Wiederholungstäterin

04. März 2010 07:29; Akt: 04.03.2010 10:45 Print

Saftige Busse für Lonza

Der Life-Sciences-Konzern Lonza steht mit den Vorschriften der Schweizer Börse auf Kriegsfuss und muss nun eine Busse von 100 000 Franken zahlen.

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Geahndet wurden Verletzungen der Vorschriften über Management-Transaktionen, Ad-hoc-Publizität und Regelmeldepflichten. Dies gab die Sanktionskommission der SIX Swiss Exchange am Donnerstag bekannt. Bei der Höhe der Busse - es handelt sich um eine der höchsten von der Börse je verhängten - berücksichtigte das Aufsichtsgremium die Schwere der Verletzung, die Schwere des Verschuldens, die Strafempfindlichkeit des Emittenten sowie den Umstand, dass gegen Lonza bereits in den vergangenen drei Jahren mehrere Sanktionen verhängt worden waren.

Es habe sich dabei um mehrere kleinere, voneinander unabhängige Fehler gehandelt, sagte Lonza-Sprecher Dominik Werner auf Anfrage der SDA. «Wir haben im vergangenen April darum die Prozesse angepasst und die Verantwortlichkeiten neu geregelt», so der Sprecher weiter.

Im neusten Fall hat Lonza Management-Transaktionen eines Geschäftsleitungsmitglieds im Februar 2009 nicht korrekt gemeldet und anschliessend zu spät korrigiert, wie es in einem Communiqué der SIX vom Donnerstag heisst.

Dabei ging es um zwei Transaktionen im Volumen von gut 70 000 respektive knapp 100 000 Franken. Damit überschritt der Gesamtwert die Meldeschwelle von 100 000 Fr. pro Kalendermonat.

Lasche Informationspolitik

Weiter habe Lonza mehrfach gegen Vorschriften zur Ad hoc- Publizität verstossen. Erstens veröffentlichte sie das Ausscheiden eines Verwaltungsratsmitgliedes nicht sofort nach Kenntnisnahme durch den Verwaltungsrat. Zweitens gab sie die Nomination eines neuen Verwaltungsratsmitgliedes nicht sofort nach deren Feststehen gemäss den Regeln der Ad hoc-Publizität bekannt, wie es weiter heisst.

Stattdessen erfolgte die Publikation der Nomination verspätet mit der Einladung zur Generalversammlung, welche zudem nur einem Teil der vorgeschriebenen Empfängern von Ad hoc-Mitteilungen zugestellt wurde. Ferner verletzte Lonza auch eine Regelmeldepflicht, indem sie die Einladung der SIX Exchange Regulation nicht zustellte.

Die Busse von 100 000 wird Lonza akzeptieren. Sie ist eine der höchsten Sanktionen der SIX - maximal hätte die Börse ein Bussgeld von 200 000 Franken verhängen können.

(sda/ap)