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20. Juli 2014 23:53; Akt: 20.07.2014 23:53 Print

Schweizer Roboter hilft beim Schuhkauf

von Sandro Spaeth - Roboter erwartet man in erster Linie in Fabrikhallen. Die Schweizer Technologie von ABB hilft aber oft auch im Alltag – zum Beispiel beim Koffertragen oder beim Kauf von Schuhen.

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Ein Roboter in einem Schuhladen – was nach Science-Fiction tönt, ist in Berlin seit kurzem Tatsache. Im Berliner Laden Solebox steigt nicht mehr der Mitarbeiter ins Lager hinunter und holt die gewünschten Schuhe. Diese Arbeit erledigt ein Schweizer ABB-Roboter – und zwar so, dass der Kunde dabei zuschauen oder den Roboter sogar selbst bedienen kann.

Erhofft sich der Laden nun Einsparungen beim Personal? «Nein, das war nie unsere Absicht», sagt Besitzer Hikmet Sugör zu 20 Minuten. Es sei vielmehr der erste Schritt in die Zukunft des stationären Detailhandels. Die Vision: 24-Stunden-Shopping im Turnschuhgeschäft.

Verrückte Idee?

Was die Installation des Roboters gekostet hat, wollen weder Sugör noch ABB verraten. Es ist von einem höheren fünfstelligen Betrag auszugehen. «Der Roboter muss nicht rentieren. Wir haben etwas Aufsehenerregendes bauen wollen», so Sugör. «Hätte man die Roboter-Idee im Vorfeld jemandem gezeigt, er hätte uns für verrückt erklärt.»

Zum neuen Konzept des Ladens, der sich unweit des Berliner Kurfürstendamms befindet, hat der Schweizer Technologiekonzern einen beträchtlichen Anteil beigesteuert. «Was sonst in der Industrie passiert, geschieht im normalen Verkaufsraum», erklärt ABB-Roboter-Systemintegrator Holger Klempnow.

Roboter als Concierge

Inspiriert wurde Solebox auch durch einen Roboter in der New Yorker Herberge Yotel, der als Concierge für Gäste das Gepäck aufbewahrt und wieder bringt. Die Technologie findet so Einzug in unseren Alltag und ABB wird damit für jedermann sichtbar. «Industrieroboter sind eigentlich allgegenwärtig, nur eben nicht immer sichtbar», sagt ABB-Sprecher Antonio Ligi zu 20 Minuten.

Profitiert ABB von spektakulären Robotern wie jenem im Schuhgeschäft oder dem Hotel? Diese Roboter seien klassische Anwendungen, wenn auch nicht im herkömmlichen industriellen Umfeld, heisst es bei ABB. Als Werbemassnahmen will der Konzern die Vorzeigeprojekte nicht verstanden wissen, obwohl sie auf den Social-Media-Kanälen kommuniziert werden. Der Youtube-Film vom Hotelroboter wurde fast 100'000-mal angeschaut.

Enormer Wachstumsmarkt

Der Bereich Industrieautomation und Antriebe war im letzten Jahr für 22 Prozent des ABB-Umsatzes von 41,8 Milliarden verantwortlich, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Und was bringt die Zukunft? ABB gibt keine Erwartungen bekannt, verweist aber auf Prognosen der International Federation of Robotics (IFR). Im letzten Jahr wurde weltweit die Rekordzahl von 179'000 Industrierobotern verkauft – 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2014 erwartet die Branche ein ähnliches Wachstum.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rob Oter am 21.07.2014 02:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft gehört den Maschinen und...

    ...deren Besitzern! Was passiert mit den Menschen? Landen die meisten Leute auf der Wiese neben Kühen und anderen Tieren am Grasen? Da es durch solche Maschinen immer weniger Arbeiter braucht, gibt es immer mehr Menschen, die nicht mehr verdienen können! Es heisst, es gäbe schon Roboter, die jeden 2. Menschen ersetzen könnten! Und dann? Wir kommen all den Vorhersagen leider immer näher! Der Mensch läuft ins (eigene) offen Messer! Der Mensch ist auf bestem Weg, sich selbst zu vernichten! Tja, die Geschichte lehrt den Menschen eben, dass der Mensch nichts von der Geschichte lernt! Beängstigend..

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  • Heinz Schuhmann am 21.07.2014 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    El Bundy

    El Bundy wäre mir wesentlich sympathischer..

  • Gregor am 21.07.2014 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Arigato----

    tja....und dann sagt man, Arbeitslose seien selber schuld wenn sie es sind.... Macht nur weiter so....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Automatiker FH: am 21.07.2014 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider aber war...nichts neues, hinter jedem...

    "Guetzli" oder Auto steht heute ein Industrieroboter seit jahrzehnten im Einsatz die Anwendung nennt sich "Pick & Place mit integrierten Vision System". Damit werden monotome Arbeiten durch den Roboter erledigt. (keine Burnouts, keine Krankheiten, kein gejammer, 24Std x 7 Tage ohne Pausen am Arbeiten. (höchstens mal ein Servomotoren, Servodrives, Kabelbrüche, ein CANBus oder mechanischer verschleiss und eine Optimierung) alles durch uns Techniker innert kürzlicher Frist reparierbar. Dies leider auf Kosten von unqualifiezierten Mitarbeitern und die Sucht nach mehr und mehr Wachstum $....leider!

  • Sepp am 21.07.2014 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Roboter wären ein Segen

    Wenn wir unser System etwas umkrämpelt würden. So wie jetzt, geht es nicht. Keine Arbeiter, kein Geld, keine Kunden, kein Absatz, Konkurs. Wenn aber Die Roboter normal bezahlt werden müssten und dieses Geld an die Gesellschaft verteilt wird, könnte es ein Segen für alle sein. Weniger arbeiten bei gleichem Lohn, dazu qualitativ hochwertige Produkte. Viel Geld würde in der Krankasse eingespart werden; keine Burn Outs mehr, keine Arbeitsunfälle, kein Mobbing mehr etc. Ist eine Utopie, aber könnte durchaus auch sein positives haben

  • Mit Macher am 21.07.2014 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ihr wüsstet...

    Tja, glücklicherweise wissen viele nicht, wo sonst noch auch Roboter / Automaten im Einsatz sind und wo diese noch zum Einsatz kommen werden. Ja, auch ich weis dies sicher nicht abschliessend... ;-) Da ich aber tag-täglich mit Automatisierungen / Schnittstellen etc. zu tun habe, schaue ich positiv in (meine) Zukunft.

  • severin kobelt am 21.07.2014 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Roboprogrammer

    vom personal oder vom kunden selbst bedient werden.... jeder der was von Programmierung dieser Roboter versteht lacht über diesen satz^^

    • Fred am 21.07.2014 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bedienen, nicht programmieren ieren

      Selber bedienen, nicht programmieren! Also am Bildschirm eingeben welchen Schuh oder Schlüssel man will und der Roboter, der von einem Programmierer programmiert wurde, geht holen.

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  • Sven Glauser am 21.07.2014 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehe die Innovation nicht...

    Das ist eing ganz normaler Industrieroboter, wie es ihn bereits seit Jahrzehnten gibt. Solche Typen werden zu 10'000 in der Industrie eingesetzt. Die Palettier-Aufgabe ist auch extrem einfach. Steuerungstechnik: 1. oder 2. Semester (Basis-Automation). Unglaublich, was alles als Innovation verkauft wird. Leben wir effektiv so krass hinter dem Mond?