Miese Zahlen

23. April 2009 08:18; Akt: 23.04.2009 10:29 Print

Schweizer Aussenhandel bricht ein

Die Spuren der Rezession im Schweizer Aussenhandel werden immer tiefer. Im Monat März brachen die Exporte arbeitstagbereinigt um mehr als einen Fünftel ein, und auch die Importe waren deutlich rückläufig.

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Für das erste Quartal resultierte das schlechteste Resultat seit Jahrzehnten, wie die Eidgenössische Zollverwaltung mitteilt. Die Exporte sanken nominal im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11,9 Prozent. Real machte der Rückgang sogar 13,3 Prozent aus.

Die Importe gingen im gleichen Zeitraum um nominal 10,6 und real 4,3 Prozent auf 41,3 Milliarden Franken zurück. Der Überschuss in der Handelsbilanz belief sich damit noch auf 2,9 Milliarden Franken, rund einen Viertel weniger als vor Jahresfrist.

Metallindustrie leidet

Am stärksten gebeutelt wurde die Metallindustrie. Hier ging der Auslandabsatz von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 34,3 Prozent zurück. Einbussen von mehr als 20 Prozent verzeichneten die Maschinen- und Elektronikindustrie, die Uhrenindustrie sowie die Kunststoff- und Textilindustrie. Eine leichte Zunahme gab es einzig für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie (+2,2 Prozent) und die Exporteure von Präzisionsinstrumenten (+0,1 Prozent).

Die Ausfuhren in den EU-Raum gingen um 14 Prozent zurück, jene nach Nordamerika sanken um sechs Prozent. Die Exporte nach Asien und Lateinamerika sanken um drei beziehungsweise sieben Prozent, jene nach Afrika blieben stabil.

20 Prozent weniger Autos importiert

Bei den Importen verzeichnete nur der Bereich der Konsumgüter ein Plus von nominal 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In allen übrigen Sektoren gab es einen Rückgang zwischen knapp 13 und gut 25 Prozent. Die Einfuhr von Automobilen sank um einen Fünftel.

Im März setzte sich die Talfahrt sowohl bei den Importen wie auch bei den Exporten beschleunigt fort. Bereinigt nach Arbeitstagen brachen die Ausfuhren um nominal 20,1 und real 23,8 Prozent ein. Die Importe sanken in Wert und Volumen um 14,4 beziehungsweise 9,7 Prozent. Mit Ausnahme der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mussten alle Branchen Umsatzeinbussen hinnehmen. Der Überschuss in der Handelsbilanz schmolz auf bescheidene 121 Millionen Franken.

(ap)