Anziehungskraft für Fachkräfte

29. Mai 2019 15:00; Akt: 29.05.2019 15:00 Print

Schweiz trocknet ihre Nachbarn deutlich ab

Für hochqualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland ist die Schweiz nach wie vor eine der besten Adressen. Das zeigt eine neue Studie.

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Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Mittwoch vorgestellt wurde.

Die Autoren der Studie stellen fest, dass die Schweiz in der Rangfolge der attraktivsten Standorte für Fachkräfte mit Master-Abschluss oder Doktortitel den dritten Platz belegt. Weiter vorne liegen noch Australien und Schweden. Die USA landen auf Platz sieben.

Die Nachbarländer Deutschland und Österreich folgen auf dem 12., respektive dem 17. Rang. Viel weiter unten folgen Frankreich (Platz 22) und Italien (Platz 31). Schlusslichter unter den 35 Staaten, die verglichen wurden, sind Griechenland, Mexiko und die Türkei.

«Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor»

Untersucht wurden die Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen, Steuern, Möglichkeiten für Familienangehörige, Einreise- und Aufenthaltsbedingungen, Zukunftsaussichten, das «Kompetenzumfeld» sowie gesellschaftliche Diversität und Lebensqualität.

«Für Fachkräfte ist die Geschwindigkeit der Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte sind auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig», sagte OECD-Direktor für Arbeit und Soziales Stefano Scarpetta. Erstellt wurde die Studie mit Unterstützung der deutschen Bertelsmann-Stiftung.

«Willkommenskultur» in der Schweiz

Dass die Schweiz, wo Deutsch die meistverbreitete Sprache ist, besser abschneidet als die ebenfalls deutschsprachigen Länder Deutschland und Österreich liegt gemäss den Forschern einerseits an der «Willkommenskultur», die dort von den Forschern besser eingeschätzt wird. Andererseits seien die Gehälter höher und die Steuern niedriger.

Während die Schweiz somit schon sehr gut abschneidet, ist beispielsweise für Deutschland auch in Zukunft ein Spitzenplatz kaum erreichbar. Der Chef der OECD-Abteilung für Internationale Migration, Jean-Christophe Dumont, erklärte, das Land könne durch politische Reformen zwar Boden gut machen. Doch viele Menschen mit sehr guten Englisch- oder Französisch-Kenntnissen würden dennoch eher in andere Länder gehen.

Die Studie zeigt auch, dass die Schweiz als Zielland auf andere Gruppen von potenziellen Migranten ebenfalls eine grosse Anziehungskraft ausübt. Auf der OECD-Liste der attraktivsten Standorte für ausländische Studenten belegt die Eidgenossenschaft sogar den Spitzenplatz.

Auf dem zweiten, dritten und vierten Platz folgen in diesem Ranking Norwegen, Deutschland und Finnland. Einige Länder mit vielen internationalen Studenten, darunter Kanada, Australien, Neuseeland und das Vereinigte Königreich, fielen aufgrund hoher Studiengebühren in der Rangliste nach unten.

Platz 3 für Unternehmer

Auf Platz drei liegt die Schweiz in der Rangfolge der besten Standorte für Unternehmer. Hier ist Kanada die Nummer eins, gefolgt von Neuseeland. Das gute Abschneiden dieser Länder spiegele die relativ niedrigen Mindestinvestitionen und die Anforderungen an die Schaffung von Arbeitsplätzen in diesen Ländern wider.

Insgesamt gebe es für alle OECD-Länder noch Möglichkeiten, ihre Attraktivität im globalen Wettbewerb um Talente zu verbessern. Jeder der Staaten habe Stärken und Schwächen sowie Faktoren, die verbessert werden sollten. Die OECD-Indikatoren für die Attraktivität von Talenten zeigten Politikern, wie viel Spielraum sie hätten, um ihr Land zum bevorzugten Ziel für talentierte Migranten zu machen, teilten die Studienautoren mit.

(sda)

sentifi.com

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