Unruhe an der Börse

23. Juni 2011 16:07; Akt: 24.06.2011 16:06 Print

Schweizer Leitindex SMI stürzt ab

von Hans Peter Arnold - Der Swiss Market Index (SMI) hat am Donnerstagnachmittag die Marke von 6000 Punkten unterschritten. Schlechte Konjunkturdaten und die Schuldenkrise belasten die Kurse.

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Swiss Market Index (SMI) (Bild: Swissquote)

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Der Schweizer Leitindex mit den zwanzig wichtigsten Aktien sank am Donnerstag im Handelverslauf immer tiefer. Um 16 Uhr tendierte der SMI bereits zwei Prozent im Minus und tauchte unter die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten. Er sank bis 5991 Punkte. Damit fiel der SMI auf den tiefsten Stand dieses Jahres - tiefer als während der Fukushima-Katastrophe. Zu den grössten Verlierern innerhalb des SMI gehörten Lonza, UBS und Transocean, die zeitweise über vier Prozent einbüssten.

Im Markt gibt es nach wie vor erhebliche Zweifel über eine erfolgreiche Rettung von Griechenland, das unter einer enormen Schuldenlast leidet. Am Donnerstagvormittag belastaten vorlaufende Indikatoren aus der europäischen Industrie die Märkte: Der Einkaufsmanager-Index der Euro-Zone rutschte um mehr als zwei Prozent ab und notierte nur noch zwei Punkte über der neutralen Marke von 50 Punkten. Umfragewerte über 50 Punkten zeigen eine expandierende Wirtschaftsentwicklung an; Werte darunter signalisieren eine rezessive Tendenz.

Enttäuschende Daten aus den USA

Um 14.30 Uhr gab es zudem enttäuschende Nachrichten aus den USA: Die Erstanträge für die Arbeitslosenunterstützung stiegen wieder an; erwartet wurde eine Stabilisierung. In dieser Woche haben in den USA 429 000 Personen Anträge für Arbeitslosenhilfe beantragt. In der vergangenen Woche waren es 414 000 Personen.

Der Aktienmarkt ist über die gesenkte Wachstumsprognose der US-Notenbank enttäuscht. Einige Experten sehen nun die Gefahr eine Stagflation: Und zwar aufgrund des schwachen Wachstums der US-Wirtschaft in Verbindung mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einer anziehenden Inflation. Generell ist unter Stagflation das gleichzeitige Auftreten von wirtschaftlicher Stagnation und Inflation zu verstehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zweifler am 23.06.2011 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist erst der Anfang...

    ...oder glaubt man wirklich, dass billiges Geld drucken OHNE entsprechendes Wirtschaftswachstum nicht irgendwann Folgen hat? Bis jetzt liegt der Fokus (noch) auf Griechenland aber es dürfte nicht mehr all zu lange dauern, bis auch der letzte erkennen wird, dass die USA global betrachtet, das weit grössere Problem darstellt. Finanzkrise 2.0... rette sich wer kann!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zweifler am 23.06.2011 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist erst der Anfang...

    ...oder glaubt man wirklich, dass billiges Geld drucken OHNE entsprechendes Wirtschaftswachstum nicht irgendwann Folgen hat? Bis jetzt liegt der Fokus (noch) auf Griechenland aber es dürfte nicht mehr all zu lange dauern, bis auch der letzte erkennen wird, dass die USA global betrachtet, das weit grössere Problem darstellt. Finanzkrise 2.0... rette sich wer kann!

    • Strässler Rolf am 23.06.2011 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Am Abgrund

      Richtig. Die USA ist schon lange am Abgrund. Dann ist die Sauce perfekt. Die Weltwirtschaft geht schweren Zeiten entgegen.

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