Ferienplanung

15. Dezember 2015 08:44; Akt: 15.12.2015 08:44 Print

Schweizer Touristen meiden Terror-Orte

von K. Wolfensberger - Ob Paris oder Ägypten: Terroranschläge finden oft an beliebten Ferienorten statt. Reiseanbieter streichen deshalb gewisse Destinationen aus dem Angebot.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Terroranschläge wie derjenige in Paris treffen auch die Wirtschaft der betroffenen Länder stark. Keine Branche erleidet dabei unmittelbar einen so grossen Schaden wie der Tourismus. Besonders hart trifft der Terror derzeit deshalb die nordafrikanischen Länder Ägypten und Tunesien. Der Schweizer Reiseanbieter Hotelplan Suisse hat am Montag bekannt gegeben, seine Charterflüge in die Badeorte Sharm al-Sheikh sowie Hurghada von Mitte Januar bis Anfang März einzustellen. Die betroffenen Passagiere würden heute informiert.

Umfrage
Würden Sie jetzt nach Paris reisen?
32 %
46 %
22 %
Insgesamt 41 Teilnehmer

Hotelplans Badeferien-Chef Tim Bachmann nennt Travelnews.ch den Grund: «Die Buchungseinbrüche seit dem Anschlag auf der Sinai-Halbinsel sind massiv.» Im Gespräch mit 20 Minuten präzisiert Hotelplan-Suisse-Mediensprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir und liefert eine konkrete Zahl. Rund 50 Prozent weniger Buchungen habe Hotelplan dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr erhalten. Dabei seien die ägyptischen Badeorte eine typische Winterdestination für Leute, die vor dem kalten Wetter in der Schweiz flüchten möchten.

Auch Tunesien betroffen

Ein weiterer nordafrikanischer Staat, der mit dem Terror zu kämpfen hat, ist Tunesien. Im Fall der tunesischen Ferieninsel Djerba, eher eine typische Sommer- und Herbstdestination, habe der Buchungsrückgang im Herbst 2015 im Vergleich zur Vorjahresperiode etwa 40 Prozent betragen, so Huguenin-dit-Lenoir zu 20 Minuten.

Konkurrent TUI Suisse spürt den Rückgang primär im Fall von Sharm al-Sheikh. Man habe daher entschieden, von Ende November bis Ende Januar die Destination aus dem Programm zu nehmen und den Kunden eine Alternative anzubieten, sagt TUI Suisse-CEO Martin Wittwer zu 20 Minuten. Beliebt seien die Kanarischen Inseln, die Kapverden, aber auch weiter entfernte Destinationen wie Thailand, die Dominikanische Republik oder Kuba. Bei Hotelplan Suisse sind als Alternativen ausserdem Zypern, Griechenland oder die USA hoch im Kurs.

Entfernung und Attraktivität

Wie stark Touristen sich beim Buchen von Terroranschlägen tatsächlich beeinflussen lassen, hängt aber von verschiedenen Faktoren ab, erklärt Urs Wagenseil, Leiter Tourismus am Institut für Tourismuswirtschaft (ITW) an der Hochschule Luzern. Ein Beispiel: Je näher ein Anschlag geographisch war, desto grösser sei die Berichterstattung und desto grösser auch der Einfluss auf das Buchungsverhalten. So schocke die Schweizer ein Anschlag in Paris viel stärker als ein Anschlag in China, bei dem man allenfalls noch nie von der betroffenen Stadt gehört habe. Auch die Herkunft der Opfer sei ein wichtiger Faktor. Stammen viele Opfer aus der Schweiz, beeinflusse das einen stärker.

Ob sich eine Tourismusdestination schnell von einem Terroranschlag erholt und die Gäste zurückkehren, liege primär an der touristischen Attraktivität des Ort selbst. Eine Stadt wie Paris mit Museen wie dem Louvre oder dem Eiffelturm habe so viel zu bieten, dass die Leute schnell zurückkämen. Schwieriger sei dies bei einem Badeort à la Hurghada. Dieser habe primär Badestrände zu bieten. «Das gibt es auch in Ländern wie Spanien und Italien oder in Übersee und es ist kein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal», so Wagenseil.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karla U. am 15.12.2015 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blitz schlägt nicht 2x ein

    Ehrlich gesagt sind wir extra 2 Tage nach Paris gefahren. Und endlich war das anstehen am Luvre mal erträglich....

    einklappen einklappen
  • ungestresst Reisender am 15.12.2015 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Stop Paranoia

    Wenn meine Zeit gekommen ist, und ich gerade im Bett liege, falle ich heraus und brech' mir das Genick oder die Decke faellt auf mich und verwandelt mich in Brei. Ich gehe dahin wo ICH will und lasse mir mein Leben nicht vermiesen. Weder durch Terroristen oder sonst was.

  • Bonaparte am 15.12.2015 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paris

    Morgen gehts nach Paris. In arabische Länder reise ich aus Prinzip nicht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Soso am 15.12.2015 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SriLanka Ferien

    Bin im Moment seit 3 Wochen in SriLanka. Ein tolles Land und super Strände. Mal was anderes ausprobieren. Friedlich geht es hier zu.

    • Nur So am 16.12.2015 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Soso

      Echt jetzt, und wieso können dann immernoch soviele Tamilen nicht zurück?

    • Soso am 16.12.2015 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nur So

      Könnten schon. Aber wollen nicht. Mit dem Geld das sie bei und verdienen unterstützen sie immer noch ihre LT Partei. Ich war vor 2 Tagen ein paar Tage im tamilischen besiedelten Gebiet. Schöne Strassen Krankenhäuser und Schulen wurden gebaut. Kein Grund das sie nicht zurück können.

    • Michel Müller am 16.12.2015 11:46 Report Diesen Beitrag melden

      Gelungene Integration

      ??? Die bleiben für immer hier wurde von ein paar Jahren so entschieden, weil Sie sich gut integriert haben und keine Sozialfälle sind. Sie haben hier ein Diaspora welche die Entwicklung der Tamilischen Region unterstützt. Ein Beispiel an erfolgreichen Flüchtlingsintegration. Wir haben 40'000 neue Bürger die Arbeiten und Steuern zahlen, die Kinder gehen nun ins Gimi und werden uns weiterbringen und DANKE für meine AHV !

    einklappen einklappen
  • Sashi am 15.12.2015 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paris

    Ich war gerade vor kurzem in Paris und war in der nähe vom bataclan.

  • tim am 15.12.2015 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was will man sonst

    war eine woche nach dem anschlag in paris. und alled war in Ordnung. lediglich als ich durch die strasse des attentats lief, war es sehr traurig. was wollt ihr denn, euch zu hause einsperren und die köstlichkeiten des lebens vermeiden??

  • b.l. am 15.12.2015 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicher!

    NIE ist es sicherer, als dort wo gerade ein Anschlag war! Ich Reise viel genau dorthin.

  • MR16 am 15.12.2015 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann doch nicht sein

    Wir müssen trotz solcheb Ereignissen normal weiterleben. In nderen Regionen passieten noch viel, viel schrecklichere Dinge vergesst das nicht. Unser Leben kann uns niemand nehmen!