Steuerstreit

18. Juli 2014 10:25; Akt: 18.07.2014 12:01 Print

Schuld-Eingeständnis reisst CS ins Minus

Die Einigung im US-Steuerstreit dürfte bei der Credit Suisse für im zweiten Quartal für einen Verlust von Hunderten Millionen sorgen.

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Im Mai hatte die CS bekannt gegeben, dass sie für die Bereinigung des Konflikts um in den USA unversteuerte Kundengelder umgerechnet 2,5 Mia. Fr. Busse bezahlt. Einen Teil davon begleicht die zweitgrösste Bank aus ihren umfangreichen Rückstellungen: 1,6 Mio. Fr. werden aber direkt dem zweiten Quartal belastet.

Das dürfte die Bank ins Minus reissen: Die Analysten der Deutschen Bank beispielsweise erwarten, dass die CS am nächsten Dienstag einen Reinverlust von 796 Mio. Fr. berichtet. Abgesehen von den Folgen der Bussenzahlungen gehen Branchenbeobachter allgemein von einem durchzogenen Ergebnis der CS-Investmentbank aus.

«Das zweite Quartal war von schwierigen Marktbedingungen gekennzeichnet. Der Monat Juni war aber gut, weshalb die Ergebnisse der US-Investmentbanken weniger schlimm ausfielen als befürchtet», sagte Andreas Venditti, Bankenexperte der Bank Vontobel, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Die zwar nicht glänzenden, aber besser als erwarteten Investmentbankzahlen der US-Grossbanken könnten auf ein nicht allzu schlechtes Abschneiden von CS und UBS hindeuten. Andreas Brun, Bankenanalyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), ist nach eigenen Aussagen bei der CS-Investmentbank aber pessimistischer als seine Kollegen: «Im Umfeld von tiefen Zinsen und niedriger Volatilität zeigt sich eine anhaltende Schwäche der Handelserträge», schreibt er in seinem Kommentar.

Erneut viel Neugeld

Vom US-Steuerkonflikt seit fünf Jahren unbelastet stellt die UBS ihre Ergebnisse am 29. Juli vor. ZKB-Analyst Andreas Brun erwartet, dass die Bank auf bereinigter Basis gut eine Milliarde Franken Reingewinn einfahren wird. Damit würde die UBS ihr Resultat im Vorjahresvergleich um etwa die Hälfe steigern.

Die ZKB schätzt den Abschluss der Sparte für zentrale Konzerndienste der UBS allerdings besser ein als andere Marktbeobachter. Somit gehört deren Milliardenprognose zu den optimistischsten Einschätzung. Die Analysten der Deutschen Bank sagen der UBS lediglich einen Gewinn von 769 Mio. Fr. voraus.

In der Vermögensverwaltung dürften CS und UBS unter dem Strich wieder Milliarden an Neugeldern einsammeln. In den vergangenen Jahren deponierten vor allem schwerreiche Asiaten sehr viel Geld bei den Schweizer Grossbanken.

Andreas Venditti von Vontobel geht davon aus, dass die Margen im Vermögensverwaltungsgeschäft der Grossbanken unter Druck bleiben. Positiv auf den Vorsteuergewinn der Sparten dürfte aber wirken, dass die Banken mit steigenden verwalteten Vermögen und besserer Kostenkontrolle langsam wieder profitabler werden.

Julius Bär im Visier

Rechtsfälle sind indessen beide Schweizer Grossbanken noch lange nicht los. Die Untersuchungen verschiedener Regulatoren wegen vermuteter Währungsmanipulationen und die neu aufgeflammte Diskussion um Dark Pools, also Plattformen für anonymen Handel, dürften die Konzernjuristen noch lange beschäftigen und weiterhin hohe Rückstellungen erfordern.

Der US-Steuerstreit wirft indessen auch weiterhin einen Schatten auf die Vermögensverwaltungsgruppe Julius Bär, die am nächsten Montag den Reigen der grossen Bankabschlüsse zum Halbjahr respektive zum zweiten Quartal eröffnen wird. Julius Bär hat noch keine Einigung mit den US-Behörden bekannt gegeben.

Die hohe CS-Busse hat die Analysten aufgeschreckt. Einige haben daher ihre Erwartungen für eine Busse, die Julius Bär zahlen müsste, erhöht: Die Deutsche Bank geht im Moment von 600 Mio. Fr. aus. Bei den UBS-Analysten geht die Zahl von einer Milliarde Franken um.

(sda)