Razzia bei Windparkfirma

07. März 2013 08:42; Akt: 07.03.2013 23:00 Print

Schweizer Anleger fürchten um ihre Gelder

Ein deutscher Windpark-Erbauer steht im Verdacht, Bilanzen gefälscht zu haben. Das könnte Schweizer Stromkonzerne und Kleinanleger teuer zu stehen kommen.

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Der Windpark-Erbauer Windreich steht unter dem Verdacht, Bilanzen gefälscht zu haben. (Bild: Windreich AG)

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Die Schweiz will die Energiewende. Erreicht werden soll diese unter anderem mit Stromproduktion aus Windparkanlagen. Geplant sind in der Nordsee bis ins Jahr 2020 Parks, die gleichviel Strom liefern können wie zehn Atomkraftwerke. Auch Schweizer Unternehmen investieren in diesen zukunftsträchtigen Markt – die meisten grossen Stromkonzerne sind dabei.

Einer dieser Windparkbauer gerät jetzt in die Schlagzeilen. Wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation ist beim Stuttgarter Unternehmen Windreich eine Razzia durchgeführt worden. Die Staatsanwaltschaft hat die Hauptverwaltung der Firma sowie mehrere Privatwohnungen durchsuchen lassen. Gegen fünf Vorstandsmitglieder sind Ermittlungen aufgenommen worden, wie die Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch meldet.

Die Vorwürfe gegen das Unternehmen: Bilanzfälschungen im grossen Stil. Der Vorstand soll die Konzernabschlüsse geschönt haben, indem er Vermögenspositionen überbewertet hat. Die Staatsanwältin spricht von fingierten Umsätzen und wertlosen Aktien.

Aktie stürzt ab

Windreich ist der Erbauer des Windparks Global Tech One, ein 1,9-Milliarden-Projekt, das kurz vor der Fertigstellung steht. Weil der Bau des Parks durch verschiedene Faktoren erschwert worden ist, gilt das Projekt als finanzieller Flop. Mit den jüngsten Vorwürfen gegen den schwäbischen Windreich-Konzern dürften Investitionen in den Windpark nicht die erwünschte Rendite abwerfen.

Das könnten auch Schweizer Investoren zu spüren bekommen, unter ihnen der Stromkonzern Axpo, wie der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag schreibt. Die Axpo-Tochter EGL ist mit 24 Prozent am Global-Tech-One-Projekt beteiligt. Auch die Bank Sarasin soll 70 Millionen Euro in die Windreich AG eingeschossen haben. Gerechnet hatte man ursprünglich mit Traumrenditen von bis zu 14 Prozent. Davon dürfte jetzt nicht mehr viel übrig sein – das Windreich-Papier ist abgestürzt und hat noch einen Viertel des ursprünglichen Werts. Betroffen davon sind auch zahlreiche Schweizer Kleinanleger. Die Bank Sarasin hatte mitgeholfen, Anleihen im Wert von 125 Millionen Euro zu verkaufen.

(jam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ronny Zock am 07.03.2013 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schade der Justiz (Vettelijustiz)

    Schon wieder eine Basler Firma (SARASIN !!!) - dieser Teig muss mal richtig durchgeknetet werden oder ist dies die Machenschaft der Schweiz ????

  • S. Trom am 08.03.2013 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt will betrogen sein...

    Betrug an allen Orten. Solange die Subventionen sprudeln, wird munter drauf los gebaut, zurechtgebogen, gelogen und abgezockt. Und das alles mit dem Wissen der Grünen und Cleantech Lobby. Und auf unsere Kosten. Einfach, weil Windräder und Photovoltaikanlagen "grüner" sind. Wenn man aber in ein paar Jahren Bilanz ziehen wird, dann wird man feststellen, das dem nicht so ist. Das hat schon vor Jahren angefangen, als in Spanien mit Dieselgeneratoren Sonnenenergie produziert und verkauft wurde.

  • Create your own energie am 07.03.2013 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch ganz normal in der Branche

    machen ja unsere AKW Betreiber auch so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nie In Die EU am 08.03.2013 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwundert mich nicht

    Schon wieder hat DE die Hände im Spiel und somit auch die deutsche Regierung wo ja schon die solarproduktion puschte bis alles sich in Schall und Rauch auflöste, alles was in de in den letzten Jahren gepuscht wurde für Arbeitsplätze und wirschatfskrösus zu sein geht DE und somit Merkel in die Hose. Neustes Debackel ist ja der geschönte Armutsbericht, Flughafen Berlin und jetzt alles mit und um Windenergie. harzt 4 und 4 Euro Jobs Überall hat diese Regierung die Hände im Spiel und macht alles für kurzfristig Erfolg zu haben auf kosten von halb Europa.

  • Lucky am 08.03.2013 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    R I E S E N - S C H W E I N E R E I

    Die Schweiz sollte nur noch in eigener Regie Ausland-Aufträge ausführen. Der globalisierten Welt kann man nicht mehr trauen - die sind nur noch am Abzocke interessiert, d.h. nach mir die Sintflut.

  • S. Trom am 08.03.2013 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Die Welt will betrogen sein...

    Betrug an allen Orten. Solange die Subventionen sprudeln, wird munter drauf los gebaut, zurechtgebogen, gelogen und abgezockt. Und das alles mit dem Wissen der Grünen und Cleantech Lobby. Und auf unsere Kosten. Einfach, weil Windräder und Photovoltaikanlagen "grüner" sind. Wenn man aber in ein paar Jahren Bilanz ziehen wird, dann wird man feststellen, das dem nicht so ist. Das hat schon vor Jahren angefangen, als in Spanien mit Dieselgeneratoren Sonnenenergie produziert und verkauft wurde.

  • Tobi von Baden am 07.03.2013 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Wie doof muss man denn sein, ernsthaft zu glauben, dass Windenergie Gewinne abwerfen würde? In so einen Seich investiert man halt einfach nicht. Dann besser in AKW... Vielleicht lernen ja die Öko-Typen etwas daraus.....

    • Supermario am 08.03.2013 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      Bist Du sicher??

      Sag jetzt ein geneigter Leser, NACHDEM bekannt ist, dass Windreich wohl zumindest Bilanzen "beschönigt hat. Käme aber jemand und verspräche dem Tobi 15% Rendite p.a. mit irgendwelcher Spezialkäseproduktion.. Bin da nicht so sicher, ob nicht der eine oder andere auf sowas reinfallen würde?

    • Papierlischweizer am 08.03.2013 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht?

      Wieso soll ein Windkraftwerk, am richtigen Ort gebaut, keine Gewinne abwerfen? Weil es ein AKW nach Einbezug aller Folgekosten auch nicht tut? Vielleicht lernen Sie ja noch etwas dazu, bevor Sie sich über die angebliche Dummheit anderer Menschen äussern.

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  • Brutus am 07.03.2013 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft, Schwindel und Subventionen

    Tja, wenn die Performance in Sachen Strom schon nicht stimmt, dann muss man halt die Finanzen frisieren. Und, ohne Subventionen läuft nichts. Noch ein paar Jahre und die meisten Windparks sind pleite oder es werden noch mehr Schwindel aufgedeckt. Die wahren Stromerzeugungs-Kosten verträgt nicht mal ein Staat, geschweige denn ein Privatkunde.

    • Supermario am 08.03.2013 09:37 Report Diesen Beitrag melden

      Blödsinn

      Warum soll ein Staat irgendwelche Kosten "ertragen" oder "vertragen" können und Private nicht??? Immerhin ertragen wir als Bürger und Steuerzahler ja die Erfolge und Misserfolge der Politik ziemlich direkt. Die Windreichprojekte sind übrigens private Investments; auch wenn sie vom Staat subventioniert sind verbleiben die restlichen Risiken trotzdem ausschliesslich der privaten Wirtschaft!

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