Ausbau Andermatt/Sedrun

03. April 2012 12:24; Akt: 03.04.2012 21:53 Print

Sawiris will Sportbahnen übernehmen

Für den Ausbau und Zusammenschluss der Skigebiete von Andermatt UR und Sedrun GR scheint eine Lösung nahe zu sein. Der ägyptische Investor Samih Sawiris will die beiden Bahngesellschaften übernehmen.

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Skifahrer im Gebiet Andermatt/Sedrun.

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Die Verwaltungsräte der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG und der Sedrun Bergbahnen AG haben dem Angebot zugestimmt. Damit sei ein Etappenziel erreicht, sagte der Urner Regierungsrat Isidor Baumann am Dienstag auf dem Oberalppass an der Kantonsgrenze Graubünden-Uri. Baumann fungierte in dem monatelangen und schwierigen Einigungsprozess als Moderator.

Sawiris sagte, sein Angebot an die Aktionäre sei nicht nur fair, sondern grosszügig. Die Entwicklung der beiden Skigebiete sei eine gute Sache für die ganze Region.

Ausbau im Frühling 2013

Sawiris macht das Übernahmeangebot über die Andermatt Swiss Alps AG, die das Feriendorf in Andermatt baut. Andermatt Swiss Alps ist bereits heute über die Andermatt-Surselva Sport AG an den Bergbahnen (Andermatt: 16 Prozent, Sedrun 10 Prozent) beteiligt. Ziel ist es, diese Beteiligungen auf je mindestens 67 Prozent zu erhöhen.

Gelingt die Transaktion, wird die Andermatt-Surselva Sport AG mit einem Aktienkapital von 49 Millionen Franken zum federführenden Unternehmen beim Ausbau und Zusammenschluss der beiden Skigebiete. Insgesamt sind Investitionen von bis 130 Millionen Franken vorgesehen. Der Baubeginn ist für Frühling 2013 geplant.

Geplant sind am Oberalp die Verbindung der Skigebiete Andermatt und Sedrun durch eine Skischaukel, die Erneuerung verschiedener Bahnen sowie die Errichtung von Beschneiungsanlagen. Am Gemsstock sind ebenfalls Erneuerungen und die Installation von Beschneiungsanlagen geplant.

Derzeit sind Einspracheverhandlungen mit den Umweltorganisationen und anderen Einsprechern im Gange. Baubeginn ist voraussichtlich im Frühjahr 2013.

Volksabstimmung nötig

In Andermatt ist die Korporation Ursern mit 23 Prozent grösste Aktionärin der Sportbahnen, in Sedrun hält die Gemeinde Tujetsch eine Mehrheit von 51 Prozent. Zur Übernahme braucht es dort deshalb eine Volksabstimmung, die auf den 1. Juli angesetzt ist.

Die Sedrun Bergbahnen AG hatte das Ausbauprojekt von Anfang an begrüsst. Vizepräsident Marcellino Giger sprach von einer «einmaligen Chance», die es ermögliche, die Zukunft zu sichern. Skeptischer eingestellt war Franz Steinegger, Verwaltungsratspräsident der Andermatt Gotthard Sportbahnen AG. Er werde den Kleinaktionären empfehlen, die Aktien zu verkaufen, und so das Risiko an die Andermatt-Surselva Sport AG zu übertragen, sagte er.

Nicht involviert in die Übernahme ist das schwedische Tourismusunternehmen SkiStar. Andermatt Swiss Alps hatte mit SkiStar eine Absichtserklärung zur Entwicklung des Skigebietes unterzeichnet.

Weil sich die Verhandlungen in die Länge zogen, klickte sich SkiStar aus und verlangte, dass Andermatt und Sedrun «die Hausaufgaben machen», wie Regierungsrat Isidor Baumann ausführte. Die Beteiligung von SkiStar am Projekt wird Sache der Andermatt- Surselva AG sein, und nicht mehr der beiden angestammten Sportbahngesellschaften in Andermatt und Sedrun.

(uwb/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 03.04.2012 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die liebe Schweizer Mentalität

    Für mich unverständlich: da glaubt jemand an die Chance in dieser wirtschaftsarmen Region und wir Schweizer wissen nichts besseres zu tun, möglichst viele Gründe aufzuführen, warum es nicht funktionieren wird. Spricht da etwa der Neid? Ich glaube an das Projekt. Und an Samih Sawiris. Wer neue Wege geht, der hat es leider bei uns nicht leicht. Schade!

  • Michael am 04.04.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    VIELES WIRD VERSCHWIEGEN

    z.B. die Infrastruktur-Kosten Strassen usw. werden den CH-Staat Milliarden kosten, solche Nachfolge-Kosten werden gerne verschwiegen. Aus diesem Grund sollte man keine weiteren Sawiri-Projekte mehr bewilligen - das ganze ist ein reines Sawiri-/Steinegger Abzocker-Projekt.

  • Kevin am 03.04.2012 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der zukunft entgegen

    Sawiris ist ein mann mit visionen, der etwas bewegt. Er ist nicht einer der nur leere worte auftischt, sondern seine worte auch in sichtbare taten umsetzt. Natürlich eckt man mit solchen projekten bei vielen leuten an, aber ohne solche visionäre würden wir immer noch in der steinzeit leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarina am 05.04.2012 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Keine CH-Steuergeder hineinpumpen

    Die im Bau befindlichen Objekte müssen zuerst einmal verkauft werden, bevor überhaupt an neuen Projekten herum manipuliert wird. Das Bau-Schneeball-System muss aufhören - wenn schon das nötige Klein-Geld fehlt, sollte man aufhören mit Risiko-Planungen.

  • Marcel am 05.04.2012 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Bau-Spekulanten sahnen nur Geld ab

    um ihre eigene Geld-Kasse aufzupolieren, aber von der Infrastruktur Strassenbau und sonstigen Pleite-Risiken wollen sie nicht's wissen, es wird das Blaue vo Himmel versprochen - der CH-Staat ist einfach blauäugig - auf solche Sawiri-Investoren können wir gut verzichten.

  • Michael am 04.04.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    VIELES WIRD VERSCHWIEGEN

    z.B. die Infrastruktur-Kosten Strassen usw. werden den CH-Staat Milliarden kosten, solche Nachfolge-Kosten werden gerne verschwiegen. Aus diesem Grund sollte man keine weiteren Sawiri-Projekte mehr bewilligen - das ganze ist ein reines Sawiri-/Steinegger Abzocker-Projekt.

  • Marcel am 04.04.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    KEIN EIGENES GELD - AKTIONÄRE SOLLEN ES

    RICHTEN. Solche Spekulations-Objekte sollte man nicht unterstützen - CH- Banken / CH-Staat sollten solche Risiko-Objekte zurückziehen - eine Pleite wäre für alle Beteiligten eine Schande.

  • U. Schälli am 04.04.2012 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Das noch keiner vor Ihm gekommen ist. Es musste wohl ein Sawiris sein, einem Schweizer wäre das aus Neid nie bewilligt worden... An alle Nörgler: was da oben bereits gebaut wurde ist hässlich, die Neubauten sind geradezu schön dagegen...