Minus 1,7 Prozent

11. Oktober 2018 06:17; Akt: 11.10.2018 17:49 Print

Nach US-Crash gibt auch Schweizer Börse nach

Der New Yorker Aktienmarkt hat am Mittwoch einen seiner schlimmsten Tage in diesem Jahr verbucht. Der Absturz hat auch Auswirkungen auf die Schweiz.

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Nach dem Absturz an der Wall Street und dem Ausverkauf an den asiatischen Börsen sieht es für den Handelstag auch in Europa zappenduster aus. Der SMI startete kurz nach 9 Uhr mit einem Minus von rund 1,5 Prozent in den Tag. Nach Börsenschluss belief sich das Minus auf 2,8 Prozent. Die IG Bank rechnete gemäss den vorbörslichen Indikationen mit einem Taucher von 2,1 Prozent.

In ganz Europa geben die Aktienkurse nach, der deutsche Dax fällt um 0,7 Prozent, der französische CAC 40 um 1,4 Prozent, der britische FTSE 100 um 1,4 Prozent und der Euro Stoxx 50 um 0,9 Prozent.

Volatilität steigt

Auch wenn nun doch noch nicht der grosse Einbruch kommt, rechnen die Beobachter für die nähere Zukunft mit einer zumindest wieder erhöhten Volatilität. Die Volatilität gemessen am Barometer VSMI ist denn auch deutlich angestiegen.

Wie oft bei steigender Nervosität an den Märkte kommen Finanzwerte stärker unter die Räder. Grösster Verlierer sind aktuell die Aktien von Partners Group (-4,0%), aber auch die Titel von Julius Bär (-3,7%), der UBS (-3,3%) und der CS (-3,1%) fallen markant zurück. Hier treibt insbesondere die Angst vor stärker als erwartet steigenden Zinsen in den USA die Investoren aus den Papieren.

Schwarzer Börsentag in den USA

Der New Yorker Aktienmarkt hatte am Mittwoch einen seiner schlimmsten Tage im laufenden Jahr erlebt. Bei den Standardwerten und noch mehr im Technologiesektor standen die Zeichen auf Ausverkauf. Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihemarkt setzten den Kursen zur Wochenmitte erneut zu und verstärkten damit die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

So brach der technologielastige Nasdaq Composite um 4,08 Prozent ein. Auch der Dow erlebte am Mittwoch einen schwarzen Tag mit einem Verlust von 3,15 Prozent. Dies war der grösste Absturz des Dow Jones seit Anfang Februar. Erst vor einer Woche hatte die Wall Street ein Rekordhoch erreicht. Es gebe keinen konkreten Auslöser für die Kernschmelze, kommentierte Chefaktienstratege Michael McCarthy von CMC Markets.

Trump gibt Fed die Schuld

Allerdings reagierten die Anleger auf die höheren Renditen am Anleihenmarkt, welche festverzinsliche Papiere im Vergleich zu Aktien attraktiver machten. US-Präsident Donald Trump sprach von einer Kurskorrektur und kritisierte zugleich erneut die US-Notenbank Fed: «Ich denke, die Fed ist verrückt geworden.»


IWF-Vorsitzende Christine Lagarde widerspricht Trump nach nach dessen Kritik an Zinserhöhungen der Fed. (Video: Tamedia/AFP)

In den Strudel wurden auch die asiatischen Börsen gezogen: Die Börse in Tokio sackte um 4,2 Prozent ab. Der Aktienmarkt in Schanghai erlitt ein Minus von 4,3 Prozent. Kaum besser erging es der Hongkonger Börse mit einem Rückschlag von 3,8 Prozent. Auch die Börsen in Südamerika hatten Abschläge von rund 3 Prozent hinnehmen müssen.

Zittrige Beine bekamen die Investoren auch durch die Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Diese hat die psychologisch wichtige Barriere von 6,9 Yuan pro Dollar durchbrochen. Dies drückte auch die Währungen von anderen Schwellenländern.

(rkn/sas/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Anik am 11.10.2018 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Panik

    Da sind wir etwas mehr als 5% vom Allzeithoch entfernt, nach einem fast 10-jährigen Bullenmarkt und die Leute drehen gleich durch? Stellt euch auf volatilere Zeiten an den Märkten ein!

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  • Frank W. am 11.10.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Spekulanten

    werden es verschmerzen. Ein Spieler muss halt auch mit Verlusten rechnen

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  • Marcel Ospel am 11.10.2018 07:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug ist nicht genug

    Wir wissen ja, dass sich die Erreignisse an der Börse immer wieder wiederholen.. Eine Finanzkrise kommt früher oder später sowieso wieder, da die Banker für Kursgewinne und mehr Geld alles in Kauf nehmen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Blender am 17.10.2018 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sommerschlussverkauf

    Einmal mehr rappelt es an der Börse, leider verdient zurzeit niemand mehr wirklich viel im Westen. Im Osten sieht es da schon anders aus, der Huan wird kommen. Wenn der Dollar fällt, wird's ein Wunder geben :)

    • Xeno72 am 22.10.2018 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      na ja@Blender

      Ist auch in China nicht alles Gold, was Glänzen vorspielt.

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  • M.G. am 14.10.2018 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Volatilität

    3 Dinge machten die Welt volatiler, Container, Computer und Internet. Es wurden ab 1995 viele politische Kontrollmechamismen der Wirtschaft abgeschafft. So kann heute theoretisch die Krise eines einzigen mittleren Unternehmens irgendwo auf der Welt eine globale Krise auslösen. Dazu kommt der automatisierte Hochfrequenzhandel und nicht zu vergessen viele Millionen asiatischer Kleinzocker die alle nach dem gleichen Muster handeln. Da laufen informationstechnische Kettenreaktionen ab. Wie oft musste schon der Börsenhandel zeitweilig ausgesetzt werden weil niemand diese Lauffeuer aufhalten konnte?

    • Xeno72 am 14.10.2018 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      irrelevant@M.G.

      Noch einmal: Daytrading, bei dem übrigens über 4 von 5 der Hobbyzocker längerfristig alles verlieren, beeinflusst die längerfristigen Kurse von Wertpapieren kaum. Es ist wirklich gut untersucht.

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  • Marc am 13.10.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Experten oder was?!

    Interessant, wie viele Experten sich hier tummeln, ihr müsst ja alle stinkreich geworden sein, mit so viel Fachwissen!:)))

    • Xeno72 am 13.10.2018 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ja@Marc

      Gute Bemerkung.

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  • Hmm am 13.10.2018 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessanter

    Wäre Das, was wir nicht wissen müssen.

    • Xeno72 am 13.10.2018 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hmm

      Hä?

    • Hmm am 15.10.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Xeno72

      Müssen.. Dürfen.. Egal wie mans nennt..

    • Hmm am 15.10.2018 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Xeno72

      Beispiel: Was müssen sie (den Medien nach) über z.B den Crash 1929 wissen? Über den "Crash" 2008? Irgend ein verdrehter Quatsch -hauptsache man bleibt friedlich zuhause-, oder die Hintergründe und Wirkmechanismen?

    • Xeno72 am 15.10.2018 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      geh lesen!@Hmm

      Es gibt hervorragende Literatur über den Crash von 1929 (und etwas weniger über den von 2008, aber auch schon viel). Es ist eines der bestuntersuchten Ereignisse der Wirtschaftsgeschichte. Die besten Wirtschaftshistoriker der Welt haben dieses Paradeereignis bis ins Detail untersucht.

    • Hmm am 15.10.2018 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Xeno72

      Literatur und "News" sind zweierlei. Was Sachbücher betrifft, gebe ich ihnen recht. Aber zeigen sie mir nur einen Zeitungsartikel (bzw. etwas für die breite Masse).

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  • Nicola Gallo am 12.10.2018 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Die Medien wurden wider mal bezahlt um Angst zu machen. :D

    • Xeno72 am 13.10.2018 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nicola Gallo

      Was wäre denn der Sinn davon? Die Wahrheit ist wie meist banal: Das Buzzword "Crash" gibt Clicks.

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