positionen möglicherweise eine Wertgewinn von 30Mia!!!

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  • Ikiarbeitiaufbaustell am 08.01.2016 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monopoligeld

    Kein Wunder spielen ja auch mit der Monopoliwährung die den Namen Euro trägt....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani K. am 11.01.2016 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Abgerechnet wird am Schluss

    Der 'Verlust' oder 'Gewinn' existiert nicht real solange man die Position hält.

  • Kyniker am 09.01.2016 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Fiat Geld

    Oh neeeiiiin, Geld, das es nicht gibt, ist verloren gegangen!! Wie schrecklich! Muss man eben schnell mal wieder ein paar Zinsen erfinden und Geld kreiieren...

    • Chrishumor am 09.01.2016 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kyniker

      Daumenhoch, weil ich das gleiche Weiss wie du... Danke... Welche Schulden? Hihi aber die Massenglauben das... Was sie Sehen und Lesen. Das war bis 2.Weltkrieg auch so. Alle Glaubten die Masse und nicht die Einzelne von uns...

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  • Regenmacher am 09.01.2016 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inflationsstützung nützt niemanden.

    Falsche Strategien der SNB, werten unsere Währung ab um die sg. Eurowährung zu stützen. Selbstbetrug nennt man dies im Privatbereich. Oder auch Überschuldung. wäre wohl besser die Eigene Währung zur Stabilisierung der Wirtschaft im eigenen Land zu nutzen als Länder mit Milliarden zu unterstützen z. B. Griechenland, wo wie ein Fass ohne Boden das Vermögen verbrauchen. (siehe Rente mit 50)

  • Leser am 09.01.2016 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Roger Köppel

    Wo ist Pilipp Hildebrand? Wir könnten ihn jetzt gut brauchen. Oh, er wurde ja von Roger Köppels Blättchen aus dem Amt gejagt. Die Vorwürfe bekräftigten sich nie.

  • Indie am 09.01.2016 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strategiewechsel?

    Warum wettet die SNB nicht einfach gegen den Euro, so richtig dick mit Margin-Hebel und verteilt diese Gewinne dann an den Bund? Der könnte ja dann den Unternehmen einen günstigeren Euro-Kurs subventionieren und es bliebe immer noch eine Menge Geld über. Könnte das nicht funktionieren?

    • :) am 09.01.2016 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Indie

      Schweizer Export Unternehmen wären Konkurs. Deshalb ...

    • Mmax am 09.01.2016 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @:)

      Stimmt. Nur schon durch diese fixierung verlieren viele Europäische Ubterbehmungen auch das Vertrauen in den Schweizer Markt

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