18. Oktober 2010 23:00; Akt: 18.10.2010 20:07 Print

Schweizer Salat wird nach Ungarn exportiert

von Alex Hämmerli - Verkehrte Welt: Das Hochpreisland Schweiz exportiert Eisbergsalat nach Ungarn. Denn das Wetter liess die Salatpreise hochschnellen.

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Eisbergsalat-Ernte im Berner Seeland. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

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Wer dieser Tage in ungarischen Lebensmittelläden Eisbergsalat kauft, dürfte sich wundern: Es ist gut möglich, dass das Berner Seeland als Herkunftsregion auf der Verpackung steht. Diese Woche werden von hier nämlich 30 Tonnen Salat nach Ungarn geliefert. Die ­erste Lastwagenladung mit 10 Tonnen Eisbergsalat ging ­gestern Nachmittag auf die Strasse.

Es hat Seltenheitswert, dass Schweizer Salat exportiert wird. Für den Produzenten Eisberg Schweiz ist es das erste Mal. Und auch die beiden Schweizer Marktführer Gastro Star und Kellermann haben noch nie auch nur einen Salatkopf ausgeführt.

Damit sich der Export des Eisbergsalats lohnt, mussten denn auch mehrere Faktoren zusammenkommen. «Im Ausland – insbesondere in Holland, Deutschland und Österreeich – war das Wetter in den letzten Monaten sehr schlecht für den Salatanbau», sagt Silvio Cathomen, Geschäftsführer von Eisberg Schweiz. Es sei zu feucht – und vor allem zu kühl gewesen. «Der Gemüse- und Salatmarkt im Ausland ist aktuell sehr angespannt», so Cathomen. Weil nun die Nachfrage in Ungarn das Angebot übersteige, seien die Preise auf aktuell fast zwei Franken pro Kilo in die Höhe geschossen. Von dieser Entwicklung profitieren nun die Schweizer Salatbauern, die ihre Ware in den Export schicken können. Weil die Branche eine Überproduktion eingefahren hat, kostet das Kilo Eisbergsalat hierzulande nämlich bloss 1.30 bis 1.40 Franken.