E-Zigarette

06. Dezember 2018 13:01; Akt: 06.12.2018 13:06 Print

Schweizer Firma will es mit Juul aufnehmen

von Dominic Benz - Eine Schweizer Firma bringt eine eigene E-Zigarette heraus. Dabei wurde sie vom Markteintritt der boomenden US-Marke Juul überrumpelt.

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Mit Nude der Marke Red Kiwi bringt eine Schweizer Firma eine eigene E-Zigarette auf den hiesigen Markt. Die Dampfgeräte sollen Anfang 2019 bei Coop, K-Kiosken oder Denner zu kaufen sein. Die E-Zigi ist laut laut Hersteller identisch mit jener von Juul. Juul will Schweizer Rauchern eine Alternative zum Tabak bieten. Die Werbung soll auf erwachsene Raucher ausgerichtet sein: Die Models seien mindestens 28 Jahre alt, so Juul. Auf dem Päckchen gibt es Nikotinwarnungen. Der Doppelpunkt sei ein Übersetzungsfehler, der demnächst korrigiert werde, sagt Schweiz-Chef Jonathan Green zu 20 Minuten. Einfach wird der Markteintritt für Juul in der Schweiz wahrscheinlich nicht. Die E-Zigarette steht wegen ihrer erhöhten Suchtgefahr bei Jugendlichen in der Kritik. In den USA spricht die Gesundheitsbehörde FDA bereits von einer «Epidemie», wie das Magazin «Der Spiegel» berichtet. Um die Regelung von E-Zigaretten in der Schweiz sorgt sich auch der Gesetzgeber. Ein neues Tabakproduktegesetz ist in der Vernehmlassung. Mitte 2022 soll es in Kraft treten. Juul teilt mit, man wolle mit den Regulierungsbehörden kooperieren. Eine Studie zeigt, dass die Mehrheit der Jugendlichen, die Juul einmal ausprobiert hat, das Produkt anschliessend weiter nutzt. Befragt wurden 437 kalifornische Highschool-Schüler. 68 gaben an, Juul schon einmal ausprobiert zu haben. Fast 60 Prozent von ihnen haben das Produkt in den 30 Tagen vor der Befragung weiter genutzt. Dagegen haben von 133 Schülern, die andere E-Zigaretten versucht hatten, nur 30 Prozent weitergedampft. Der Psychologe Thomas Eissenberg, Co-Autor eines Kommentars zur Studie, erklärt, dass die Resultate bedeuten könnten, dass «kapselbasierte E-Zigaretten bei dieser anfälligen Gruppe ein noch grösseres Risiko für eine Nikotinabhängigkeit darstellen als andere Nikotin- oder Tabakprodukte». 106 hatten bereits herkömmliche Zigaretten ausprobiert. Von ihnen hatten 28 Prozent in den letzten 30 Tagen geraucht. Für Markus Meury, Mediensprecher von Sucht Schweiz, liegt das hohe Abhängigkeitspotenzial von Juul darin begründet, dass eine Kapsel in den USA so viel Nikotin enthält wie ein ganzes Päckchen Zigaretten. Zudem werde das Nikotin in Form von Nikotinsalzen beigefügt, die deutlich stärker und schneller wirkten als die Nikotinextrakte in herkömmlichen E-Zigaretten. Der Beteuerung des Herstellers, wonach Juul für Erwachsene und bestehende Raucher gedacht sei, kann Meury nichts abgewinnen. «Der Hersteller kann behaupten, was er will. Fakt ist, dass Juul gerade unter den Jugendlichen in den USA die grösste Verbreitung hat.» Für ihn liegt das daran, dass die Aromen klar auf Jugendliche ausgerichtet sind und sich die E-Zigarette dank der Form eines USB-Sticks gut vor Lehrern und Eltern verstecken lässt.

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Anfang Januar wird der Markt mit E-Zigaretten um ein Modell reicher. Die Aargauer Firma Next Tröber bringt den mit einer Hamburger Firma entwickelten Dampfer namens Red Kiwi Nude in den Handel. Es handelt sich dabei um das europäische Pendant zur umstrittenen E-Zigi Juul. Die boomende US-Marke hat soeben ihre Produkte auch hierzulande lanciert.

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Dass nun Red Kiwi Nude fast zum gleichen Zeitpunkt auf den Schweizer Markt kommt, ist für Adrian Brotschi nicht optimal: «Wir wurden von Juul überrumpelt», sagt der Präsident von Next Tröber zu 20 Minuten. Unterschiede zum US-Produkt gebe es keine.

«Gegenstück zu Juul in der Schweiz»

Dennoch wagt Brotschi den Sprung in den hart umkämpften Markt mit E-Zigaretten. «Wir wollen das Gegenstück zu Juul in der Schweiz und in Europa sein», so der Präsident. Er verweist auf das grosse Marktpotential. Gemäss jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik rauchen 27 Prozent der Schweizer. 2016 griffen aber lediglich 0,7 Prozent ab und zu zur E-Zigarette.

Red Kiwi Nude wird denn auch als Produkt für die Raucherentwöhnung beworben. Der Slogan dazu wird heissen: «Es war noch nie so einfach mit dem Rauchen aufzuhören.» Im Visier sind Tabak-Raucher, die auf eine Alternative umsteigen wollen.

«Aufgeblasene Markenversprechungen»

Für Brotschi ist der verwendete Slogan legitim. Es sei schliesslich unbestritten, dass E-Zigaretten weniger gefährlich seien als normale Zigaretten. Ein Nachteil sei aber klar die Suchtgefahr. Man erkläre daher auf 35 Prozent der Frontfläche, dass es sich um ein nikotinhaltiges Produkt handle, das abhängig machen könne. Vor allem in den USA hat Juul zu einem Rauchertrend bei Teenagern geführt.

Für Wirtschaftspsychologe Christian Fichter liegt es nahe, dass gleich mehrere Anbieter ähnliche Produkte lancieren: «Die Veränderungen im Markt bieten auch kleinen Herstellern die Gelegenheit, den Markteintritt zu wagen.» Die einzelnen Produkte würden dann mit unterschiedlichen Markenversprechungen aufgeblasen, so Fichter.

Gesundheitliche Schäden nicht bekannt

So wirke der Slogan der Kampagne ein wenig zynisch. Zwar sei es gut, wenn man Raucher von normalen Zigaretten wegführen wolle. «Doch wenn das eine Firma sagt, die selber Suchtmittel verkauft, sind solche Aussagen schwierig», sagt Fichter. Letztlich profitiere die Firma ja nicht vom Nichtrauchen, sondern von der Nikotinsucht der Konsumenten.

Das Bundesamt für Gesundheit übt Kritik an den E-Zigaretten. «Die langfristigen gesundheitlichen Schäden sind noch nicht bekannt und das darin enthaltene Nikotin macht süchtig», heisst es auf Anfrage. Rauchenden empfehle man auf E-Zigaretten umzusteigen, wenn sie es nicht schafften, das Rauchen auf anderem Weg ganz aufzugeben. Zudem sei es möglich, dass E-Zigaretten den Einstieg zum Konsum von Tabakprodukten und damit die Abhängigkeit von Nikotin begünstigten.

Günstiger als Juul

Wie die E-Zigarette von Juul braucht man bei Red Kiwi Nude neben dem Basisgerät die sogenannten Pods. Sie enthalten das Nikotin und sind in den Aromen Tabak, Frucht, Mango und Minze zu haben. In einem Pack sind jeweils vier Stück. Ein Pod hat laut Brotschi so viel Nikotin wie ein normales Zigi-Päckli. Enthalten ist das gesetzliche Maximum, also 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter.

Unter anderem werden K-Kioske, Coop, Denner, Migrolino oder Tankstellen von Shell und Avia die Nude-Dampfer verkaufen. Die Firma Next Tröber hat die E-Zigarette mit der Hamburger Firma Red Kiwi entwickelt. Auch in Deutschland und Österreich kommt das Produkt auf den Markt. Der empfohlene Preis für das Dampfgerät liegt bei 39 Franken. Ein Päckli mit vier Pods kostet 18.90 Franken. Damit ist das Dampfgerät rund 10 Franken günstiger als bei Juul und die Pods sind etwa gleich teuer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas A. am 06.12.2018 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Werbung

    Kann diese unterschwellige Werbung für Juul bitte aufhören? Danke.

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  • commandershran am 06.12.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    werbung

    Wow, wieviel bezahlt euch Juul für diese Werbung?

  • Ray Carpenter am 06.12.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fertig Werbung!!

    Ignoriert bitte dieses Thema -Keine Werbung für das Zeugs!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • vapestore.ch am 07.12.2018 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lang ist her

    Die kommen alle ein wenig spät. Die Bo One vom französischen Hersteller Jwell gibt es seit über einem Jahr in der Schweiz. Die ist mit 29.90 und die pods 6.90 2er pack auch noch günstiger.

  • Peter Meier am 07.12.2018 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Verbieten

    Wie wäre es denn mit massiven Rauchverboten in öffentlichen Bereichen Egal ob Tabak oder E-Zigarette. Auch der Dunst von E- Zigaretten ist unangenehm. Zudem verleiten die Trendy Tools auch Jugendliche zum Einstieg.

    • Vapestore.ch am 07.12.2018 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Meier

      Ich hab mal so einen Jugendlichen gesehen der dampfte. Auf die Frage ob er mit dampfen angefangen hat Nikotin zu konsumieren. Seine Antwort: Nein mit Sweets Cigarillo vom Kiosk.

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  • beni am 07.12.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    wer macht für mich g ratiswerbung?

    würde man nicht so dauerhaft über diese lästigen und gesundheitsschädlichen dinger schreiben, würden sich wenige darum kümmern. so aber entsteht einfach mal ein hype der millionen einbringen wird- warum nicht für mein geschäft??? ahja, das ist nicht gesundheitsschädlich und kein hype... dabei wäre es so einfach: die ganze e-zigi-hysterie nicht zulassen und problem ist gelöst. braucht sowieso keiner. wer raucht, soll rauchen und für seine gesundheitskosten selber aufkommen. auch dieses problem ist dann gelöst.

    • Klaus am 07.12.2018 17:09 Report Diesen Beitrag melden

      Na dann

      Keine Ahnung was sie verkaufen, "eventuell" ist ihr "Produkt " sogar schädlich? So wie beim dampfen, zu 100% weiß es dann doch keiner mit der Schädlichkeit. Wenn Schädlichkeit bei ihrem Produkt erwiesen ist aber sofort bitte Laden dicht machen. Ein Rennradfahrer soll dann für seine Verletzung selber aufkommen. Wer Rennrad fahren will soll fahren

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  • Fredi Minder am 07.12.2018 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Was Juul und Co. Macht, ist leider nur Abzocke. 17.- für eine Schachtel Ersatzcoils mit bischen Liquid drin ist ein Witz! Ich wickle meine Coils und mische meine Liquids selber. Kosten für eine Tagesration: 0,5 .- am Tag...

    • Vapestore.ch am 07.12.2018 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fredi Minder

      Selbst mit Fertigcoils und Fertigliquids, ist es nur unwesentlich teurer. Klar selbstwickeln und mischen ist sicher am billigstens.

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  • Teutates am 07.12.2018 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Juhuuuul! Ich kann es seit 7 Jahren

    lassen und brauche den Stoff nicht mehr. Juhuuul!