Lifte und Rolltreppen

17. Februar 2011 06:52; Akt: 17.02.2011 14:48 Print

Schindler erzielt mehr Gewinn als im Vorjahr

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler hat seinen Gewinn 2010 erneut steigern können. Mit einem Reingewinn von 711 Mio. Fr. blieb dem Innerschweizer Unternehmen unter dem Strich 8,9 Prozent mehr übrig als im Vorjahr.

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Bereits im Krisenjahr 2009 hatte Schindler dank Sparmassnahmen bei einem Umsatzminus den Gewinn gehalten. 2010 ist der Umsatz (erstmals ohne die mit Actebis fusionierte ALSO) als Folge des starken Frankens um 1,1 Prozent auf 8,19 Mrd. Fr. zurückgegangen. Mit konstanten Wechselkursen wäre er um 2,4 Prozent gestiegen.

Von einem «exzellenten Resultat» sprach Alfred N. Schindler an der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag. Schindler präsentierte zum letzten Mal das Geschäftsergebnis. Er übergibt die Konzernleitung Jürgen Tinggren, der bis jetzt die Sparte Aufzüge und Fahrtreppen leitete. Schindler bleibt aber Verwaltungsratspräsident.

Der Schindler-Konzern verzeichnete im vergangenen Jahr Bestellungen von 8,78 Mrd. Franken. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In Lokalwährungen gerechnet wären es sogar 7,7 Prozent mehr gewesen. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) des Lift- und Rolltreppengeschäfts konnte Schindler von 962 auf 980 Mio. Franken steigern.

Analysten hatten aber mehr von Schindler erwartet. An der Börse gab der Kurs des Partizipationsscheins trotz der Gewinnsteigerung deutlich nach. Dieser lag um 14.45 Uhr bei 104,80 Franken mit 5,8 Prozent im Minus.

Unterschiedliche Entwicklung der Märkte

Das Geschäft entwickelte sich in den drei Märkten Schindlers allerdings sehr unterschiedlich. Am stärksten gewachsen ist Schindler in Asien, insbesondere in China und Indien. Dort wurden 72 Prozent der neuen Einheiten verkauft. Der Umsatzanteil hält allerdings noch nicht mit und beträgt lediglich 19 ( 2) Prozent.

In Süd- und Osteuropa (inbesondere in Spanien und Griechenland) war der Markt stark rückläufig. Das übrige Europa verzeichnete ein geringes Wachstum oder stagnierte. Europas Anteil am Gesamtumsatz ging um 2 Prozentpunkte auf 52 Prozent zurück.

Amerika steuerte unverändert 29 Prozent zum Umsatz bei. Während Nordamerika allerdings weiterhin auf tiefem Niveau stagnierte, erholte sich Lateinamerika; insbesondere in Brasilien zog die Bautätigkeit wieder an.

Die Entwicklung in den Märkten bestimmt auch die Strategie des Konzerns, obwohl er gewisse Überhitzungstendenzen notiert. In naher Zukunft will Schindler die Forschung und Entwicklung in den Wachstumsmärkten China und Indien ausbauen. Mehr Aufträge werden auch in Lateinamerika und der Golfregion erwartet.

Reduzierte Kapazitäten in schwachen Märkten

In schwachen Märkten, wo keine Erholung in Aussicht steht, will Schindler die Geschäftstätigkeiten reduzieren. Dort werden die Kapazitäten und die Kostenbasis angepasst. Im laufenden Jahr rechnet man, wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, mit Restrukturierungskosten von 25 bis 30 Mio. Franken.

Der Generalversammlung der Schindler Holding AG, die mit einem Gewinn von 670 (Vorjahr: 491) Mio. Fr. abschloss, wird die Ausschüttung einer unveränderten ordentlichen Dividende von 2 Franken sowie einer Zusatzdividende von 1 Franken beantragt.

Für das laufende Jahr gibt sich der Konzern vorsichtig und rechnet weiterhin mit einem negativen Einfluss durch den hohen Frankenkurs. Erwartet wird ein (in Franken) unveränderter Umsatz - in Lokalwährung plus 5 Prozent - sowie ein leicht tieferer Gewinn.

Ehrgeizige Ziele hat der neue Konzernchef Jürgen Tinggren dagegen für 2013: Eine EBIT-Marge von 14 (heute 12) Prozent und einen Reingewinn von 900 Mio. Franken.

(sda)