Heimatliebe?

22. August 2018 07:17; Akt: 22.08.2018 07:18 Print

Schweizer verlieren Lust auf Jobs im Ausland

Leben und arbeiten im Ausland wollen immer weniger Schweizer. Dafür gibt es gute Gründe.

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Zum Reisen zieht es die Schweizer ins Ausland, zum Arbeiten eher nicht. «Die Bereitschaft, im Ausland zu
arbeiten, hat für Arbeitnehmende, die in der Schweiz tätig sind, drastisch abgenommen», wie die Studie Decoding Global Talent von Boston Consulting Group und Jobcloud zeigt.

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«Die Work-Life-Balance und ein gutes Arbeitsverhältnis ist Arbeitnehmenden in der Schweiz
gemäss der Studie überdurchschnittlich wichtig», so Renato Profico, Chef von Jobcloud. Bei einem Wegzug steht für viele genau das auf dem Spiel: Denn wer weiss schon, wie das Arbeitsklima in einem ausländischen Betrieb ist, vor allem aber gibt man das private Umfeld zu Hause auf.

Junge zieht es noch

Der Anteil derjenigen, die Lust auf einen Ausland-Job haben, ist der neuen Studie zufolge auf 60 Prozent gesunken, bei der Erhebung von 2014 waren es noch 77 Prozent. Besonders junge (64 Prozent) und gut ausgebildete Personen (71 Prozent) können sich vorstellen, im Ausland zu arbeiten. Sie zieht es weg, um den persönlichen Horizont zu erweitern. Gefragt sind die USA und Kanada. Deutschland steht an dritter Stelle, gefolgt von Australien.

Für Ausländer, die zum Arbeiten in die Schweiz kommen, steht dagegen nicht die Abenteuerlust im Vordergrund, sondern die Erhöhung des Lebensstandards und des Einkommens. Die Schweiz rangiert laut der Studie auf Rang 8 der beliebtesten Zielländer. Bei der Umfrage von 2014 kam sie noch auf den fünften Platz. Vor allem bei Russen, Chinesen und US-Amerikanern, aber auch bei Italienern und Deutschen
hat die Schweiz an Attraktivität verloren.

(ish)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 22.08.2018 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer verlieren eher den Mut

    Sicherheit steht über Allem - die finanzielle Freiheit hat jedoch niemand, alle müssen schliesslich ihre Fixkosten irgendwie decken. Ich habe 15 Jahre gespart, bin nun seit 3 Jahren in der Karibik, daher ausgewandert. Ich lebe relativ bescheiden und die Ausgaben halten sich in Grenzen, jedoch bin ich heute viel ausgeglichener und glücklicher als damals in der Arbeiter-Gesellschaft in der Schweiz. Den Mutigen gehört die Welt.

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  • Büezer am 22.08.2018 07:34 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Wohl auch dass es doch ein Unterschied ist wenn man Ferien in einem Land macht oder sich dort im Alltag behaupten muss

  • Fridolin Wackelkontakt am 22.08.2018 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschafts-Migration

    Schade verfügen unsere Nacharn aus dem grossen Kanton, nicht über die selbe Heimatliebe. Ich Ü50, wäre dann vermutlich nicht entlassen und durch einen jüngeren EU-Bürger ersetzt worden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Terry F am 23.08.2018 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Winner kommt nie zurueck

    Bin en Bueb vom Klusplatz. Mit 21 weg, nie mehr zurueck geschaut. Success ist nur der Auswanderer der niemehr zurueck kommt, ausser Familienbesuch. Nur wer Ehrgeiz&Ambitionen hat soll ueber den Atlantik. Success ist wer mit 50 im "promised Land" nur noch Golf spielt und nie mehr arbeiten. Alles andere sind Losers und sollen im schoenen Schwiizerlaendli bleiben.

  • Mutter am 23.08.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    Einstellungssache

    Meine zwei Grossen sind vor 5 und 2 Jahren ausgewandert. Beide sind bis jetzt sehr glücklich und zufrieden. Arbeiten muss man überall.

  • Nelson King am 23.08.2018 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut Überlegen

    Hatte vor Jahren ein Jobangebot in den USA. Bruttolohn etwas über USD 10000.- pro Monat wollte fast zugreifen. Habe dann eine Rechnung aufgestellt. 1. Kein 13. 2. Erst nach 2. Jahren Firmenpensionskasse 3. 2 Wochen Ferien 4. 35% Einkommenssteuer 5. AHV hätte ich selbst nachbezahlt 6. keine Überzeitentschädigung 7. in Palo Alto Wohnungsmiete sehr teuer 8. Arbeitsvertrag fast 100 Seiten In der Schweiz verdiene ich Netto mehr, habs sein lassen.

  • Franzl am 23.08.2018 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin Ihr Mann...

    Vielleicht sieht das ja eine internationale Firma. Ja, ich wäre gerne bereit, nochmal den Pickel rein zu hauen. Die Elektrik von Industrieanlagen interessieren mich, habe 40 Jahre Erfahrung. 5-10 Jahre habe ich noch vor mir. Also: wer braucht mich?

  • Gusto mucho am 23.08.2018 02:57 Report Diesen Beitrag melden

    Im Amiland

    Ich bin seit 12 jahren in den usa wegen einer Amerikanerin. Mittlerweile habe ich mich an die Freiheiten hier gewoehnt. Arbeiten hier ist viel haerter aber das Einkommen ist auch gut doppelt so hoch in meinem Beruf. In zehn Minuten in der Praxis oder im Spital, in zehn Minuten im Flughafen (kleine stadt, nur 100'000 Einwohner). Lebenskosten sind relativ bescheiden, fuer ein haus mit 350 m2 wohnflaeche zahle ich die haelfte eines guenstigen Schweizer Hauses. Was fehlt sind die Schweizer Lebensmittel und die gruenen Gefilde.

    • Martial2 am 25.08.2018 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gusto mucho

      Lebensmitteln, kein Problem; selbst in den USA, gibts Gruyère, Ementhaler Schinken, Wienerli und mehr, dazu hervorragende New York Steaks und gute Frites!

    • Martial2 am 25.08.2018 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gusto mucho

      Das ist richtig: Wir sichteten vor Jahre in Miami und Fort Lauderdale Villen inkl. Mobiliar, Pool und Auto für ca. 350000 $... Damals war der Kurs höher. Ob es noch so ist?

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