Die Pensionskasse ist schuld

31. März 2013 10:18; Akt: 31.03.2013 10:28 Print

SRG rutscht tief in die roten Zahlen

SRG-Generaldirektor Roger de Weck muss für das vergangene Geschäftsjahr rote Zahlen vermelden. Schuld daran ist die Senkung des Zinssatzes der Pensionskasse.

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Ein nachdenklicher SRG-Generaldirektor Roger de Weck. (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Die SRG schreibt für das Geschäftsjahr 2012 rote Zahlen. Grund sind Sondereffekte bei der Pensionskasse. Für die Senkung des technischen Zinssatzes von 4 auf 3,25 Prozent stellt das Unternehmen mehr als 150 Millionen Franken zurück.

Ohne diesen Sondereffekt würde die SRG für 2012 keinen Verlust verzeichnen, versicherte Generaldirektor Roger de Weck im Interview mit der «SonntagsZeitung». Die SRG wolle die Pensionskasse «in einem einmaligen Willens- und Kraftakt» nachhaltig aufstellen.

Die Senkung des technischen Zinssatzes führt dazu, dass mehr Kapital zur Deckung der Vorsorgeleistungen bereit gestellt werden muss.

«Riesige Hausaufgabe» für die SRG

Zudem soll die Kasse vom Leistungs- zum Beitragsprimat umgestellt werden. Darüber werden die SRG-Versicherten noch in einer Urabstimmung befinden. Beim Beitragsprimat hängen die Leistungen im Alter vom effektiv angesparten Kapital ab, beim Leistungsprimat vom versicherten Lohn.

Die SRG plane diese «riesige Hausaufgabe» ein Jahr früher als geplant - und zwar ganz aus eigener Kraft. Anders als bei anderen Service-public-Unternehmen habe der Bund die Pensionskasse der SRG nie rekapitalisiert, betonte de Weck.

«Deutliche» Einbussen bei Werbespots

Die SRG publiziert die Zahlen zur Jahresrechnung 2012 am 8. April. Laut de Weck muss das Unternehmen bei den Einnahmen aus Werbespots «deutliche Einbussen» hinnehmen - dies nach zwei Boomjahren. Die SRG sei aber darauf eingestellt gewesen: «Die Kosten bleiben im Griff.»

Investiert werde in die Liegenschaften, wo beträchtlicher Nachholbedarf bestehe. Und wo möglich, werde Radio und Fernsehen örtlich zusammengeführt. In Basel sei künftig die ganze Kulturabteilung von SRF stationiert.

In Lugano werde das Radio- ins Fernsehstudio umziehen. In Zürich werde mittelfristig das Radiostudio Brunnenhof aufgegeben, um im Studio Leutschenbach konvergent zu arbeiten. Auch werde die Geschäftsleitung neue IT-Projekte noch strenger selektionieren und die Umsetzung «kritisch und agil» begleiten.

2011 schrieb die SRG erstmals seit fünf Jahren wieder schwarze Zahlen. Sie erzielte einen Überschuss von 25,75 Millionen Franken. Im Jahr zuvor (2010) hatte noch ein Verlust von 12,3 Millionen Franken resultiert - bei einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Franken.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kann Sein am 31.03.2013 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Links

    Ich glaube die wollen uns in die EU jagen!

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  • Martial Callair am 31.03.2013 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ist Herr de Weck tragbar?

    Ich habe das Gefühl, dass das Management nichts taugt. Die Unterhaltung ist schlecht bis kindisch, die Nachtprogramme allgemein faul. Nur die Tagesschau ist annehmbar, weil die Moderatoren sehr professionell und sympathisch sind. Schade um die Gebühren!

  • Felix am 31.03.2013 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird nicht alles gesagt

    Ein Millionenbetrag kostete die Namens- und Logoänderung im letzten Jahr. War dies notwendig?? Damit haben wir innert 20 Jahren nun schon 7 x ein neues Logo, eine neue Bezeichnung oder eine neue Aufbausruktur erhalten. Jeder neue Direktr sezt sich hier ein millionenschweres Denkmal, auf dass der Nachfolger dies wieder àndert. Völlig überrissen und unnötig ist auch die ganze Genossenschadtsstruktur des Oberbaus SRG - völlig überflüssig, es geht auch ohne diese Publikumsräte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Richard Ulrich am 01.04.2013 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterhaltung

    Z.b. Morgens höre und sehe ich nur noch gute Musik und andere guten Unterhaltung. Das allmorgentliche stundenlange "gelafer" , genannt Information, auf Srf 1 etc, geht mir schon lange auf den Wecker. Ebenfalls wird auf dem Wetterkanal steundenlang und eingehand über Politik und Verbrechen etc. Informiert!! Dabei möchte ich nur gute Musik hören dabei.. Ich schalte halt weiterhin sofort wiedauf Radio Eviva, SWR 4 etc. Schweizer medien macht nur weiter so. Irgendwann sendet ihr nur noch in die Wüste..

    • ne Frau am 01.04.2013 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Es lebe die Musik

      Radio Swiss Pop hören. Kommt auch nur Musik

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  • Birbo am 01.04.2013 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ungerechtes Leistungsprimat

    Ich arbeite bei einer grossen und wirtschaftlich sehr erfolgreichen Versicherungsgesellschaft. Die Pensionskasse dieser Firma kann das Leistungsprimat schon seit einiger Zeit nicht mehr finanzieren und hat daher auf das gerechtere Beitragsprimat umgestellt. Nur noch Bundesbetriebe wie das SRG können sich die PK Luxuslösung noch erlauben. Warum? Weil wir Steuerzahler die Defizite decken. Stellt diese Ungerechtigkeit endlich ab!

  • Peter Häffner am 01.04.2013 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich SRG-Generaldirektor wäre

    ... gäben mir die Kommentare hier echt zu denken. Kaum positive Reaktionen, massenhaft Kritik. Ich würde schleunigst Geld in Programme stecken, die bei der breiten Masse ankommen, statt sie z.B. in den erwähnten Umbenennungs-Orgien zu versenken. Das tragische daran: RdW und seinen Leuten ist das alles sowas von egal. Die beziehen ihre Löhne ohne jeglichen Leistungsdruck. Wie einfach muss es sein, bei einem solchen Unternehmen Chef zu sein und über 'riesige Hausaufgaben' zu jammern aber 'kritisch und agil' zu bleiben? Leere Worthülsen, RdW!

  • f. steiner am 01.04.2013 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leistungsprimat!? 

    Jeder andere Betrieb kennt schon seit Jahren das Beitragsprinzip. Wieso wird bei bundes Betriebe das so lange mit Leistungsprimat die Pensionskasse geführt? Klar entstehen,da Kapitallücken, wenn es jedes Jahr Lohnerhöhungen gibt. Und wir Steuerzahler dürfen das mitfinanzieren. Zweckentfremdung!

  • Arnoldo am 01.04.2013 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SRF hat grosse Probleme!

    Wenn ich die Beiträge lese,hoffe ich,dass Herr De Weck diese liest. Noch besser,dies zum Anlass nimmt und sich ernsthaft seine Gedanken macht,was in seiner Verantwortung alles schief läuft! Die eine oder andere Meinung mag etwas heftig sein,aber der Grundtenor ist doch eine grosse Unzufriedenheit,also Grund genug die Kritik ernst zu nehmen. Nicht zu reagieren,oder gar um Verbesserung bemüht zu sein,straft der Gebührenzahler mit Abwanderung zu Deutschen Sender,was in vielen Fällen schon üblich ist.

    • Gebührenzahler am 02.04.2013 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      Egal

      Das dürfte Herr de Weck egal sein, denn ein steigender Verlust schreit geradezu nach einer Erhöhung der Rundfunkgebühren. Und mit Service Public hat das schon länger nichts mehr zu tun (SRG betreibt 18 Radio- und 8 Fernsehprogramme).

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