Cahuzac-Affäre

05. Juli 2014 21:39; Akt: 06.07.2014 14:14 Print

Schlüsselzeuge wird angeklagt

Die Affäre um den ehemaligen französischen Budgetminister Jérôme Cahuzac war der ehemalige Reyl-Mitarbeiter Pierre Condamin-Gerbier Hauptzeuge. Nun wird er angeklagt.

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Die Privatbank Reyl & Cie hatte gegen das ehemalige Kadermitglied eine Anzeige eingereicht. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

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Bis Ende Sommer soll die Anklage der Bundesanwaltschaft (BA) gegen den Genfer Ex-Bankier Pierre Condamin-Gerbier vorliegen. Die BA bestätigte eine entsprechende Information der Zeitung «Le Temps». Condamin-Gerbier gilt als Schlüsselfigur in der Affäre um den ehemaligen französischen Budgetminister Jérôme Cahuzac.

Pierre Condamin-Gerbier wurde am letzten Donnerstag von der Bundesanwaltschaft angehört, wie die BA am Samstag weiter bekannt gab. Die Bundesanwaltschaft hatte vor rund einem Jahr ein Verfahren gegen Pierre Condamin-Gerbier eröffnet. Er sass vorübergehend auch in Untersuchungshaft.

Die Untersuchungsbehörden wurden aufgrund einer Anzeige der Genfer Privatbank Reyl tätig, die gegen Condamin-Gerbier geklagt hatte. Das vormalige Kadermitglied der Genfer Privatbank wird unter anderem des wirtschaftlichen Nachrichtendiensts, der Verletzung des Berufsgeheimnisses und der Urkundenfälschung verdächtigt.

Untersuchung wegen Geldwäscherei und Steuerhinterziehung

Hintergrund ist die Affäre um den ehemaligen französischen Budgetminister Jérôme Cahuzac. Der Politiker musste im Frühling 2013 wegen eines Schweizer Bankkontos von seinem Ministerposten zurücktreten. Die französische Justiz eröffnete anschliessend eine Untersuchung wegen Geldwäscherei und Steuerhinterziehung.

Condamin-Gerbier hatte dem Politikskandal Auftrieb verliehen: Er erklärte gegenüber französischen Medien, die Reyl-Gruppe verwalte nicht deklariere Konten französischer Politiker. Vor einer Kommission des französischen Senats behauptete Condamin-Gerbier, er sei im Besitz einer Liste mit französischen Steuerbetrügern, darunter über ein Dutzend Minister und Ex-Minister. Sein Anwalt dementierte später die Existenz dieser Liste.

(sda)