Nachfrage-Boom

04. April 2019 12:00; Akt: 04.04.2019 12:23 Print

Schweizer reissen sich um Einfamilienhäuser

von Dominic Benz - Ein Quadratmeter eines Einfamilienhauses kostet hierzulande bis zu 10'300 Franken. Dennoch ist die Nachfrage nach dem Eigenheim stark gestiegen.

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Der Nachfrageboom nach Einfamilienhäusern in der Schweiz ist nicht zu bremsen. Die zum Verkauf stehenden Immobilien waren im letzten Jahr deutlich weniger lang im Internet ausgeschrieben als in den Vorjahren. Gleichzeitig ist die Zahl der angebotenen Häuer stark gestiegen. Das zeigt, dass die Nachfrage nach Einfamilienhäusern stark gestiegen ist, wie es in einer aktuellen Studie von Homegate und der Hochschule für Wirtschaft Zürich heisst. In der Region Zürich gehen die Häuser am schnellsten weg. Im Schnitt bleibt eine Immobilie dort 48 Tage lang ausgeschrieben. In den Zürcher Vorstädten kostet der Quadratmeter Wohnfläche im Schnitt 8400 Franken. In der Nordwestschweiz dauert es 64 Tage, bis inserierte Häuser vergeben sind. Preis pro Quadratmeter in den Vorstädten: 6600 Franken. In der Region Expace Mittelland liegt die Ausschreibedauer bei 65 Tagen. Hier kostet der Quadratmeter 5600 Franken. In der Ostschweiz dauert es im Schnitt 67 Tage, bis die Inserate für die Häuser im Internet verschwunden sind. Als einzige Region legte bezüglich Dauer die Ostschweiz gegenüber dem Vorjahr zu. In den Vorstädten liegt der Preis pro Quadratmeter ebenfalls bei 5600 Franken. In der Region Innerschweiz liegt die Dauer ebenfalls bei 67 Tagen. Der Preis pro Quadratmeter ist hier schweizweit im Schnitt am zweithöchsten, nämlich 8700 Franken. 87 Tage sind es in der Region Genf. Schweizweit sind hier die Häuser in den Vorstädten am teuersten. Der Quadratmeter kostet im Schnitt 10'300 Franken. In der Region Waadt/Wallis sind die Haus-Inserate nach 90 Tagen nicht mehr online. 7500 Franken kostet der Quadratmeter Wohnfläche in den Vorstädten. Im Tessin dauert es mit 92 Tagen im Schnitt am längsten, bis ein Haus verkauft ist. Preis pro Quadratmeter: 6100 Franken. Alle Grossregionen im Überblick: So lange dauert es, bis die Haus-Inserate nicht mehr online sind.

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Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern in der Schweiz boomt – trotz teils hoher Quadratmeterpreise. Die zum Verkauf stehenden Immobilien waren im letzten Jahr deutlich weniger lang im Internet ausgeschrieben als in den Vorjahren. Gleichzeitig ist die Zahl der angebotenen Häuer stark gestiegen. Das geht aus der aktuellen Online Home Market Analysis (OHMA) von Homegate und der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) hervor. Das Immobilienportal gehört wie 20 Minuten zu Tamedia.

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Peter Ilg vom Swiss Real Estate Institute der HWZ sieht drei Gründe für den Boom: «Erstens fiel 2018 das gesamtwirtschaftliche reale Wachstum mit 2,5 Prozent so hoch aus wie seit acht Jahren nicht mehr. Zweitens haben sich die Befürchtungen, dass die Zeit der Negativzinsen bald zu Ende geht, verflüchtigt. Die ausserordentlich tiefen Hypothekarzinsen bleiben noch länger bestehen.» Drittens sei Sparen aufgrund der tiefen Zinsen nach wie vor uninteressant, so Ilg.

Genf ist am teuersten

Obwohl die Preise in vielen Regionen leicht gestiegen sind, boomt die Nachfrage. Mit Abstand am teuersten sind die Einfamilienhäuser laut Homegate in der Region Genf: In den Vorstädten mussten Käufer für einen Quadratmeter Wohnfläche 10'300 Franken aufwerfen. 2017 waren es noch 10'200 Franken gewesen. Halb so viel zahlte man in den Agglomerationen der Regionen Espace Mittelland und Ostschweiz. Am zweitteuersten waren die Häuser in den Vorstädten mit 8700 Franken pro Quadratmeter in der Region Innerschweiz, gefolgt von 8400 Franken in der Region Zürich.

Im letzten Jahr standen insgesamt 34'314 Einfamilienhäuser in der ganzen Schweiz zum Verkauf. Das sind gut 10 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Besonders deutlich nahm die Anzahl inserierter Einfamilienhäuser im Tessin zu, gefolgt von der Nordwestschweiz und Zürich. Lediglich in der Region Genf war die Zahl erneut deutlich rückläufig.

Weniger lange im Netz ausgeschrieben

Gleichzeitig waren Inserate für die zum Verkauf stehenden Häuser schweizweit weniger lang im Internet ausgeschrieben. Die Dauer ging im Schnitt um 14 Tage auf 81 Tage zurück. 2016 waren es noch 104 Tage gewesen. In Kombination mit dem höheren Angebot dokumentiere dies die anhaltend steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern, schreibt Homegate in einer Mitteilung.

Am schnellsten gehen die Häuser in der Region Zürich weg. Dort waren die Inserate im Schnitt nach 48 Tagen aus dem Netz verschwunden. Mit einer Dauer von 64 Tagen liegt die Nordwestschweiz auf Platz zwei. Zwar verkürzte sich die Zeit auch in den Regionen Waadt/Wallis und Tessin. Dennoch blieben in den Regionen Häuser fast doppelt so lange online ausgeschrieben wie in der Region Zürich. Als einzige Region legte die Dauer in der Ostschweiz zu (siehe Bildstrecke).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs am 04.04.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krasser Gegensatz

    Die Politik, insbesondere die Grünen und Linken, wollen Verdichtung und Nähe. Aber in der Realität wird Distanz gewünscht.

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  • Nick Wilo am 04.04.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    wo ist der Punkt "Ich will keines"? Ich bin so ehrlich zu sagen dass es mir deutlich zu viel Arbeit wäre und ich daher lieber in einer Wohnung lebe

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  • Johnny am 04.04.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Korrigieren bitte

    Der Titel ist falsch. Die Nachfrage in der Schweiz steigt, aber das sind keine Schweizer. Das sind Russen, Engländer etc.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Doro am 05.04.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lei

    Wichtig, die hypo auch bei der bank wo das gespaarte und der grosse haufen liegt! Heute vergibt jede idi..institution hypos.

    • Xeno72 am 05.04.2019 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie man es richtig macht@Doro

      Nein, dort, wo die Konditionen am besten sind.

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  • vonGlück am 05.04.2019 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Multi

    Ein Hausbesitz im Wert von 3.5Millionen, mit einer Hyposchuld von 1Million, ergibt einen Zins von weniger als Fr. 1.000 monatlich. Was ist besser.. Millionär zu sein mit Negstivzinsen, oder der gut bezahlbare Monatszins?

  • Snickas am 05.04.2019 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nachfrage zum Abbruch

    Die meisten dieser EFHs werden nach dem Verkauf abgerissen und kleine MFHs gebaut. Die generieren gleich Einnahmen und können der angestrebten Verdichtung Rechnung tragen.

    • Bauseher am 05.04.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Snickas

      Vorallem die heutigen pfuschbauten, wobei schon frech ist heute das wort "bau" hier zu integrieren!

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  • Mark Müller am 05.04.2019 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Haus

    Ich kann euch nur Raten das Haus so schnell wie möglich ab zu zahlen.

    • Yogi Bär am 05.04.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark Müller

      Weshalb steigen die Hypothekar Zinsen?

    • Mark Müller am 05.04.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      Hasse Schulden

      Weil es sich gut anfühlt und es mein Haus ist und keine Forderungen mehr im Raum stehen. Im Alter keine Bank kommen kann um Druck aus zu üben usw. Aber das muss jeder für sich selber entscheiden wollen und können ist mir schon klar.

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  • Mona am 05.04.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An die streitenden möchtegern Rechthaber

    Könnte man sich bei all der Wortklauberei darauf einigen, dass der Hausbesitzer, egal ob sein Haus mit Hilfe der Bank finanziert wurde oder nicht, unabhängig darüber entscheiden kann und sein eigener Herr und Meister ist. Dass man seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen muss versteht sich von selbst, sei es nun Hypothek, Leasing oder Krankenkasse. Im Vorteil ist, wer seriös rechnet bevor er einen Vertrag eingeht. Und ja manchmal muss man auf das eine verzichten, um sich das andere was einem wichtig ist leisten zu können. Wir leben in einer selbstsüchtigen Gesellschaft, die den Verzicht verlernt hat.

    • I bims am 05.04.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      Verzicht

      Den Verzicht auf ein Haus?

    • Mona am 05.04.2019 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @I bims

      Nein, aber ein Verzicht auf ein teures Auto, das neueste Handy, auf teure Ferien, Flugreisen, Kreuzfahrten und jedem Trend nachzurennen.

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