Diesel-Skandal

14. April 2019 03:45; Akt: 14.04.2019 03:48 Print

Schummel-Software bei Daimler entdeckt

Einem Zeitungsbericht zufolge wird dem deutschen Fahrzeug-Hersteller eine «unzulässige Abschaltevorrichtung» vorgeworfen.

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Im Dieselskandal hat das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine bisher unbekannte Schummel-Software bei Daimler entdeckt. Die Behörde habe ein Anhörungsverfahren gegen den Autobauer wegen Verdachts auf eine weitere «unzulässige Abschaltvorrichtung» eingeleitet. Dies berichtete die deutsche Zeitung «Bild am Sonntag». Betroffen sind demnach rund 60'000 Fahrzeuge vom Mercedes-Benz-Modell GLK 220 CDI mit der Abgasnorm 5, die zwischen 2012 und 2015 produziert worden waren.

Die Behörde war dem Bericht zufolge bereits im Herbst 2018 auf die umstrittene Software-Funktion bei dem Motor OM 651 gestossen. Weitere Emissionsmessungen bei einem GLK-Modell hätten den Verdacht dann erhärtet. So werde der gesetzliche Grenzwert für Stickoxide im Neuen Europäischen Prüfzyklus (NEFZ) nur eingehalten, falls die sogenannte Kühlmittel-Sollwert-Temperaturregelung aktiv ist. Im Strassenbetrieb werde die Funktion dagegen deaktiviert und der Grenzwert von 180 Milligramm pro Kilometer deutlich überschritten.

Heimliche Entfernung?

Ein Daimler-Sprecher bestätigte das Anhörungsverfahren gegenüber der Zeitung: «Wir kooperieren vollumfänglich mit dem Kraftfahrt-Bundesamt und prüfen den beschriebenen Sachverhalt», sagte er der «BamS».

Daimler musste vergangenes Jahr auf Anordnung des KBA schon mehrfach Fahrzeuge zurückrufen, davon allein 280'000 in Deutschland. Daimler führt die Rückrufe zwar aus, hat aber Widerspruch eingelegt.

Laut der «BamS» hat das KBA herausgefunden, dass die neu entdeckte Funktion bei Software-Updates von Daimler unbemerkt entfernt worden war. Ob, und warum dies geschehen ist, wollte ein Daimler-Sprecher aus rechtlichen Gründen nicht beantworten. «Die Behauptung, dass wir mit der freiwilligen Service-Massnahme etwas verbergen wollen, ist unzutreffend», sagte der Sprecher. Zur einer möglichen Verantwortung von Entwicklungsvorstand Ola Källenius sagte er: «Herr Källenius gibt persönlich keine Software-Updates frei.»

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AndyV am 14.04.2019 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert es denn

    Die Deutschen haben den Diesel in Grund und Boden gewirtschaftet. Nun kommt das nächste Übel und das wird uns in 10 Jahren noch härter treffen - das Batterie Übel. Denn auch dort werden wir angelogen und alles schön geredet.

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  • Rolf am 14.04.2019 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europäer sind markentreu selbst wenn sie betrogen

    VW ist das Musterbeispiel. Zuerst wird alles bestritten, dann Stück für Stück gestanden. Die Verantwortlichen erhalten weiterhin ihre Boni. Die Kunden in den USA werden mit 25 Mrd. entschädigt und die Europäer gehen leer aus. Unglaublich ist, dass Europäer trotzdem noch Autos made by VW kaufen! Mercedes hat also in Europa nichts zu befürchten und dabei ist es egal, was noch ans Licht kommt.

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  • Kurt Ammann am 14.04.2019 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen verloren

    Die deutschen Autobauer sind dauernd in den Schlagzeilen. Ich werde kein deutsches Auto kaufen. Vertrauen verloren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • geri am 20.04.2019 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    JEEP Grand Cherokee 6.2 710cv V8 Trackhawk

    die Antwort lautet nur Benziner fahren JEEP Grand Cherokee 6.2 710cv V8 Trackhawk

  • Monika Rüeg am 16.04.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viel zu Irrsinn...

    In der Schweiz wir bald der alte Bonusmeilensammler Federer der Umweltbotschafter.

  • endi am 16.04.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    interessant

    Interessant ist, dass z.b, AMAG vor einigen jahren von ihren verkäufern gefortet hatten, dass sie ein gewisses kontingent an dieselfahrzeugen verkaufen, wegen der co2 steuer. Jetzt werden aber fahrzeuge aus diesem zeitraum kritisiert. Wieso kann der endverbraucher keinen schadensersatz bezüglich flaschen (betrogenen) kaufsinfomationen verlangen??? Audi und co protzen immer mit "vorsprung durch technik", sie sollen die besten autos bauen (wenn es nach dem preis geht, und berügen dann alle endverpraucher. Wann geht endlich der staat oder die eu dagegen vor????

  • Ronny C. am 15.04.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nur bisschen geschummelt ?

    Es wurde und wird nicht geschummelt, es ist rechtlich gesehen schwerer Betrug. Winterkorn und Co. gehören in den Knast, genau so wie die Importeure, die von diesem Betrug gewusst und diesen unterstützt haben. VW musste in den USA zehntausende von Dieselschwarten zurückkaufen, weitere zehntausende werden direkt verschrottet. In der EU wird bisschen von "Schummeln" geschwurbelt und geflötelt, der Kunde geht leer aus, die Konzerne werden geschützt. Sorry, das ist nicht richtig.

    • realist am 16.04.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      logisch werden die firmen geschüzt. stell dir mal vor was das für ein stellenabbau zur folge hätte?? die vorstellung das die kunden welche 2016 ein auto gekauft haben, und dies jetzt retour geben wollen ist auch ein totaler witz. überall werden solche werte nicht erreicht. der handyakku hält auch nie solang wie angegeben. sowie der kraftstoffverbrauch auch niemals so tief ist wie es der hersteller angibt, auch ohne schummeln

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  • Markus am 15.04.2019 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich naiv

    Für die ewig gestrigen: Es gibt keinen sauberen Diesel. Wer immer noch gegenteiliges behauptet erzählt bewusst die Unwahrheit oder ist einfach nur dumm. Wer jetzt noch einen Diesel kauft ist sich bewusst, dass er die Umwelt aktiv zerstört. Die Fahrzeugsteuern sollten für diese Motoren schon seit Jahren auf den effektiven Ausstoß angehoben werden.