Nationalbank

03. März 2011 12:54; Akt: 03.03.2011 12:59 Print

SNB will wertvollen UBS-Schrott behalten

von Balz Bruppacher - Obwohl die UBS-Rettungsaktion für die Nationalbank mittlerweile Gewinne abwirft, muss sich die Grossbank mit dem Rückkauf der Schrottpapiere gedulden.

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UBS-Chef Oswald Grübel (rechts) muss sich gedulden. SNB-Präsident Philipp Hildebrand will die UBS-Schrottpapiere noch nicht zurück geben. (Bild: Keystone)

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«Wir sind ganz klar mit der UBS übereingekommen, dass ein Rückkauf im Moment kein Thema ist, weder für sie noch für uns», sagte SNB-Vizepräsident Thomas Jordan vor den Medien in Bern. Die Operation funktioniere sehr gut, so dass es zurzeit eigentlich auch keinen Grund gebe, irgendetwas zu ändern. Aber: Es gilt als offenes Geheimnis, dass UBS-Chef Oswald Grübel die Schrottpapiere zurückhaben möchte, um sich von der Staatshilfe loszusagen.

Jordan erinnerte auch daran, dass die UBS dann die Möglichkeit zum Rückkauf des sogenannten Stabilisierungsfonds hat, wenn das Darlehen der Nationalbank vollständig zurückbezahlt ist. Dieses hat sich innert Jahresfrist zwar von knapp 21 Milliarden Franken auf weniger als zwölf Milliarden Franken halbiert. Analysten wiesen aber darauf hin, dass es noch bis ins zweite Quartal 2012 dauern könnte, bis das Darlehen an den Fonds vollständig zurückbezahlt ist.

Schrottpapiere: 2,5 Milliarden Gewinn

Für die Schweizerische Nationalbank (SNB) warf der im Oktober 2008 zur Rettung der UBS eingerichtete Fonds im letzten Jahr erstmals einen Gewinn ab. Und zwar in der Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, nach einem Verlust von 2,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Grund liegt vor allem in der höheren Bewertung der einst als toxisch eingestuften UBS-Papiere sowie bei Zinseinnahmen auf den Produkten. Die erfolgreiche Liquidationsstrategie hatte auch zur Folge, dass der Stabilisierungsfonds wieder ein Eigenkapital von 2,1 Milliarden Dollar aufweist, nachdem 2009 eine Überschuldung von 0,4 Milliarden Franken eingetreten war.

Auf das tiefrote Konzernergebnis der Nationalbank hatte der Fonds einen positiven Einfluss in der Höhe von 1,6 Milliarden Franken. Unter dem Strich bleibt aber ein Konzernverlust von 19,2 Milliarden Franken. Diese Grössenordnung hatte die Notenbank schon im Januar angekündigt. Der Grund liegt vor allem bei den Kursverlusten auf den massiv gestiegenen Devisenreserven. Die in den letzten Tagen des vergangenen Jahres beschleunigte Aufwertung des Frankens führte zu Wechselkursverlusten in der Höhe von 32,7 Milliarden Franken.

SNB warnt Kantone

Der SNB-Vize wollte nicht darüber mutmassen, wie viel des Buchverlusts auf den Devisenreserven im ersten Quartal dieses Jahres bereits wieder wettgemacht werden kann. Denn der Stichtag für die Bewertung ist erst der 31. März. Jordan wiederholte aber die Mahnung an Bund und Kantone, sie sollten sich darauf einrichten, dass die Gelder der Notenbank künftig spärlicher sprudeln und vorübergehend auch ganz versiegen könnten.

Denn in der Gewinnausschüttungsreserve klafft gegenwärtig ein Loch von fünf Milliarden Franken. Das bedeutet auch, dass sich Bundesrat und Nationalbank zusammensetzen müssen, um die eigentlich noch bis 2017 geltende Gewinnausschüttungsvereinbarung zu überprüfen. Ein Resultat werde im Laufe dieses Jahres vorliegen, sagte Jordan, ohne sich genauer festlegen zu wollen. Dieses Jahr erhalten Bund und Kantone nochmals 2,5 Milliarden Franken, weil der Bankrat der Nationalbank ein Auge zudrückte.