Ärger mit Telekom-Anbietern

14. November 2019 18:31; Akt: 15.11.2019 10:41 Print

Handy-Rechnungen sorgen am häufigsten für Ärger

Ombudscom hat zum ersten Mal die Zahlen der Schlichtungsverfahren von Telekom-Anbietern preisgegeben: Teure Rechnungen und Roamingkosten verärgern die Kunden am meisten.

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Wer Streit mit seinem Telekom-Anbieter hat und auf keinen grünen Zweig kommt, kann sich an die Ombudscom wenden. Diese leitet, wenn nötig, ein Schlichtungsverfahren ein. Wie oft Swisscom, Sunrise, Salt und UPC solche Verfahren durchlaufen, war bisher unbekannt. Jetzt konnte SRF die Daten zum ersten Mal einsehen. Die Auswertungen von SRF zeigten: In den letzten fünf Jahren wurden über 6000 Schlichtungsverfahren durchgeführt. Über 3000 der Verfahren betrafen die vier grossen Schweizer Telekommunikations-Konzerne: Swisscom, Sunrise, Salt und UPC. Die meisten Verfahren fielen auf Salt. Bei Salt machten falsche oder zu teure Rechnungen über 40 Prozent der Verfahren aus. Laut Salt-CEO Pascal Grieder habe Salt tatsächlich Probleme gehabt und diverse IT-Umstellungen hinter sich. Aber: «Das ist ein Bereich, in dem wir uns deutlich verbessert haben.» Roamingkosten und Vertragskündigungen sorgten ebenfalls für viele Ärgernisse bei den grossen Schweizer Telekom-Anbietern. Immer wieder stellt sich auch die Frage, wer von den grossen Schweizer Telekomfirmen bietet eigentlich das beste Netz? Die britische Firma Opensignal hat die Netze der Schweizer Telekom-Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt analysiert und dabei die 4G-Verfügbarkeit oder die Download- sowie Upload-Geschwindigkeit gemessen: Bei der Verfügbarkeit von 4G ist der Gewinner. In 93 Prozent aller Verbindungsversuche haben die Sunrise-Kunden 4G-Empfang, wie der «Tages-Anzeiger» mit Verweis auf Opensignal schreibt. Während auch bei Swisscom die Quote über 90 Prozent liegt, schneidet Salt am schlechtesten ab. Hier schwenkten die Geräte öfter auf die langsameren Netze 3G und E um. Wer Inhalte aus dem Netz so schnell wie möglich auf das Smartphone laden möchte, ist hingegen bei der mit 40,4 Mbps im Schnitt am besten bedient. Klar langsamer ist die Download-Geschwindigkeit bei Sunrise (33,5 Mbps) und bei Salt (30,2 Mbps). Bei der Upload-Geschwindigkeit sind die Unterschiede weniger markant. Die Anbieter liegen fast gleich auf. Mit 12 Mbps liegt aber leicht vor Salt und Swisscom. Noch weniger Unterschiede gibt es beim Video-Erlebnis. Alle drei Anbieter erhalten im Test die Note «sehr gut» und erreichen über 68 von 100 Punkten. Das heisst: Sowohl bei Swisscom, Sunrise und Salt gibt es nur selten stockende Video-Bilder oder lange Ladezeiten. Unter dem Strich schneidet die dennoch leicht besser ab als die beiden anderen Anbieter. Bei der Latenzzeit geht es um die Verzögerung bei der Übertragung etwa eines Sprachsignals vom Sender zum Empfänger. Je kleiner die Latenzzeit also, desto besser. Gewinner ist hier die mit einer Latenzzeit von 30,8 Milisekunden. Etwas mehr haben Sunrise und Salt. Insgesamt haben aber alle drei Anbieter eine relativ kurze und damit «gute Reaktionszeit». Mit einem Schnitt von 34 Millisekunden gehören die Schweizer Anbieter sogar international zur Spitze. Auch über alle Kategorien gesehen spielt die Schweiz im Ländervergleich vorne mit. Insgesamt hat Opensignal die Netze in 87 Ländern analysiert. In fast allen Kategorien sind die Schweizer Anbieter in den Top 10 zu finden. Damit hat die Schweiz eines der besten Netze weltweit, schreibt der «Tages-Anzeiger». Bei der 4G-Verfügbarkeit schafft es die Schweiz hingegen nicht in die Top Ten und kommt mit einem Schnitt von 89,6 Prozent auf Platz 14. An der Spitze liegt Südkorea. Dort erhalten die Handy-Besitzer in 97,5 Prozent der Zeit eine 4G-Verbindung. Eine Quote von über 90 Prozent haben auch Länder wie Japan, Norwegen, die USA oder Schweden.

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Teure oder falsche Roamingkosten und SMS: Streitereien mit dem Telekom-Anbieter hatten schon die meisten. Wer keine Lösung findet, kann Beschwerde bei der Schlichtungsstelle der Telekombranche einreichen: der Ombudscom. Diese kann ein Schlichtungsverfahren eröffnen

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Wie oft Swisscom, Sunrise, Salt und UPC solche Verfahren durchlaufen, war bisher unbekannt. Die Ombudscom wollte die Daten nicht preisgeben. SRF ist mit dem Fall vor das Bundesverwaltungsgericht und hat gewonnen. Jetzt konnte SRF die Daten zum ersten Mal einsehen.

Die Auswertungen von SRF zeigen: In den letzten fünf Jahren wurden über 6000 Schlichtungsverfahren durchgeführt. Über 3000 der Verfahren betrafen die vier grossen Schweizer Telekommunikationskonzerne: Swisscom, Sunrise, Salt und UPC.

Salt schneidet besonders schlecht ab

Die meisten Verfahren fielen auf Salt. «Das ist kein gutes Zeugnis, das ist weit unter unseren Ambitionen», sagt Salt-CEO Pascal Grieder zu SRF. Doch Salt habe sich inzwischen massiv verbessert: 2019 sei weit von diesen schlechten Resultaten entfernt.

Grund für die meisten Schlichtungsverfahren waren falsche oder zu teure Rechnungen bei den grossen Anbietern. Laut SRF wurde seit 2014 über 1300 Mal der Beschwerdegrund «Rechnungstellung» angegeben.

Bei Salt machten falsche oder zu teure Rechnungen über 40 Prozent der Verfahren aus. Laut Griederer habe Salt tatsächlich Probleme gehabt und diverse IT-Umstellungen hinter sich. Aber: «Das ist ein Bereich, in dem wir uns deutlich verbessert haben.»

Roamingkosten und Vertragskündigungen sorgten ebenfalls für viele Beschwerden und Ärger bei den grossen Schweizer Telekom-Anbietern. Allerdings haben die Schlichtungsverfahren seit 2015 abgenommen. Grund dafür ist laut SRF die Einführung einer Gebühr von 20 Franken, die die Kunden am Schluss des Verfahrens bezahlen müssen.

(bsc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kunde am 14.11.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu viele verschiedene abos

    vielleicht sollten die telekom anbieter noch mehr abo-varianten anbieten, um noch mehr unklarheiten zu schaffen .....

    einklappen einklappen
  • Annegret am 14.11.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Wer sich heute noch happige Roaminggebühren einfängt weil er keinen Plan hat wie es geht, und das ist meistens der Fall, sollte dss Natel abgeben.

    einklappen einklappen
  • Markuss 1855 am 16.11.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Smartphon

    Ein Telefon ist zum Telefonieren da. Ab und zu mal ein SMS (Spionage WhatsApp braucht es nicht) oder mal kurz ins Internet um was nachzusehen, dafür reicht eine Prepaid Sim Karte. Alles andere Facebook, Instagram... kann locker über den heimischen PC erledigt werden. Ich selber brauche auf diese Art ca. 100.- pro Jahr. Alles andere ist purer Luxus den Grundsätzlich "Niemand" braucht. Und wenn man es trotzdem möchte, meistens ja nur um ein bisschen Anzugeben, soll auch den teuren Preis dafür bezahlen. Wer in der heutigen Zeit noch in die Roaming-Falle tappt, ist wirklich selber schuld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Claudia am 16.11.2019 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung:

    Prepaid! Das Beste - es lebt sich damit freier, viel billiger und mit viel mehr Zeit für Anderes.

  • Katki am 16.11.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bis jetzt?! No Problemo!

    Bin erst seit 4 Monaten bei Salt ... und bis jetzt ist nichts zu meckern! Aber wer weiss? Vielleicht kommt es ja noch? Spare auf jedenfall die halben Kosten gegenüber Sunrise und das zu den besseren Konditionen! Ich hoffe das haltet auch an?

    • Alfred A. am 18.11.2019 06:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Katki

      Könnte jetzt auch nicht klagen. So weit keine Probleme. Trotzdem bitte vorsichtig bleiben. Alle Anbieter haben in mehr oder weniger verschwurbelten Formulierungen in den AGBs versteckt, dass sie die Spielregeln während eines Spiels jederzeit nach Belieben ändern können und dürfen.

    einklappen einklappen
  • Neumann am 16.11.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Skywalker1986 am 16.11.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso so ein Stress

    Ich nutze nur pre paid. Lade einmal im Monat meine 50 Stutz auf und hab den ganzen Monat unbegrenztes und ungedrosseltes Internet. Kann telefonieren und sms schreiben so viel ich will. Kein arger mit der Rechnung und aufladen kann man ja praktisch überall sei es am sbb Automat,online per kk oder klassisch auch im Laden oder am Bankomaten.

    • Lisa am 16.11.2019 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Skywalker1986

      Waaaaas? Jeden Monat 50 Franken? Da wäre wohl manches Abo günstiger

    einklappen einklappen
  • dany.grutli79 am 16.11.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prepayd

    Ich habe seit jahren Prepayd und so kein Ärger oder Sorgen.