Teig statt Kaffee

01. Januar 2015 21:43; Akt: 01.01.2015 21:43 Print

Schweizer Firma erfindet den Tortilla-Automaten

Ein Zürcher Start-up hat eine Fladenbrot-Maschine entwickelt, die wie eine Nespresso-Maschine funktioniert. Ein Verkaufserfolg werden soll das Gerät zuerst in den USA.

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Nespresso hat unsere Art Kaffee zu machen komplett verändert: Schnell eine Kapsel einwerfen und fertig ist der Espresso. Eine gut geplante Marketing-Kampagne mit George Clooney und dem Slogan «Nespresso, what else?» tat ihr Übriges. Heute steht in unzähligen Haushalten eine der Maschinen des Schweizer Nahrungsmittelproduzenten Nestlé.

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Was dem Grosskonzern gelungen ist, das möchte Carlos Ruiz aus Zürich mit seinem Start-up Flatev wiederholen. Als Mexikaner in der Schweiz vermisste er gute Tortillas, die typischen Fladenbrote aus seinem Heimatland. Im Sommer 2010 beim Kaffeekochen stellte er sich schliesslich die entscheidende Frage: Wäre es nicht möglich, eine Maschine zu entwickeln, die wie eine
Kaffee-Kapselmaschine funktioniert, aber Tortillas produziert?

Im Keller des Wohnheims

Damals wohnte Ruiz noch in einem Studentenwohnheim in Zürich. Er traf dort den Maschinenbau-Studenten Jonas Müller, den heutigen Technik-Chef seiner Firma. Müller half ihm einen allerersten Computer-Prototypen zu entwickeln. Der Arbeitsort: Der Keller des Studentenwohnheims. Am Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum in Bern liess Ruiz das Patent für den Prototypen schliesslich anmelden.

Was nach einer schnellen Sache klingt, dauerte in Realität jedoch fast zwei Jahre. Glück hatte Ruiz, als er den Wirtschaftsingenieur Louis Frachon von seinem Projekt begeistern konnte. Frachon half ihm und Müller mit der Ausarbeitung von Konzepten und Plänen für die Tortilla-Maschine. Der wichtigste Schritt in Richtung Professionalisierung war schliesslich der Erfolg beim Start-up-Wettbewerb Venture Kick. Er ermöglichte die Gründung eines eigenen Unternehmens. Ruiz, Müller und Frachon gewannen bereits in der ersten Runde 10‘000 Schweizer Franken. In Runde zwei gewannen sie weitere 20‘000, in Runde drei schliesslich 100'000 Franken.

In der Schweiz entwickelt

Mit diesem Geld konnten die drei endlich einen vollfunktionsfähigen Prototypen bauen lassen. Ruiz erklärt: «Am schwierigsten war zu Beginn die Suche nach Kapital.» Das habe sich jedoch stark gebessert, als der erste Automat fertig war. «Seither können wir den Leuten die Maschine vorzeigen, das macht alles einfacher.» Momentan sei man aber nicht mehr auf der Suche nach Geldgebern. Ruiz wagt sich nun, einen ungefähren Termin für die offizielle Markteinführung zu prognostizieren: Frühling 2016.

Als möglichen Produktionsstandort kann Ruiz sich China vorstellen. Entwicklungsstandort bleibt die Schweiz. Verkauft werden sollen die Tortilla-Kapselmaschinen von Flatev übrigens zuerst in den USA. Der Grund: Die Grösse der dortigen Latino- und Mexikaner-Community. Ruiz erklärt: «Die Tortilla ist das meistgegessene Brot in den USA.»

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erni am 02.01.2015 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platzbedarf

    In Anbetracht der unzähligen, spezialisierten Maschinen, muss ich meine Küche wohl demnächst in einen Flugzeughangar verlegen um das Platzprobleme zu lösen.

  • Bri am 01.01.2015 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    coooool

    Ich finde das Genial..... liebe Tortilla und gehöre sicher zu den ersten die sie dann kauft!!

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  • stef am 01.01.2015 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    super

    made in switzerland :-) auch künftig für Innovationen und Ideen! Bravo

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas T. am 02.01.2015 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diverses

    Flatev peilen einen Verkaufspreis von 260 USD an, die Kapseln sollen 0,90 Cent kosten, hierzulande kann man sich also auf eine Preis von 400 Franken und 1,50.- für die Kapsel einstellen...abgesehen von der Sinnhaftigkeit dieses Kastens wäre mir der US-Preis schon zu hoch für ein Gerät das nur Tortillas backen kann.

  • bruno ruegg am 02.01.2015 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    super Sache, aber der Preis für Maschine und Kapsel muss stimmen.

  • Max Erfinderisch am 02.01.2015 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre wenn..

    Ich eine Maschine für alles in der Küche erfinde

    • gourmet am 02.01.2015 16:56 Report Diesen Beitrag melden

      braucht es nicht

      hab ich schon - meine Frau!

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  • franz am 02.01.2015 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    braucht es immer eine separate maschine?

    ist der mensch mittlerweile so hilflos und bequem geworden, dass er für alles eine eigene maschine braucht? es gibt eine maschine, die alles abdeckt - die eigenen hände unterstützt von einem guten herd und backofen - das reicht und ist am günstigsten!

  • p3d3 am 02.01.2015 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Gerät 2.0

    Hat "der Gerät 2.0" denn auch Bluetooth und WLAN integriert. Wie steht es denn mit einer benutzerfreundlichen App? Kann man die Tortillas via AirDrop übermitteln? Ist zukünftig auch eine Tortilla-Cloud mit Sharing Funktion vorgesehen?