Halbjahresbilanz

22. Juli 2014 08:37; Akt: 22.07.2014 12:22 Print

Schweizer Exporte um 2,7 Prozent gewachsen

Dynamisch entwickelten sich die Ausfuhren nach Europa, und die Lieferungen in die USA und ins Vereinigte Königreich erreichten gar einen Höchststand.

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Trotz des weiteren Wachstums im vergangenen Halbjahr haben die Schweizer Exporte den Rekordwert von 2008 bislang nicht wieder erreicht.

Mit 102,9 Mrd. Fr. lagen die Ausfuhren noch um 2,4 Mrd. Fr. unter dem bisherigen Höchststand.

Zudem zeigen sich im Mehrjahresvergleich seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise klare Gewinner und Verlierer, wie Matthias Pfammatter, Ökonom bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV), am Dienstag an einer Medienkonferenz am Flughafen Zürich festhielt.

So liegen die Exporte der Uhrenindustrie im abgelaufenen Semester mit rund 10,5 Mrd. Fr. um 27,1 Prozent über den im ersten Halbjahr 2008 verbuchten Ausfuhren. Um 14,3 Prozent legte die grösste Exportbranche, die Chemisch-Pharmazeutische Industrie, zu. Absolut ist ihr Exportplus mit 5,4 Milliarden auf 43,2 Mrd. Fr. noch grösser als jenes der Uhrenindustrie.

Deutlich eingebüsst haben hingegen die Maschinen- und Elektroindustrie (-26,8 Prozent) und die Metallindustrie (-23,7 Prozent.

Abhängigkeit von Europa etwas kleiner

Bei den Exportmärkten ist Europa zwar weiterhin mit Abstand am wichtigsten. Die Ausfuhren dorthin haben seit 2008 aber um 14,5 Prozent abgenommen, sodass ihr Anteil an den gesamten Exporten von 67,1 auf 58,8 Prozent geschrumpft ist. Demgegenüber legten die Exporte und die Ausfuhranteile nach Ostasien, Nahost, Lateinamerika und Nordamerika zu.

Nach Ländern liegt weiterhin Deutschland an der Spitze. Es folgen die USA, die Italien überholt haben, Frankreich und das Vereinigte Königreich. Von Platz 10 auf 6 verbessert hat sich China. Andere Schwellenländer wie Russland, Brasilien, die Türkei und Indien büssten dagegen ein.

Potenzial durch Freihandelsabkommen

Das Anfang Juli in Kraft getretene Freihandelsabkommen mit China könnte den Aussenhandel weiter antreiben. Allerdings stellten sich Zollerleichterungen generell nicht automatisch ein, sondern müssten von den Unternehmen aktiv realisiert werden, sagte der Stellvertretende Direktor der EZV, Hans Peter Hefti.

Wer von Freihandelsabkommen profitieren wolle, müsse investieren. Gemäss Umfragen verzichteten aber 20 Prozent der Unternehmen auf Zollerleichterungen, entweder aus Unkenntnis über die Abkommen, oder weil der Profit zu klein oder die Regelungen zu komplex seien. Hier liege einiges Potenzial brach.

Insgesamt verfügt die Schweiz heute über 28 Freihandelsabkommen. Diese unterscheiden sich aber. So bestehen 13 verschiedene Ursprungsregelungen. Mit jedem Freihandelsabkommen nehme auch die administrative Aufwand zu, sagte Hefti. So hat die EZV 11 zusätzliche Stellen beantragt, um die Abkommen umsetzen und kontrollieren zu können. Bislang sind es rund 30 Stellen.

(sda)