Pop-up-Boom

05. Juni 2018 11:04; Akt: 05.06.2018 11:04 Print

Schweiz Tourismus macht verrückte Orte zu Hotels

Aufwachen im Kursschiff, ein Barbecue auf einer privaten Hafenmole, entschleunigen in einem Fischerhäuschen: Die Pop-up-Hotel-Offensive von Schweiz Tourismus.

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Direkt am Ufer im privaten Bootshaus übernachten und doch auf Komfort nicht verzichten? Das Seehotel Kastanienbaum in Luzern öffnet sein privates Bootshaus für exklusive Übernachtungen. Vom Check-in werden Gäste mit der MS Meggenhorn zu ihrem Versteck am Wasser gefahren: Einem der schönsten Schiffe, die auf dem See verkehren. Auf diesen Polstern sollen schon Berühmtheiten wie Sophia Loren und Assad senior gesessen haben. Das Bootshaus ist rustikal eingerichtet und bietet trotzdem alles ... ... was eine romantische Übernachtung erfordert. Auf Wunsch steht den Gästen zum Abendessen ein Butler zur Verfügung ... ... der mit einem romantischen Barbecue verwöhnt. Am Morgen gibts ein reichhaltiges Frühstück auf der privaten Terrasse ... ... bis der Kapitän die Gäste wieder zurück in die Realität führt. Schlafen, wo noch niemand geschlafen hat: Schweiz Tourismus (ST) lanciert in elf Schweizer Städten Pop-up Hotels. Diese bieten Gästen während rund dreier Monate die Chance, eine Nacht an einem Ort zu verbringen, an dem so etwas bisher nicht denkbar war. Die Pop-up-Hotels als Teil der ST-Städtekampagne sollen das Erleben der boomenden Schweizer Städte aus einem überraschenden Blickwinkel erlauben. In Vevey kann man zum Beispiel in einem Ballsaal der Jahrhundertwende inmitten ausgesuchter Kosmetik, Feinkost, Fotografien, Spielzeug, Mode, Kunstobjekten und Pflanzen übernachten. Geschlafen wird unter einem kunstvollen Glasdach. Die lauschige Innenstadt von Vevey. Das Pop-up-Hotel in der Stadt Baden ist in der ehemaligen Gefängnis-Zelle im Stadtturm untergebracht. Der historische Stadtturm aus dem 15. Jahrhundert ist das Wahrzeichen von Baden. Die 56 Meter hohe Befestigungsanlage war ursprünglich Teil des nördlichen Stadttors und diente zur Verteidigung gegen die Zürcher im Villmergerkrieg. Geschlafen wird in einer originalen Gefängniszelle, die noch bis 1984 genutzt wurde. Sie besticht mit echtem Gefängnis-Feeling ... ... auf Komfort muss aber nicht verzichtet werden. In Basel wird es ganz exklusiv: Normalerweise befinden sich die Fischergalgen am Basler Rheinufer ausnahmslos in Privatbesitz und sind deshalb nicht öffentlich zugänglich. Diesen Sommer kann man aber aber in einem der 14 Quadratmeter kleinen Häuschen schlafen – mit bester Aussicht auf die Lebensader der Kulturhauptstadt der Schweiz. Entschleunigung ohne Strom und fliessend Wasser, dafür mit dem Luxus, einfach offline über dem Rhein zu schweben. Das Zimmer ist bewusst einfach und gemütlich gehalten – alle Annehmlichkeiten befinden sich in nächster Umgebung. Auf Wunsch zeigt ein erfahrener Fischer, wie man mit dem Galgen im Rhein fischen kann. In Bellinzona wird in einem historischen Turm geschlafen: Die drei Burgen von Bellinzona kontrollierten seit dem 15. Jahrhundert als Talsperre die Zugangswege zu den Alpenpässen. Heute gehören Castelgrande, Castello di Montebello und Castello di Sasso Corbaro zum Welterbe der Unesco. Das Pop-up-Hotel in einem der eindrücklichen Türme garantiert eine unvergessliche Nacht und lässt Geschichte hautnah erleben. Der Tessiner Stararchitekt Carlo Rampazzi hat im Turmzimmer die Geschichte der Schlösser mit modernem Design verbunden. Das Zimmer bietet einen atemberaubenden Blick auf das historische Zentrum und die Schlösser von Bellinzona. Die Suite entstand aus der kreativen Zusammenarbeit mit NOI Carlo Rampazzi & Sergio Villa. Jeder sieht es, kaum einer kennt es von innen: Das Zollhaus in Bern. Bis zum 1. Mai 1853 mussten Händler und Kaufleute am Zollhäuschen der Nydeggbrücke auf ihre Waren einen Zuschlag bezahlen, um bequem über die Aare in die Berner Altstadt zu gelangen. Das denkmalgeschützte Gebäude mit einer einzigartigen Sicht auf die Stadt, die Aare und einer exklusiven Terrasse inmitten des Bärenparks wird diesen Sommer zum Pop-up-Hotel. Eine Duplex-Suite mit zwei Badezimmern, Aufenthaltsraum und Kochnische in stilvoller, hochwertiger und massgeschneiderter Ausstattung. Partner ist das Alte Tramdepot. Ein Bett mitten in der Natur und einem privaten Garten mit einem Panorama vom Genfer See bis zu den Alpen lockt in Lausanne. In der über 150-jährigen Geschichte des Fünfsternehauses suchten Künstler hier Inspiration, Staatsverträge wurden unterzeichnet, Königsfamilien und Prominente fanden Ruhe und Diskretion. Im Glaspavillon inmitten der vier Hektar grossen Parkanlage des Beau-Rivage Palace in Lausanne verschmelzen Vergangenheit und Zukunft, Tradition und Moderne. Ohne Fernseher, Wi-Fi oder andere Ablenkungen lassen sich hier Romantik und Zeit für sich geniessen. Ein ganzes Kursschiff für sich haben die Gäste in Schaffhausen. Das Zimmer befindet sich auf dem historischen Motorschiff der MS Konstanz und bietet eine einmalige Aussicht auf den Rhein. Hier lässt es sich wunderbar entspannen. Das Zimmer ist ausgestattet mit einem Doppelbett, Sitzgelegenheit mit Beistelltisch und WC. Direkt beim Schiff locken zahlreiche Bars und Restaurants, gefrühstückt wird im Sorell Hotel Rüden (ca. 10 Gehminuten). Das Turmzimmer des traditionsreichen Einstein-Hotels in St.Gallen bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt St. Gallen und erinnert an ihre bewegte Geschichte. Das Zimmer wurde in Anlehnung an den grünen Turm, auch Gallusturm genannt, nachgebildet, der als Stadttor und später auch als Gefängnis diente. Das Einstein-Hotel wurde 1830 erbaut, der Grüne Turm im Jahr 1836 abgebrochen und im Gebäude des Einstein Congress 2009 wieder zum Leben erweckt. Ein Erlebnis, das Geschichte und Moderne harmonisch vereint. Übernachten im kleinsten Hotel von Zürich im Herzen der Stadt: Über der trendigen Milchbar ... ... hat der Künstler Max Zuber ein bewohnbares Kunstwerk geschaffen. Draussen laden die Zürcher Altstadt, die Limmat und der See zum Flanieren in unmittelbarer Nähe ein. Wie in einem Märchen fühlt man sich im Solothurner Krummturm, dem ältesten, unverändert erhaltenen Bauwerk der Stadt. Aufgrund seines fünfeckigen Grundrisses erscheint das Dach des sagenumwobenen Wehrturms aus dem 14. Jahrhundert von den meisten Seiten krumm. Sobald man durch die schwere Holztür des Turms eintritt, wird man in der Zeit zurückversetzt. Im untersten Stockwerk befindet sich das ehemalige Verlies.

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An der Anlegestelle vor dem Seehotel Kastanienbaum wartet bereits die MS Meggenhorn – eins der schönsten historischen Holzschiffe auf dem Vierwaldstättersee. Der Privatkapitän empfängt die Gäste mit einem kalten Plättli und erzählt während der Fahrt, dass auf denselben Sitzpolstern schon Sophia Loren gesessen habe. Nach dreissig Minuten Fahrt erreicht das Boot sein Ziel: Ein privates Bootshaus (Standort: geheim), das eigens für das Pop-up-Projekt mit allem ausgerüstet wurde, was es für eine romantische Übernachtung braucht, ohne den rustikalen Charakter des Gebäudes zu verfälschen: Doppelbett, Minibar, Soundanlage, Früchteteller, Notheizung. Die Dusche ist draussen, die Toilette ein Kompost-Klo. Nach einem Badeplausch im privaten Hafen taucht auf Wunsch ein Butler auf, der die Gäste mit einem exklusiven Barbecue auf der schmalen Hafenmole verwöhnt. Das Doppelbett ist so bequem wie im Luxushotel. Erst wenn einen am Morgen das Gezwitscher irgendeines verschreckten Wildvogels weckt und das von den Wellen reflektierte Sonnenlicht an den Dachschindeln spielt, merkt man wieder: Hier ist nichts wie sonst.

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Zusammen mit Hotel-Partnern in der ganzen Schweiz eröffnet Schweiz Tourismus für drei Monate an hochexklusiven Orten temporäre Übernachtungsmöglichkeiten. Die Angebote sind für unterschiedliche Budgets ausgelegt, doch allesamt einmalig.
Sie bieten Gästen während rund dreier Monate die Chance, eine Nacht an einem Ort zu verbringen, an dem so etwas bisher nicht denkbar war.

Fischergalgen und Turmzimmer
Die Fischerhäuschen in Basel, die sogenannten Fischergalgen, sind eigentlich nur einem kleinen Personenkreis zugänglich. Nun können Interessierte die Schönheit dieser Häuschen direkt am Rhein geniessen. Nicht weniger aussergewöhnlich ist das Pop-up-Hotel in Bellinzona. Es versteckt sich im Castelgrande. Im Turmzimmer des Unesco-Weltkulturerbes wird der Traum, Burgfräulein oder Burgherr zu sein, wahr – zumindest für eine Nacht.

Schlafen in der Boutique
Vevey trumpft mit einer moderneren Schlafstätte auf, die auch einen geschichtlichen Hintergrund hat. In einem ehemaligen Ballraum ist vor einiger Zeit ein Shop entstanden, der auch ein Café ist. Jetzt wird Bravo, diese Ballraum-Shop-Café-Kombination, vorübergehend auch zu einem Hotelzimmer. Weiter gehören ein schwimmendes Zimmer und ein Gefängnisturm zu den Pop-up-Hotels. Einmalig auch das Pop-up-Hotel in Schaffhausen: Dort haben Gäste ein ganzes historisches Kursschiff für sich.

(loo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urlauberin am 05.06.2018 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wie sind die Preise

    Warum nicht mehr Angaben zu den verrückten Orten?

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  • blopi am 05.06.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    boooa

    im Bootshaus würde ich gerne leben... ohne Autolärm, ohne Nachbarn, direkt am Wasser, unter Bäumen... ein Traum

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  • El Makinero am 05.06.2018 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überteuert

    Und was kostet die Nacht?? Sicher 500.--...Da hat man nachher mehr Sorgen als vorher...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vijay Kumar am 14.06.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    War schon da

    Im Turm zu Baden habe ich schon 1984 übernachtet - und zwar gratis.

  • der leser am 08.06.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schön wärs...

    schön wäre es wenn mann das auch buchen könnte... alles ausgebucht oder weiss auch nicht.. und der preis kann man auch nicht nachschauen...

  • Kurt M. am 06.06.2018 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichbehandlung

    Ich finde es gibt genug Luxushotels in der Schweiz . Wichtig für mich wäre dass wir Schweizer von Schweiz Tourismus nicht benachteiligt werden gegenüber den ausländischen Touristen , die zum Teil 20 % günstiger ( Glaciers Express ) Zug fahren . Das ist eine Sauerei .

  • Kgyihxoh am 06.06.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berühmtheiten wie Assad?!

    Hallooo? Damit zu Werben dass hier schon Assad sass ist ja wohl echt geschmacklos!

  • globetrotter am 06.06.2018 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibts schon lange und vieeel günstiger

    Alles schon lange möglich mit RBNB und dann noch viel günstiger private machen das schon lange war im tessin und wohnte direkt am see im gartenhaus mit allem komfort für ein paar franken die nacht sage aber nicht wo