Stellenabbau bei Microsoft

30. Juli 2014 15:35; Akt: 30.07.2014 16:46 Print

Schweizer Mitarbeiter bleiben verschont

Aufatmen bei Schweizer Mitarbeitern von Microsoft: Die Entlassungswelle wird die rund 620 Beschäftigten in der Schweiz voraussichtlich nicht treffen.

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Windows-Konzern in Not: Das Unternehmen will weltweit bis zu 18'000 Stellen streichen. (Bild: Keystone/AP/ted S. Warren)

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Sie habe keine Anzeichen aus der Zentrale des US-Konzerns für einen Stellenabbau in der Schweiz, sagte Länderchefin Petra Jenner. Die vom neuen Konzernchef Satya Nadella ausgegebene Strategie «mobile-first, cloud-first» wird aber auch in der Schweiz für eine Verlagerung der Geschäfte weg vom PC-Markt und dem PC-Betriebssystem Windows hin zu mobilen Diensten und Rechnerleistungen aus dem Netz sorgen.

An der Jahresmedienkonferenz von Microsoft Schweiz vom Mittwoch in Zürich kämpften die Verantwortlichen denn auch insbesondere gegen die Vorbehalte gegenüber Cloud-Diensten von Konzernen mit Sitz in den USA. Hintergrund sind die Enthüllungen von Edward Snowden über die Ausspähungen des US-Nachrichtendienstes NSA.

Keine Hintertür

Von der Schweiz aus könnten Daten in den beiden europäischen Rechenzentren von Microsoft in Dublin und Amsterdam abgelegt werden, sagte Reto Häni, westeuropäischer Sicherheitschef von Microsoft. Es gebe keine Hintertür für Behörden oder Geheimdienste.

Um dies zu untermauern, hat Microsoft im Februar angekündigt, Regierungsvertretern in Europa erstmals Einblick in den Quellcode seiner Software zu gewähren. Dies wurde laut Häni auch dem Bundesrat offeriert.

Auch amerikanischen Behörden bleibe für den Zugriff auf Cloud-Daten in Europa einzig der Weg über die Anfrage bei den Strafverfolgungsbehörden in Irland und den Niederlanden. Häni betonte, die EU-Datenschutzbestimmungen seien strenger als jene der Schweiz. Über den Zugriff im Ausland streiten sich die US-Behörden und Microsoft allerdings vor Gericht.

Häni und Jenner verwiesen darauf, dass die Vorbehalte gegenüber Cloud-Diensten im Widerspruch zu laschen Sicherheitsvorkehrungen von Anwendern bei E-Mail-Plattformen, Kalender- und Datenaustausch-Programmen stünden. Die Gefahr der Cyberkriminalität werde in der Schweiz unterschätzt. Microsoft sieht hier ein gutes Geschäft und investiert stark in Datensicherheit und Verschlüsselung.

Schweiz weiterhin Nr. 14

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2013/14 hat Microsoft vergangene Woche einen leichten Gewinnanstieg auf 22,1 Mrd. Dollar gemeldet. Das zugekaufte Handygeschäft von Nokia verbuchte im Schlussquartal allerdings einen operativen Verlust von 692 Mio. Dollar.

Konzernchef Nadella hat den Abbau von bis zu 18'000 von 127'000 Stellen angekündigt. Betroffen sein werden vor allem Beschäftigte von Nokia, wo etwa die Hälfte von bislang 25'000 Arbeitsplätzen wegfallen.

Geschäftszahlen zur Schweiz weist Microsoft nicht aus. Das Marktwachstum sei um die Hälfte übertroffen worden, sagte Jenner. Die Schweiz sei trotz der rasanten Entwicklung von Schwellenländern unverändert der vierzehntgrösste Markt von weltweit 168 Niederlassungen.

(sda)